Kirchsee-Bucht:Buckelwal liegt wieder fest: Wie geht es mit Timmy weiter?
Die Rettungsversuche für Wal Timmy gehen weiter: Sandsäcke sollen verhindern, dass er weiter ins flache Wasser rutscht. Das Tier sei schwimmfähig, aber geschwächt.
Die private Rettungsaktion von Buckelwal "Timmy" gestaltet sich nach wie vor schwierig. Der Wal war am Montagmorgen zunächst weitergeschwommen, nun sitzt er aber an anderer Stelle fest.
20.04.2026 | 1:10 minVor der Ostsee-Insel Poel läuft der Rettungsversuch für den festliegenden Buckelwal weiter. Um zu verhindern, dass das Tier weiter in die Flachwasserzone rutscht, soll eine Art Korsett aus sechs oder mehr großen Sandsäcken aufgebaut werden. In der vergangenen Nacht habe sich der Wal infolge des Drucks von Wind und Wellengang etwa 80 Meter im "Rückwärtsgang" bewegt, sagte Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD).
Die sogenannten Big Bags sollen im Rücken des Wals aufgestellt werden und verhindern, dass er sich noch weiter von der möglicherweise rettenden Fahrrinne entfernt. "Er braucht ja nicht viel, um in tieferes Wasser zu kommen", sagte Backhaus. Die Idee für das Setzen der Big Bags kam dem Minister zufolge von Helfern der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG), die inzwischen eine Leitungsfunktion innerhalb der privaten Wal-Rettungsaktion eingenommen habe.
Sie hat eine Struktur geschaffen, mit der wir gut arbeiten können
Till Backhaus, Umweltminister von Mecklenburg-Vorpommern
- Die Entwicklungen rund um den Wal zum Nachlesen im Blog.
Sender am Wal befestigt
Zudem ist an dem Wal ein Sender befestigt worden. Wer ihn angebracht hat und wie genau er befestigt wurde, sei noch unklar und müsse von der privaten Initiative, die für den Bergungs- und Rettungsversuch zuständig ist, noch erklärt werden.
Im Laufe des Abends soll versucht werden, dem Wal eine "Animationsfütterung" anzubieten. Dabei gehe es um 2,5 Kilogramm Makrele. Normalerweise nehme ein Wal etwa eine Tonne Nahrung am Tag auf, so Backhaus.
Update zur Wal-Rettung vor Poel: Umweltminister Backhaus informierte am Dienstag über neue Entwicklungen beim Rettungsversuch des gestrandeten Tieres.
21.04.2026 | 22:59 minDem Wal gehe es den Umständen entsprechend, und er sei schwimmfähig, allerdings relativ kurzatmig. Das habe man auch in der Nacht bemerken können. "Wir begleiten ihn", betonte der Minister, der das Tier in der Nacht an Bord eines Bootes beobachtet hatte.
Saugroboter schaffen wohl Kuhle
Aus Kreisen der privaten Initiative, die hinter dem Rettungsversuch steht, hieß es, durch den Einsatz von Saugrobotern sei eine Kuhle geschaffen worden. Eine Seite des Wals werde blockiert. Ziel sei es, das Tier später in tiefere Gewässer zu leiten, "raus aus dem Nadelöhr".
Wal war am Montag plötzlich losgeschwommen
Der Wal war - nachdem er drei Wochen an einer Stelle gelegen hatte - am Montagmorgen bei steigendem Wasserstand plötzlich losgeschwommen. Von Booten aus war versucht worden, ihn Richtung Ostsee zu treiben. Nach zwei Stunden stoppte das womöglich schwer erschöpfte Tier aber am Übergang der Bucht Kirchsee in den Rest der Wismarbucht, wo deutlich tieferes Fahrwasser Richtung Ostsee führt.
Buckelwal Timmy legt auf dem Weg in die Freiheit einen weiteren Stopp ein. "Wir haben den Eindruck, (…) dass er sich wieder festgelegt hat", so ZDF-Reporterin Susanne Seidel am Montag.
20.04.2026 | 1:25 minSinkender Wasserstand ist Problem für Wal
Nach Einschätzung des Berliner Walforschers und Meeresbiologen Fabian Ritter hat sich die Lage des Buckelwals seit Montag jedoch eher verschlechtert.
Der ragt tatsächlich deutlich weiter aus dem Wasser. Das ist keine gute Sache.
Walforscher Fabian Ritter
Der Wasserstand vor Poel war im Vergleich zum Vortag gesunken. "Jeder Zentimeter bringt ihn in eine Situation, wo er mehr unter seinem eigenen Gewicht leidet." Das Tier scheine nun auf Grund zu liegen und nicht weg zu können, sagte Ritter.
Messungen des Umweltministeriums zufolge ist der Buckelwal 12,35 Meter lang, 3,20 Meter breit und 1,60 Meter hoch.
Am Dienstagmorgen waren deutlicher als zuvor die Brustflossen des Wals, die sogenannten Flipper zu sehen. Das Tier bewegte diese immer wieder. Die nun deutlicher sichtbaren Bewegungen könne man unterschiedlich interpretieren, sagte Ritter: als Auswirkung davon, dass das Tier weiter aus dem Wasser ragt, oder dass es eine gewisse Bewegungsfreiheit habe.
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Experte plädiert erneut, Wal in Ruhe zu lassen
Wie akut bedrohlich die aktuelle Position für den Wal ist, hänge von mehreren Faktoren ab: "Wie ist der Untergrund beschaffen? Wie liegt er auf? Wie stark ist da die Strömung und so weiter. Welche inneren Verletzungen hat er?" Er plädierte erneut dafür, das Tier in Ruhe zu lassen, um es nicht weiterem möglichen Stress auszusetzen.
Laut Prognosen des Bundesamtes für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) werden auch für die kommenden Tage in der Region niedrigere Pegel erwartet als zu Beginn der Woche.
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