Hoffnung für Wal:Helfer: "Würden wir keinem unserer Hunde und Katzen zumuten"
Die privaten Helfer für den in der Ostsee gestrandeten Wal sind optimistisch, dass dem Tier geholfen werden kann. Auch Umweltminister Backhaus zeigt sich vorsichtig zuversichtlich.
Seit 20 Tagen liegt Buckelwal Timmy vor Wismar in der Ostsee. Private Initiatoren wollen ihn befreien und in die Nordsee schleppen. Alle Entwicklungen im Livestream.
19.04.2026Das private Rettungsteam für den in der Ostsee gestrandeten Buckelwal kommt nach eigenen Angaben gut mit den Arbeiten zur Befreiung des Tieres voran. "Wir sind auf einem sehr guten Weg", sagte Tierärztin Janine Bahr von Gemmert im Hafen von Kirchdorf auf der Insel Poel.
"Wir haben die Saugarbeiten so weit vorangebracht, dass wir immer näher an den Wal herankommen." Die Saugarbeiten würden von der Fahrrinne zum Wal hingearbeitet.
ZDFheute Infografik
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Wasserstand steigt - und gibt dem Wal mehr Bewegungsfreiheit
Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD) dankte der privaten Initiative und versicherte, dass er großes Vertrauen in die Arbeit der Experten vor Ort habe. Auch die Zusammenarbeit habe sich zunehmend verbessert.
Messungen des Umweltministeriums zufolge ist der Buckelwal 12,35 Meter lang, 3,20 Meter breit und 1,60 Meter hoch. Der geschwächte Wal liegt bereits seit 20 Tagen in der Wismarbucht vor der Insel Poel.
Die Verantwortung liege voll und ganz in den Händen der Helfer. Das Land Mecklenburg-Vorpommern begleite, gebe Hinweise und überwache die Aktionen.
Backhaus wies Kritik an der Dauer der Rettungsaktion zurück. Alle Beteiligten seien in intensivem Austausch. "Ich hoffe, dass es ihnen gelingt. […] Wir halten das Konzept der Privatinitiative für machbar. Wir tun alles, um das Tierwohl zu schützen und zu sichern. "
Dass es dem Tier nach wie vor nicht gut geht, stimmt. Wir werden den Wal begleiten - lebend und auch im worst Case.
Till Backhaus, Umweltminister
Dennoch zeigte sich auch der Umweltminister vorsichtig optimistisch. Er verwies in einer Pressekonferenz auf den aktuellen Wetterbericht. Die Windstärke könne möglicherweise bis zu 70 km/h erreichen. Die Folge sei mehr Wellengang und ein deutliches Ansteigen des Wasserstandes. "Das könnte tatsächlich dazu führen, dass er sich entscheidet und sich auf den Weg macht. Das wäre für mich das Schönste."
Viele Menschen bauen eine emotionale Bindung zu dem seit Tagen festliegenden Wal auf, andere protestieren gegen den Klimawandel. Der Wal ist zu einer Projektionsfläche geworden.
17.04.2026 | 2:38 minDie steigenden Pegel haben auch die Helfer vor Ort bereits registriert. Das sei ein gutes Zeichen. Der Wasserstand könne in den kommenden Stunden um 50 bis 60 Zentimeter steigen. "Auch durch die Kuhle, in der er jetzt liegt, kann er schon viel freier atmen", sagt Veterinärin Janine Bahr von Gemmert. Der Wal werde auch zunehmend beweglicher.
Das ist kein Tier, das in den letzten Zügen liegt. [...] Er will frei sein.
Janine Bahr von Gemmert, Tierärztin
Sie betonte in ihrem emotionalen Statement, wie wichtig es sei, nichts unversucht zu lassen, dem Tier aus seiner misslichen Lage zu helfen. Man könne nicht noch mal drei Wochen zuschauen, wie ein Tier stirbt. "Das würden wir keinem unserer Hunde und Katzen zumuten", sagte die Tierärztin.
DLRG würde Wal in die Nordsee begleiten
Falls sich das Tier aufgrund des steigenden Wasserstandes selbst freischwimmen sollte, ist das Team der privaten Hilfsinitiative eigenen Angaben zufolge vorbereitet. Weil der Wal in den Morgenstunden wieder sehr aktiv gewesen sei, habe das Team bereits den vorbereiteten Plan B aktiviert, sagte Rechtsanwältin Constanze von der Meden bei der Pressekonferenz in Kirchdorf.
Menschen demonstrieren an verschiedenen Orten für die Rettung des gestrandeten Buckelwals vor Poel. Eine Schwimmerin soll von einer Fähre gesprungen sein, um sich dem Tier zu nähern.
13.04.2026 | 2:21 min"Das heißt, die DLRG-Boote sind auf Stand-by, sodass für den Fall, dass er losschwimmt, wir ihn dann guiden können. Und es ist sichergestellt, dass wir ihn dann auch bis in die Nordsee und dann über die Nordsee in den Atlantik leiten können."
Aktionen eng mit Land abgestimmt
Die Anwältin ist Teil der privat finanzierten Rettungsaktion von Unternehmerin Karin Walter-Mommert und Mediamarkt-Gründer Walter Gunz. Die Aktion wird vom Umweltministerium beobachtet und eng mit Behördenvertretern abgestimmt.
Geplant ist, dass unter den Wal eine zwischen Pontons - also schwimmenden Plattformen - befestigte Plane geführt wird. Damit soll er aus dem flachen Bereich geborgen und später Richtung Nordsee gebracht werden. Die Pontons sollen dazu von einem Schlepper an einer langen Leine gezogen werden.
Eine private Initiative will den gestrandeten Buckelwal bergen und in die Nordsee bringen - der Rettungsversuch als 3D-Animation.
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