Zugunglück in Spanien: Zahl der Toten steigt

Hochgeschwindigkeitszüge kollidiert:Zug-Entgleisung in Spanien: Zahl der Toten steigt

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In Spanien sind zwei Hochgeschwindigkeitszüge entgleist und kollidiert. Inzwischen wurden 42 Tote bestätigt. Die Behörden rechnen mit weiteren Opfern.

Ein Foto vom 19. Januar 2026 zeigt einen der beiden Züge, die am Vortag in Adamuz in Südspanien entgleist waren und dabei mindestens 39 Menschen getötet und mehr als 120 verletzt haben.

Nachdem zwei Hochgeschwindigkeitszüge in Spanien auf neu sanierter Strecke verunglückten, hat die Regierung Staatstrauer angekündigt und Aufklärung versprochen.

20.01.2026 | 2:19 min

Zwei Tage nach dem schweren Zugunglück in Spanien sind 42 Tote geborgen worden. Im Laufe des Tages seien drei Leichen in den Trümmern von Waggons gefunden worden, teilte die Regionalregierung Andalusiens auf der Plattform X mit. Die Zahl der als vermisst gemeldeten Personen lag jedoch bei 43 und die Suche in den teilweise stark zerstörten Waggons ging weiter.

Bei dem Zusammenstoß von zwei Hochgeschwindigkeitszügen waren am Sonntagabend auch Dutzende Menschen zum Teil schwer verletzt worden. Neun von ihnen würden noch auf Intensivstationen behandelt, teilte die Regionalregierung weiter mit.

Ursache für Unglück noch unklar

Zur möglichen Ursache eines der schwersten Zugunglücke in der Geschichte des Landes sagte der Minister, es würden ein Gleisschaden oder ein Fehler an einem der Züge nicht ausgeschlossen. Aber es seien noch "alle Hypothesen offen".

Unterdessen drosselte der spanische Schienennetzbetreiber Adif die Höchstgeschwindigkeit für Züge auf einem Teilstück der wichtigsten Verbindung des Landes zwischen Madrid und Barcelona auf 160 Kilometer pro Stunde. Zugführer hätten von Unebenheiten in den Schienen berichtet, die nun in der kommenden Nacht untersucht werden sollten, teilte Adif mit. Die Fahrtzeit der Züge, die bisher fast durchgehend 300 Kilometer pro Stunde fuhren, verlängere sich um rund 30 Minuten auf dann drei Stunden, berichteten spanische Medien. 

Tote bei Zugunglück in Spanien - Unglücksstelle bei Adamuz

Nach dem schweren Zugunglück in Spanien sind mindestens 40 Menschen gestorben, mehr als 170 wurden verletzt. Die Ursache ist weiter unklar – der Verkehrsminister spricht von einem "sehr seltsamen Unglück".

20.01.2026 | 1:49 min

Opfer sollen schnell identifiziert werden

Die Identifizierung der Opfer gestaltete sich schwierig. Die Behörden baten Familien um DNA-Proben, um die Identifikation zu beschleunigen. Die Polizei setzte Suchhunde ein, um die verunglückten Waggons auf mögliche weitere Opfer zu überprüfen. Im Fernsehen beklagten Angehörige mangelnde und nur schleppende Informationen über das Schicksal von Vermissten. Die zuständige Justizbehörde in Córdoba teilte mit, bisher seien zehn Todesopfer identifiziert worden. Angaben zur Identität oder Nationalität wurden nicht gemacht. 

Fünf der als vermisst gemeldeten Menschen konnten den spanischen Behörden zufolge bereits unter den Todesopfern identifiziert werden. Rettungskräfte versuchten derweil weiterhin, möglicherweise unter den stark beschädigten Waggons eingeklemmte Leichen zu bergen.

Entgleister Zug in der Nähe von Aldamuz in Spanien

In Andalusien sind zwei Hochgeschwindigkeitszüge aus bisher ungeklärter Ursache entgleist und kollidiert. Mindestens 40 Menschen kamen ums Leben.

19.01.2026 | 1:49 min

Möglicherweise auch Deutsche untern den Opfern

Aus dem Auswärtigen Amt in Berlin hieß es auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur: "Leider müssen wir davon ausgehen, dass sich auch deutsche Staatsangehörige unter den Betroffenen befinden. Über die Anzahl gibt es derzeit noch keine verlässlichen Angaben." Man stehe mit den Behörden im engen Austausch, um Aufklärung zu betreiben.

"Trümmerhaufen aus Metall"

"Alles ist vollkommen zerstört", sagte der Feuerwehrchef der Provinz Córdoba, Francisco Carmona, dem Sender TVE. Die Einsatzkräfte haben Schwierigkeiten, zu den Verletzten vorzudringen. "Das Problem ist, dass die Waggons verbogen sind, und die Menschen stecken fest", sagt Carmona.

arend-zug-unglueck

"Die Lage ist weiter unübersichtlich, vor allem auch für die Angehörigen", sagt ZDF-Korrespondentin Anne Arend zum Zugunglück in Spanien.

19.01.2026 | 2:57 min

"Der Anblick war furchtbar", sagt der Bürgermeister der Gemeinde Adamuz, Rafael Moreno dem Fernsehsender Antena 3. Er war demnach als einer der ersten an der Unfallstelle eingetroffen. "Die Menschen riefen um Hilfe, Verletzte sind aus den Waggons gekommen, ein Bild, das ich nie vergessen werde."

Die Karte zeigt die Strecke zwischen Madrid und Malaga, auf der das Unglück geschehen ist
Quelle: ZDF

Bei dem Unfall sind zwei Hochgeschwindigkeitszüge kollidiert und entgleist. Der Vorfall ereignete sich in Adamuz in der Nähe von Córdoba. Der Zugverkehr auf den Hochgeschwindigkeitsstrecken zwischen Madrid und ganz Andalusien bleibt - so die deutschsprachigen Costa-Nachrichten - "bis auf Weiteres" ausgesetzt.

Zug des Anbieters Iryo auf Gegengleis geraten

Entgleist war der Hochgeschwindigkeitszug des italienischen Anbieters Iryo, einem Konkurrenten der berühmten AVE-Züge, mit der Nummer 6189, der von Málaga auf dem Weg nach Madrid zum Bahnhof Atocha war. Der Zug soll von den Gleisen abgekommen und auf ein Gegengleis geraten sein, was zur Entgleisung eines zweiten Personenzuges führte, dem Fernzug AV 2384 der spanischen Staatsbahn Renfe von Madrid nach Huelva (Provinz Cádiz). Dessen Zugführer ist offenbar auch unter den Toten. In einem Zug waren den Angaben zufolge 300 Menschen unterwegs, in dem anderen 100.

Video des Regional-Senders Canal Málaga RTV

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In spanischen Medien berichtet der Radiojournalist Salvador Jiménez, der zufällig in einem der Züge unterwegs war, dass die beiden letzten Waggons entgleist seien und dass einer von ihnen "vollständig umgekippt" sei und zerbrochene Scheiben habe.

Man sieht einen roten Hochgeschwindigkeitszug auf den Gleisen

Der Hochgeschwindigkeitszug des italienischen Hersteller Iryo ist der Konkurrent des spanischen Ave-Zuges (Symbolbild).

Quelle: dpa | Jan Woitas

"Wir sind pünktlich um 18:40 Uhr von Málaga mit Ziel Madrid abgefahren, ich saß im ersten Waggon. In einem Moment fühlte es sich an wie ein Erdbeben, und tatsächlich war der Zug entgleist. Es wurde sofort durchgesagt, ob medizinisches Personal an Bord sei, man nahm Hämmer, um die Fenster einzuschlagen, und schließlich wurden wir nach und nach evakuiert", erklärte Jiménez.

Beileidsbekundungen der Königsfamilie

Spaniens Ministerpräsident Pedro Sánchez erklärte, er verfolge die Lage "mit großer Aufmerksamkeit". Die spanische Königsfamilie erklärte, die "ernste" Lage mit "großer Besorgnis" zu verfolgen.

Wir sprechen den Angehörigen und Liebsten der Verstorbenen unser tiefstes Beileid aus und wünschen den Verletzten von Herzen eine schnelle Genesung.

Aus einer Erklärung der Königsfamilie

Auch EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen erklärte in einem Beitrag auf X, sie verfolge "die schrecklichen Nachrichten" aus Córdoba. "Heute Abend seid ihr in meinen Gedanken", schrieb sie auf Spanisch.

Rettung in schwer zugänglichem Gebiet

Die regionale Leiterin des Zivilschutzes, María Belén Moya Rojas, sagte dem Sender Canal Sur, der Unfall habe sich in einem insgesamt schwer zugänglichen Gebiet ereignet. Anwohner hätten Decken und Wasser zur Unglücksstelle gebracht, um den Betroffenen zu helfen.

Das Spanische Rote Kreuz richtete in der Ortschaft Adamuz nahe der Unglücksstelle ein Hilfszentrum ein, das den Rettungskräften sowie Menschen auf der Suche nach Informationen Unterstützung bot.

Quelle: dpa, Reuters, AFP, AP
Über dieses Thema berichtete heute am 19.01.2026 ab 19 Uhr, heute - in Europa am 19.01.2026 ab 16 Uhr sowie das ZDF-Morgenmgazin am 19.01.2026 ab 5:50 Uhr.

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