Seegang erhöht Verletzungsrisiko:Wal-Transport: Zwischenstopp vor Dänemark wegen hoher Wellen
Der Lastkahn mit dem geborgenen Buckelwal hat die Nordsee fast erreicht. Nun muss der Schlepper aber vorerst stoppen. Der hohe Wellengang erhöht das Verletzungsrisiko für das Tier.
Das Transportschiff mit dem vor Mecklenburg-Vorpommern gestrandeten Buckelwal hat die Nordsee fast erreicht. Wann und wo er ausgesetzt wird, ist noch unklar.
01.05.2026 | 0:23 minDer Lastkahn mit dem vor der Ostseeinsel Poel geborgenen Buckelwal hat aufgrund der Wetterlage einen Zwischenstopp eingelegt. Etwa 11 Seemeilen (rund 20 Kilometer) vom nördlichsten Punkt Dänemarks entfernt drehte das Schiff "Fortuna B" ab, wie beim Schiffs-Ortungsdienst Vesselfinder zu beobachten war.
Grund seien schwierige Wetterbedingungen, sagte Martin Bocklage, Kapitän des Begleitschiffes "Robin Hood" dem Norddeutschen Rundfunk (NDR). Die Wellen erreichten zum Teil Höhen von bis zu zwei Metern. Sobald sich die Lage auf See beruhigt, sollte laut Bocklage die geplante Route fortgesetzt und der Buckelwal in die Freiheit entlassen werden.
Grafik: Transportroute für Buckelwal
Quelle: ZDFAm nördlichsten Punkt Dänemarks, nahe der Stadt Skagen, fließen Kattegat und Skagerrak zusammen, weshalb auch vom Eingang zur Nordsee gesprochen wird.
Hoher Wellengang erhöht Verletzungsrisiko für Wal
Nach Angaben von Teammitgliedern der privaten Initiative für den Transport wird am Vormittag beraten, wie es weitergehen soll. Zu den Möglichkeiten zählt demnach, an ruhigerer Stelle auf besseres Wetter zu warten - oder aber, den Wal direkt an Ort und Stelle und doch nicht erst in der Nordsee freizusetzen. Bei dem hohen Wellengang sei das Verletzungsrisiko für den Wal in der sogenannten Barge groß, hieß es.
Am Dienstag war der wochenlang an der Ostseeküste im Flachwasser liegende Wal in den Lastkahn bugsiert worden. In dem mit Wasser gefüllten Stahlbecken, das vom Schlepper "Fortuna B" gezogen wird, war das zwölf Meter lange, geschwächte Tier in den vergangenen Tagen in Richtung Nordsee geschippert worden.
Der seit Wochen für Aufsehen sorgende Wal in der Ostsee ist inzwischen auf einem Lastkahn Richtung Nordsee unterwegs.
29.04.2026 | 1:18 minRettungsinitiative: Wal soll in tiefem Wasser ausgesetzt werden
Hinter dem Wal-Transport steht eine von der Unternehmerin Karin Walter-Mommert und dem MediaMarkt-Mitgründer Walter Gunz finanzierte Privatinitiative. Es handelt sich um einen letzten Rettungsversuch für den von Experten schon aufgegebenen Meeressäuger. Nach Plänen der privaten Initiative soll der Wal in tiefem Wasser ausgesetzt werden. Wo genau, stand den Angaben zufolge zunächst nicht fest. Viele nicht beteiligte Fachleute lehnen die Aktion als auswegslos ab.
Walter-Mommert sagte der Nachrichtenagentur AFP am Mittwoch, der Wal sei "sehr lebendig" und "singt im Moment sehr viel vor sich hin". Sie strebt demnach an, dass der Lastkahn mit dem Buckelwal weiter bis vor die Küste Norwegens und in den Atlantik gebracht wird - "dorthin, wo andere Wale in die Nähe kommen".
Bei den meisten unserer Nachbarn scheint man mit Fällen wie dem gestrandeten Wal "Timmy" und der Debatte um seine Rettung anders umzugehen. Entsprechend fällt die Berichterstattung in Europa aus.
29.04.2026 | 2:06 minKeine Wal-Rettung bei erneuter Strandung in Dänemark
Sollte das Tier nach der Aktion abermals stranden, würden ihm die dänischen Behörden nicht helfen: Das dänische Umweltministerium teilte mit, dass man gestrandete Meeressäugetiere prinzipiell nicht rette. Strandungen seien "ein natürlich vorkommendes Phänomen" und Wale sollten generell "nicht durch menschliches Eingreifen gerettet oder gestört" werden.
Der rund zwölf Meter lange Buckelwal hatte vier Wochen vor der Insel Poel bei Wismar gelegen. Gegen den Rat vieler Wissenschaftler, Fachinstitutionen und Tierschutzorganisationen versuchte die private Initiative seit Mitte April, den Wal zu bergen, um ihn lebend in die Nordsee oder den Atlantik zu bringen.
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