Mehr als 1.000 Polizisten im Einsatz:Geldwäsche-Razzia: "Hells Angels" offenbar im Fokus
Mehr als 1.000 Einsatzkräfte gehen seit dem Morgen gegen ein mutmaßliches Geldwäsche-Netzwerk vor. Berichten zufolge handelt es sich um eine Vereinigung um die "Hells Angels".
In vier europäischen Ländern geht die Polizei mit einer Großrazzia gegen ein Geldwäsche-Netzwerk vor, das offenbar dem Umfeld der "Hells Angels" zugeordnet wird. Mehr als 1.000 Einsatzkräfte durchsuchen über 100 Objekte.
30.09.2026 | 0:20 minIm Kampf gegen die Organisierte Kriminalität und Rockerbanden sind am Mittwoch mehr als 1.000 Einsatzkräfte gegen ein deutschland- und europaweit tätiges kriminelles Netzwerk vorgegangen. Bei den Razzien gegen insgesamt 71 Beschuldigte sollten 14 Haftbefehle vollstreckt und fast 50 Millionen Euro beschlagnahmt werden, teilte die federführende Staatsanwaltschaft Duisburg mit.
Bericht: Einsatz gegen Kriminelle um "Hells Angels"
Unter den Beschuldigten sind laut den Ermittlungsbehörden "Verantwortliche eines bundes- und europaweit tätigen Geldwäschenetzwerks und hochrangige Mitglieder einer Rockergruppierung". Ihnen werde "insbesondere die Bildung einer kriminellen Vereinigung, räuberische und gewerbsmäßige Erpressung, banden- und gewerbsmäßiger Betrug und gewerbsmäßige Geldwäsche vorgeworfen", hieß es in einer Mitteilung. Außerdem gehe es um Waffendelikte, Körperverletzung und Steuerhinterziehung.
Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur handelt es sich um eine kriminelle Vereinigung um die "Hells Angels".
Zahlreiche Durchsuchungen in NRW - Großeinsatz in Duisburg
Ein dpa-Reporter beobachtete am Morgen einen sehr großen Polizeieinsatz mit Spezialeinsatzkräften (SEK) an der Adresse eines einflussreichen "Hells Angels"-Rockers in Duisburg.
Die Polizei berichtete von zahlreichen Durchsuchungsmaßnahmen in NRW. Parallel dazu finden den Angaben zufolge Durchsuchungen von sechs Objekten in den Ländern Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg, Berlin und Bayern sowie von sieben Objekten in Belgien, Bulgarien und den Niederlanden in eigener Zuständigkeit statt.
Erst im April ging die Polizei bei einer Großrazzia mit 1.200 Beamten in 28 Städten gegen die "Hells Angels" vor.
28.04.2026 | 1:19 minErmittlungen durch Staatsanwaltschaft Duisburg
Federführend bei den Ermittlungen ist die Staatsanwaltschaft Duisburg, das Landesamt zur Bekämpfung der Finanzkriminalität in NRW ist ebenfalls involviert.
"Der Fall verdeutlicht exemplarisch die Verflechtung krimineller Gruppierungen im Bereich der Organisierten Kriminalität und der internationalen Wirtschaftskriminalität", so die Ermittler:
Durch professionelle Verschleierungshandlungen werden dabei erhebliche Geldbeträge einem künstlichen Wirtschaftskreislauf zugeführt und durch Straftaten erlangtes Vermögen unter anderem in Firmen und Grundbesitz investiert.
Mitteilung der Ermittler
Reul: "Wir sind noch lange nicht fertig"
Nordrhein-Westfalens Innenminister Herbert Reul bezeichnete die Razzia als den "größten Schlag gegen die Organisierte Kriminalität seit mehreren Jahren". "Mehr als 1.000 Einsatzkräfte, mehrere Länder, rund mehrere Millionen Euro gesichert. Das ist eine Hausnummer", sagte der CDU-Politiker der Deutschen Presse-Agentur. Reul stellte klar:
Dieser Erfolg ist kein Zufall. Er ist das Ergebnis von jahrelanger fleißiger Polizeiarbeit.
Herbert Reul, Nordrhein-Westfalens Innenminister
Er kündigte an: "An alle, die sich angesprochen fühlen: Wir sind noch lange nicht fertig. Wir bleiben dran."
NRW-Finanzminister Marcus Optendrenk (CDU) schilderte auf dpa-Anfrage: "Die Ermittlungen unserer Steuerfahndung sind oftmals der erste Ansatz, um das Dunkelfeld Organisierte Kriminalität zu erhellen und deren Strukturen zu zerschlagen." Das Landesamt zur Bekämpfung der Finanzkriminalität spiele als Teil eines wirksamen Kampfes gegen verbrecherische Parallelwelten eine entscheidende Rolle. "Wir werden diese in Nordrhein-Westfalen nicht dulden und gehen gemeinsam mit Polizei und Justiz gegen sie vor."
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