Nur vorübergehend freigeschwommen:Drama um Buckelwal - Backhaus will über Nacht auf Boot bleiben
Erst freigeschwommen, nun wieder festgelegt: Das Drama um Buckelwal Timmy in der Kirchsee-Bucht geht weiter. Umweltminister Backhaus will die Nacht vor Ort verbringen.
Nachdem Buckelwal Timmy am Montagmorgen losgeschwommen ist, verharrt er nun wieder vor der Mecklenburgischen Küste. Wie es mit ihm weitergeht, ist unklar.
20.04.2026 | 1:20 minBangen um Buckelwal Timmy in der Ostsee: Am Montagmorgen schwamm er in der Kirchsee-Bucht überraschend los, verharrte aber danach wieder an einer neuen Stelle. Der Buckelwal sollte über den Tag dazu gebracht werden, sich wieder weiterzubewegen.
Zwar sagte Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD) am Abend, dass sich der im flachen Wasser liegende Wal bewege. Bis zur Fahrrinne mit tieferem Wasser sei es aber noch ein Stück. Helfer hatten zuvor Schlick unter dem Tier weggeblasen, um ihm den Start zu erleichtern. Es ist ein Kampf gegen die Zeit: In der Nacht soll der Wasserstand wieder sinken.
Backhaus entschied sich, die Nacht vor Ort auf einem Fischereiaufsichtsboot zu verbringen. Er wolle mit einem Nachtsichtgerät beobachten, was weiter passiere, sagte er. An Schlaf werde nicht zu denken sein, aber er sei hart im Nehmen. Er habe in den vergangenen Wochen überhaupt wenig geschlafen.
Boote sollen den Wal in die offene Ostsee geleiten
Bei steigendem Wasserstand hatte sich der seit rund drei Wochen an einer Stelle liegende Wal am Morgen für etwa zwei Stunden wieder in Bewegung gesetzt, verharrt inzwischen aber wieder am Ausgang einer kleineren Bucht zur Wismarbucht. Durch die Wismarer Bucht müsste er durch, um in die Ostsee zu gelangen.
- Die Entwicklungen des Montags zum Nachlesen im Blog.
Der Versuch, den Wal umzudrehen, sei gelungen, hatte Backhaus im gemeinsamen Morgenmagazin von ARD und ZDF gesagt. "Wir müssen jetzt versuchen, ihn in das tiefere Wasser zu begleiten." Dazu hätten Schlauchboote ein V geformt, um das Tier aus dem Kirchsee herauszubringen.
Nachdem sich der vor Poel gestrandete Wal „Timmy“ aufgrund von steigendem Wasserstand freigeschwommen hatte, sitzt er nun wohl wieder fest. Vorher war er in der Bucht hin und her geschwommen.
20.04.2026 | 2:07 minDie Rettungsinitiative und die Behörden seien darauf vorbereitet, den Wal in die richtige Richtung zu leiten, betonte Backhaus. Sechs Boote der Rettungsorganisation DLRG seien vor Ort, auch die Wasserschutzpolizei. Weitere Boote seien bereits angefordert.
Der Wal hatte laut Backhaus Orientierungsschwierigkeiten. "Die hat er auch aktuell noch", sagte Backhaus bei News5live. Nun werde er begleitet mit dem Ziel, ihn aus dem Kirchsee herauszuführen, dann in die Wismar-Bucht und in die Ostsee. Den Hut habe die Initiative auf, aber die Behörden kooperierten mit ihnen.
Wal soll Sender erhalten, um ihn zu verfolgen
Der Wal soll laut Backhaus einen Sender bekommen, wenn die Gelegenheit günstig ist. Damit solle er verfolgt werden können. "Das läuft hier sehr koordiniert, in Ruhe und Gelassenheit, aber auch mit den entscheidenden Modellen", so Backhaus.
Buckelwal Timmy legt auf dem Weg in die Freiheit einen weiteren Stopp ein. "Wir haben den Eindruck, (…) dass er sich wieder festgelegt hat", so ZDF-Reporterin Susanne Seidel.
20.04.2026 | 1:25 minDenn wenn der Wal für längere Zeit abtauche, könne eine Ortung zum Problem werden. Am Sonntag hatte eine Ministeriumssprecherin gesagt, es werde geklärt, welches Gerät, Kleber und die Stelle am Wal geeignet seien, auch wegen der Hautprobleme des Wals.
Greenpeace: "Megastress für das Tier"
Nach Einschätzung der Umweltorganisation Greenpeace bedeutet die aktuelle Situation für den Buckelwal eine hohe Stressbelastung. "Das ist natürlich ein Megastress für das Tier", sagte ein Sprecher. Der Wal habe die letzten Jahre ohne Kontakt zu Menschen verbracht, nun gebe es ständig Aktivitäten. Das Tier müsse sich erst einmal von den vergangenen Tagen erholen und sei nun Motorenlärm von den Booten ausgesetzt.
Der Stress für das Tier ist enorm.
Greenpeace
ZDFheute Infografik
Für die Darstellung von ZDFheute Infografiken nutzen wir die Software von Datawrapper. Erst wenn Sie hier klicken, werden die Grafiken nachgeladen. Ihre IP-Adresse wird dabei an externe Server von Datawrapper übertragen. Über den Datenschutz von Datawrapper können Sie sich auf der Seite des Anbieters informieren. Um Ihre künftigen Besuche zu erleichtern, speichern wir Ihre Zustimmung in den Datenschutzeinstellungen. Ihre Zustimmung können Sie im Bereich „Meine News“ jederzeit widerrufen.
Rettungsinitiator hofft, dass Begleitung gelingt
Der ursprüngliche Rettungsplan für den Wal sah vor, eine Plane unter das Tier zu ziehen und diese an Pontons zu befestigen, die wiederum von einem Schlepper an einer langen Leine gezogen werden. So sollte der Wal in die Nordsee und möglichst sogar bis in den Atlantik transportiert werden. Die Vorbereitungen dafür liefen seit Donnerstag.
Messungen des Umweltministeriums zufolge ist der Buckelwal 12,35 Meter lang, 3,20 Meter breit und 1,60 Meter hoch.
Die Vertreter der Rettungsinitiative auf Poel hatten sich zuletzt auf einem sehr guten Weg gesehen. Der Wal habe am Sonntagmorgen "tolle Reaktionen" und viel Lebensenergie gezeigt. Sie schlossen am Sonntag nicht aus, dass sich der rund zwölf Meter lange Meeressäuger aus eigener Kraft freischwimme. In diesem Fall greife "Plan B". "Das heißt, die DLRG-Boote sind auf Stand-by, dass für den Fall, dass er losschwimmt, wir ihn dann guiden können", sagte Rechtsanwältin Constanze von der Meden von der privaten Rettungsinitiative.
Und es ist sichergestellt, dass wir ihn dann auch bis in die Nordsee und dann über die Nordsee in den Atlantik leiten können.
Constanze von der Meden, Rechtsanwältin
Viele Menschen bauen eine emotionale Bindung zu dem seit Tagen festliegenden Wal auf, andere protestieren gegen den Klimawandel. Der Wal ist zu einer Projektionsfläche geworden.
17.04.2026 | 2:38 minWal seit Anfang März in der Ostsee unterwegs
Seit Anfang März war der Wal immer wieder an der Ostseeküste aufgetaucht, zunächst im Hafen von Wismar, später in der Lübecker Bucht und an der Küste bei Steinbeck (Kreis Nordwestmecklenburg). Das Tier hatte sich demnach wiederholt in Netzen verfangen. Einsatzkräfte und Meeresschützer der Organisation Sea Shepherd hatten es von einem Teil des Materials befreit. Mehrfach lag der Wal fest.
Mehr zum Buckelwal
Umweltminister warnt:Falsche Spendenaufrufe für gestrandeten Buckelwal
mit Video2:21Gestrandeter Buckelwal in der Ostsee:Expertin: Buckelwal zu bergen, wäre große Gefahr für "Timmy"
mit Video1:32Gestrandet in der Ostsee:Morddrohungen gegen Wal-Helfer
mit Video6:42