Initiative brachte Wal in die Nordsee:"Nicht genug Kraft": Experten vermuten Timmys Tod
Wo ist Timmy? Nach wochenlanger Odyssee, mehreren Strandungen und einer Rettungsaktion gehen Experten davon aus, dass der Wal nicht mehr lebt. Er habe "nicht genug Kraft" gehabt.
Am vergangenen Samstag ist der Blas eines Wales im Meer bei Skagen zu sehen. War es das letzte Lebenszeichen von Timmy?
Quelle: dpaDer nach einer wochenlangen Odyssee und mehrfachen Strandungen an der Ostseeküste von einer privaten Initiative in die Nordsee gebrachte Buckelwal ist nach Einschätzung von Experten wahrscheinlich tot.
Es sei davon auszugehen, dass das extrem geschwächte Tier "nicht genug Kraft besaß, um längerfristig im tiefen Wasser zu schwimmen, und nicht mehr lebt", teilte das Deutsche Meeresmuseum in Stralsund mit.
Der in der Ostsee gestrandete Buckelwal kam nach mehreren Rettungsversuchen am Samstag in der Nordsee an.
02.05.2026 | 1:38 minMuseum: Keine Informationen über Zustand des Wals
Unabhängig verifizierbare Informationen über den Aufenthaltsort und den Gesundheitszustand des Tiers lägen seit der letzten nachweislichen Sichtung per Drohne am vergangenen Samstag nicht mehr vor, betonte das Museum in seiner Mitteilung.
Für den Nachweis der erfolgreichen Rettung sei es "essenziell", dass die Privatinitiative genaue Informationen zu dem angeblich an dem Wal angebrachten GPS-Tracker sowie sämtliche Roh- und Livedaten des Ortungsgeräts mit einer unabhängigen Organisation teile.
Bei der Freilassung des Wals am Samstag wurde gegen Absprachen verstoßen. Jetzt soll die Crew des Rettungsschiffs zu den Geschehnissen an Bord befragt werden.
04.05.2026 | 2:14 minMinisterium fordert Datenmaterial von Privatinitiative
Auch das Umweltministerium von Mecklenburg-Vorpommern pocht auf aktuelle Daten zum Zustand des Wals. Sie müssten zügig vorgelegt und die offenen Fragen aufgeklärt werden, erklärte Umweltminister Till Backhaus (SPD). Es bestehe berechtigtes Interesse an Transparenz. Schon am Samstag hatte eine Sprecherin des Ministeriums gesagt, die Peildaten seien mehrfach angefordert worden, lägen aber nicht vor.
Mit der privaten Initiative ist vereinbart, dass sie sich bis heute mit den angeforderten Informationen zurückmeldet. Dazu gehören insbesondere die Daten der Peilsender sowie aktuelle Erkenntnisse zum Zustand des Tieres.
Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD)
Der Minister verwies darauf, dass zentrale Punkte vorab mit der privaten Initiative verbindlich vereinbart worden seien - etwa das Anbringen eines Peilsenders sowie das Bereitstellen der Daten für einen vertraulichen Kreis. "Diese Punkte dienen der Nachvollziehbarkeit des Einsatzes und der weiteren Einordnung des Geschehens."
Vorwürfe an die Schiffsbesatzung
Die Privatinitiative hatte den etwa zwölf Meter langen jungen Wal am vergangenen Dienstag vor der Insel Poel in Mecklenburg-Vorpommern nach tagelangen Vorbereitungen in einen wassergefüllten Lastkahn bugsiert und mit einem Schleppverband aus der Ostsee bis zur Nordspitze von Dänemark transportiert.
Der privaten Initiative war es Ende April gelungen, den vor der Insel Poel gestrandeten Buckelwal auf einen Schleppkahn zu leiten.
29.04.2026 | 1:41 minDort wurde das Tier am Samstag unter nicht genau bekannten Umständen auf hoher See freigesetzt. Vertreter der Initiative machten der Schiffsbesatzung danach schwere Vorwürfe.
Die Initiative berichtete anschließend von Signalen eines an dem Wal angebrachten Peilsenders, der allerdings nur eingeschränkt funktioniere und keine Positionsdaten übertrage. Zugleich war dabei die Rede von Vitalwerten des Tiers. Experten äußerten Zweifel - unter anderem, weil GPS-Tracker üblicherweise keine derartigen Vitalwerte erfassen könnten.
Meeresmuseum fordert Aufklärung
Das Meeresmuseum forderte die Privatinitiative am Dienstag ebenfalls zur Aufklärung auf. Unabhängig überprüfbare Erkenntnisse zum Verbleib des Wals seien zur Aufarbeitung des Falls von großer Bedeutung. Es gehe auch um den Umgang mit etwaigen künftigen Lebendstrandungen von Walen, eine Klärung liege im "wissenschaftlichen und öffentlichen Interesse".
Zugleich verwies das Museum auf den "extrem geschwächten Zustand" des Tiers, das am 3. März erstmals im Hafen von Wismar gesichtet worden war und danach wochenlang vor der Ostseeküste umherirrte. Es verfing sich in Fischernetzen und strandete trotz Rettungsversuchen wiederholt kurz hintereinander. Dies gilt laut Experten als sicheres Zeichen für massive Probleme. Sie zweifeln deshalb an der Überlebensfähigkeit des Wals.
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