Gestrandet in der Ostsee:Morddrohungen gegen Wal-Helfer
Der Buckelwal wird seit Tagen von Helfern in der Ostsee umsorgt und begleitet. Dies soll bis zu seinem Tod weiter geschehen. Doch gegen sie werden wohl Morddrohungen ausgesprochen.
Die Rettungsversuche für den Wal in der Ostsee wurden am Mittwoch eingestellt. "Die Experten sind zu dem Schluss gekommen, dass die Grenzen der Unterstützung erreicht sind", sagt ZDF-Reporterin Stadtfeld.
01.04.2026 | 6:42 minNach der gescheiterten Rettung des vor der Ostseeküste bei Wismar gestrandeten Buckelwals sind Helferinnen und Helfer immer mehr verbalen Angriffen ausgesetzt. "Bedauerlicherweise nehmen seit dem Zeitpunkt, als klar wurde, dass das Tier nicht zu retten sein wird, die Anfeindungen gegen Beteiligte an der Hilfsmaßnahme zu - bis hin zu Morddrohungen", sagte Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD) laut einer Mitteilung.
"Natürlich verstehe ich, dass die Situation für die Menschen sehr emotional ist", so Backhaus weiter. Auch er sei traurig.
Aber ich akzeptiere es nicht, dass Mitarbeitende auch im Privaten bedroht werden.
Till Backhaus, Umweltminister in Mecklenburg-Vorpommern
Würden strafrechtlich relevante Aussagen getätigt, ob in sozialen Medien, per Zettel im Briefkasten oder per E-Mail, werde ein solches Verhalten angezeigt, sagte Backhaus. Er sei aber zuversichtlich, dass sich die Lage beruhigen werde.
Kein Anlass zur Hoffnung mehr: "Der Ansatz der maximalen Ruhe und der Respekt vor der Natur gebieten es, ihn gehen zu lassen", sagte Meeresmuseumsdirektor Burkard Baschek.
01.04.2026 | 35:45 minHelfer werden Wal bis zum Tod begleiten
Unterdessen wird der Wal nach Angaben des Ministeriums rund um die Uhr durch die Wasserschutzpolizei und eine Walwache an Land betreut. Kräfte der Feuerwehr benetzten das Tier im Laufe des Tages immer wieder mit Wasser. "Wir werden das Tier weiter begleiten - bis zum Schluss. Um ihm seine Situation angenehmer zu machen, wurde heute damit begonnen, den Rücken des Wals, der aus dem Wasser ragt, zu benetzen", sagte Backhaus, der am Mittag erneut vor Ort war.
Die Experten hätten die Hilfsaktion empfohlen, um lindernde Umstände für den Wal zu schaffen. "Der Vorgang soll alle zwei bis drei Stunden wiederholt werden", sagte Backhaus. Die Haut des Tieres trockne aus, das sei schmerzhaft und gefährlich.
Große Wale können riesige Mengen Kohlenstoffdioxid speichern. Und: Die Meeresgiganten fördern durch ihre Lebensweise den Nährstoff- und Kohlenstoffkreislauf in den Ozeanen.
01.04.2026 | 1:04 minDa der Wal inzwischen deutlich stärker aus dem Wasser rage, sei es schwieriger zu erkennen, ob er noch atme, sagte ein Sprecher des Umweltministeriums. Wenn vermutet werde, dass der Wal aufhöre zu atmen, werde ein Veterinär hinzugezogen.
Auch ein Schlauchboot der Polizei war in der Nähe des Wals im Einsatz, wie ein dpa-Reporter vor Ort berichtete. Der Zustand des Wals ist nach Angaben von Wasserschutzpolizei und Greenpeace unverändert. Eine Sprecherin der Organisation Greenpeace erklärte auf Nachfrage, den Wal in Ruhe lassen und daher auch nicht mehr zu ihm fahren zu wollen. Ziel sei primär immer die Rettung des Wals gewesen.
"Heute entscheidet sich, ob das letzte Mal geholfen wird", so ZDF-Reporter Sven Rieken zur Walrettung. Der Wal habe sich seit seinem erneuten Stranden kaum bewegt.
01.04.2026 | 3:00 minWal wird wohl vor Insel Poel sterben
Seit Anfang März hatte sich der Buckelwal viermal festgesetzt. Dreimal war es ihm gelungen, wieder loszuschwimmen. Zunächst war er im Hafen von Wismar gesichtet worden, später am Timmendorfer Strand in Schleswig-Holstein und letztlich war er vor Wismar gestrandet. Die Rettungsversuche waren am Mittwoch eingestellt worden. Den Fachleuten und Meeresschützern vor Ort zufolge wird das Tier in dieser Bucht wohl sterben. Wie lange es noch überleben wird, lässt sich nach Einschätzung der Experten nicht vorhersagen.
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