Epstein-Netzwerk: Reisepass-Kopien zeigen Spur nach Osteuropa

Reisepass-Kopien gefunden:Epstein-Netzwerk: Wohin eine neue Spur führt

von Arndt Ginzel und Martin Kraushaar

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Im Fall Epstein verstärken neue Recherchen den Verdacht eines international organisierten Netzwerks. Welche Spuren aus dem Epstein-Nachlass nach Osteuropa führen.

Bildmontage mit Fotos aus der Epstein-Akte: Kopien von anonymisierten Pässen junger osteuropäischer Mädchen und Jeffrey Epstein im Businessanzug mit Blick in die Kamera, der von einer dahinterstehenden ebenfalls anonymisierten Frau umarmt wird

Der US-Multimilliardär Jeffrey Epstein hat über Jahre gezielt Mädchen und junge Frauen sexuell missbraucht. Model-Agent Jean-Luc Brunel soll für ihn auch Frauen aus Osteuropa angeworben haben.

25.03.2026 | 19:05 min

Neue Recherchen zum Netzwerk um Jeffrey Epstein verdichten den Verdacht eines international organisierten Netzwerks: Junge Frauen wurden über Agenturen - unter anderem in der Ukraine - angeworben und weitervermittelt. Ausgangspunkt der Recherche sind Kopien von Reisepässen aus Russland, der Ukraine und Litauen. Sie stammen aus dem Nachlass des 2019 in einer Gefängniszelle gestorbenen Jeffrey Epstein.

Der Fund wirft Fragen auf. Das Ausstellungsdatum der Pässe liegt Jahre nach Epsteins Verurteilung im Jahr 2008. Das Netzwerk der sexuellen Ausbeutung existierte demnach bis zu seiner zweiten Verhaftung im Jahr 2019. Weitere Dokumente und Recherchen von ZDF frontal zeigen, wie Epstein an seine Opfer kam.

Fall Epstein: Klare Hinweise auf ein organisiertes Netzwerk

Neben Jeffrey Epstein ist der französische Model-Unternehmer Jean-Luc Brunel eine mögliche Schlüsselfigur. Seine Model-Agentur MC2 soll junge Frauen rekrutiert und sie an Epstein sowie dessen Umfeld vermittelt haben. Epstein finanzierte Brunels Agentur mit rund einer Million US-Dollar.

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Die Unterlagen zeigen deutlich, wie Brunel arbeitete. Besonders gefragt waren damals junge Frauen aus Osteuropa mit Reisemöglichkeiten, etwa mit Schengen-Visa. Scouts vor Ort knüpften zunächst persönliche Kontakte, oft in Modelkreisen oder auf Castings. Sie bauten Vertrauen auf. Brunel gab sich dann als Förderer aus und versprach internationale Karrieren.

Exklusiv: Gespräch mit ukrainischem Vermittler

Das ZDF konnte mit einem dieser damaligen Scouts sprechen. Vladimir Yudashkin bestätigt dabei Verbindungen zu Brunel. Yudashkin erklärt, Brunel habe rund 200.000 Dollar in seine Agentur in der Ukraine investiert. Außerdem habe er mehrere Models an Brunel vermittelt. Rekonstruierte Internetseiten von damals belegen, dass Models von Yudashkins damaliger Agentur zu Brunel wechselten.

Die im Februar vom US-Justizministerium veröffentlichten Akten zeigen, dass davon mindestens ein Model später Epstein angeboten wurde. Yudashkin erklärt, er habe über mögliche kriminelle Aktivitäten oder Menschenhandel nichts gewusst, auch wenn es Berichte über Verdachtsmomente rund um Epstein gab.

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Das US-Justizministerium hat weitere FBI-Dokumente der Epstein-Akten veröffentlicht. Darin enthalten sind auch Vorwürfe gegen US-Präsident Donald Trump.

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Aufklärung wird immer schwerer

Ob weitere ukrainische Models von Brunels Agentur MC2 an den verurteilten Sexualstraftäter Epstein weitervermittelt wurden, lässt sich nicht klären. Die Namen der meisten Frauen sind in den Epstein-Dokumenten des US-Justizministeriums geschwärzt.

US-Ermittler gehen davon aus, dass es etwa 1.000 Opfer des Epstein-Netzwerks gibt. Brunel selbst kann zur Aufklärung nicht mehr beitragen: Er wurde im Februar 2022 tot in seiner Gefängniszelle in Frankreich aufgefunden.

Über dieses Thema berichtete ZDF frontal in dem Beitrag "Jeffrey Epstein und sein Netzwerk in Europa" am 25.03.2026, online verfügbar ab 18:00 Uhr.

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