Vor Insel Poel in der Ostsee:Wal atmet in Fünf-Minuten-Takt - Sperrzone wird eingehalten
Er liegt vor der Insel Poel und bewegt sich nicht mehr von der Stelle, etwa alle fünf Minuten atmet der gestrandete Wal. Schaulustige halten sich bislang an die Sperrzone.
Der gestrandete Buckelwal liegt weiter vor der Insel Poel in Mecklenburg-Vorpommern fest. ZDFheute live überträgt die Pressekonferenz zur Entscheidung über weitere Rettungsmaßnahmen.
01.04.2026 | 54:58 minAn die 500-Meter-Sperrzone rund um den vor der Insel Poel liegenden geschwächten Buckelwal halten sich die Menschen bislang. Auch über Nacht sei der Meeressäuger nicht gestört worden, das bestätigten die Wasserschutzpolizei und das Schweriner Umweltministerium. Der Wal lebe, er atme aktuell im Abstand von rund fünf Minuten, sagte ein Sprecher des Ministeriums.
Die Sperrzone war eingerichtet worden, um dem großen Tier Ruhe zu geben. Sie wird laut Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD) streng kontrolliert. Auch Drohnenflüge sind untersagt. Etwaige Verstöße würden als Ordnungswidrigkeit geahndet.
Alle Rettungsversuche eingestellt
Am Mittwoch waren jegliche Rettungsversuche eingestellt worden. Nach Angaben der Fachleute und Meeresschützer vor Ort wird der Wal wohl in der Bucht sterben. Es war die vierte Strandung des Buckelwals, seitdem er Anfang März immer wieder an der Ostseeküste aufgetaucht war.
Die Hoffnungen, dass er sich doch aus eigenem Antrieb befreit und den Weg ins tiefere Wasser findet, wurden nicht erfüllt.
Die Rettungsversuche für den Wal in der Ostsee werden eingestellt. "Die Experten sind zu dem Schluss gekommen, dass die Grenzen der Unterstützung erreicht sind", sagt ZDF-Reporterin Stadtfeld.
01.04.2026 | 6:42 minRuhe für den sterbenden Wal
Die Rettungsversuche waren am Mittwoch eingestellt worden. Der wissenschaftliche Direktor des Deutschen Meeresmuseums, Burkard Baschek hatte gesagt:
Wir gehen fest davon aus, dass das Tier dort verstirbt.
Prof. Burkard Baschek, Deutsches Meeresmuseum
Auch Mecklenburg-Vorpommers Umweltminister Till Backhaus (SPD) betonte, das Tier solle an seinem jetzigen Liegeplatz in Ruhe gelassen werden. "Wir haben alles unternommen, um ihm seine Chance zu geben. Das ist eine einzigartige Tragödie. Die hat er sich aber so ausgesucht."
Es gebe keine Aktivität, die Anlass zur Hoffnung gäbe. "Der Ansatz der maximalen Ruhe und der Respekt vor der Natur gebieten es, ihn gehen zu lassen", sagt Meeresmuseumsdirektor Burkard Baschek.
01.04.2026 | 35:45 minWeitere Rettungsversuche als "Tierquälerei"
Das Tier ist deutlich geschwächt. Anders als in den Tagen zuvor werden auch keine Versuche mehr unternommen, den Wal zum Losschwimmen zu bewegen. "Wir müssten ihn so massiv animieren, was aussichtslos wäre, weil er die Kraft nicht mehr hat", so Baschek.
Die Erfolgschancen sind so gering, dass wir das als reine Tierquälerei empfinden würden.
Prof. Burkard Baschek, Deutsches Meeresmuseum
Wal irrte seit einem Monat umher
Bereits seit Anfang März war der Meeressäuger nach Angaben der Behörden immer wieder an der Ostseeküste aufgetaucht, zunächst im Hafen von Wismar. In der Nacht zum 23. März strandete er auf einer Sandbank vor Timmendorfer Strand in Schleswig-Holstein.
Letztlich gelang es dem Tier, das flache Wasser zu verlassen, nachdem Helfer eine Rinne ausgehoben hatten. Danach nahm er aber nicht Kurs aufs offene Meer und Richtung Norden, sondern schwamm wieder Richtung Wismar.
Große Wale können riesige Mengen Kohlenstoffdioxid speichern. Und: Die Meeresgiganten fördern durch ihre Lebensweise den Nährstoff- und Kohlenstoffkreislauf in den Ozeanen.
01.04.2026 | 1:04 minToter Wal käme nach Stralsund
Sollte das eintreten, was Wissenschaftler, Umweltschützer und Politik nun erwarten und befürchten, würde der Kadaver des Wals nach Stralsund zum Deutschen Meeresmuseum gebracht werden, das als Forschungseinrichtung auch eine Spezialabteilung für Meeressäuger unterhält.
Dabei würde es laut Backhaus aber ausdrücklich nicht darum gehen, ein Skelett für das Museum zu bekommen, sondern allein darum, den Wal nach seinem Tod zu untersuchen und die Todesursache zu bestimmen.
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