Erschütterungen mit 7,2 und 7,5:Zwei schwere Erdbeben erschüttern Venezuela
Zwei schwere Erdbeben haben am späten Mittwochnachmittag den Norden und das Zentrum Venezuelas erschüttert und in der Hauptstadt Caracas mehrere Gebäude zum Einsturz gebracht.
Die US-Erdbebenwarte USGS gab die Stärke des ersten Bebens mit 7,2 an, die des zweiten mit 7,5.
Quelle: AFPInnerhalb von weniger als einer Minute haben zwei sehr starke Erdbeben Venezuela erschüttert und beträchtliche Schäden angerichtet. Die US-Erdbebenwarte USGS gab die Stärke der Erschütterungen mit 7,2 und 7,5 an. Demnach zählten die Erdbeben zu den weltweit stärksten des laufenden Jahres.
Das zweite und stärkere Beben ereignete sich in einer Tiefe von nur 10 Kilometern, weswegen mit großen Schäden und auch Opfern zu rechnen ist. Einsatzkräfte suchen nach möglicherweise verschütteten Menschen. Die Regierung hat den Notstand ausgerufen.
Vor der philippinischen Insel Mindanao hat es Anfang Juni ein Erdbeben gegeben. Das Beben der Stärke 7,8 ließ Gebäude einstürzen, mindestens 15 Menschen starben.
08.06.2026 | 0:22 minMehrere Gebäude und Wohnhäuser eingestürzt
In der Hauptstadt Caracas stürzten Gebäude ein, wie im Fernsehen zu sehen war. In sozialen Netzwerken kursieren Videos von beschädigten Gebäuden und Schäden unter anderem am Flughafen von Caracas. Videos zeigen, wie verängstigte Menschen am Flughafen versuchten, sich in Sicherheit zu bringen, während der Boden bebte und Staubwolken aufstiegen.
Die geschäftsführende Präsidentin Delcy Rodríguez sprach von einem "Vorfall mit schwerwiegenden Folgen". Genaue Angaben zum Ausmaß der Schäden oder zu Opferzahlen machte sie nur wenige Stunden nach den Beben zunächst nicht. Priorität hätten nun die Rettungsarbeiten, sagte Rodríguez. Der Schulunterricht werde ausgesetzt, der Zugverkehr eingestellt. Auch der Flughafen Caracas habe wegen Schäden den Betrieb eingestellt.
Wir haben es mit einer äußerst alarmierenden Situation zu tun.
Diosdado Cabello, Innenminister von Venezuela
Warnung vor Nachbeben
In mindestens sieben Bundesstaaten sowie in Caracas sei das Beben zu spüren gewesen. Einige Gebäude seien eingestürzt. Innenminister Diosdado Cabello rief die Menschen dazu auf, an sicheren Orten zu bleiben.
Nach schweren Erdbeben seien normalerweise Nachbeben zu erwarten, die bereits beschädigte Gebäude zum Einsturz bringen könnten, warnte der Minister. Um Explosionen zu verhindern, hätten die Behörden angeordnet, die Gaszufuhr zu unterbrechen.
Ein Erdbeben der Stärke 7,4 hat im April Indonesien erschüttert. Mindestens eine Person wurde durch herabfallende Trümmer getötet. Menschen verließen ihre Häuser, um sich in Sicherheit zu bringen.
02.04.2026 | 0:24 minMachado drückt ihre Solidarität aus
Die venezolanische Friedensnobelpreisträgerin und Oppositionsführerin María Corina Machado, die sich derzeit nicht in Venezuela aufhält, schrieb auf der Plattform X: "Mein Herz, meine unendliche Umarmung und meine Gebete gelten in diesen Stunden der Not jeder venezolanischen Familie. Mögen Stärke, Ruhe und Solidarität in dieser schwierigen Zeit unter uns herrschen".
In der Hauptstadt Caracas durchsuchen Helfer die Trümmer.
Quelle: APZwischenzeitliche Tsunami-Warnung
Das Epizentrum des ersten Bebens am Mittwoch um 18:04 Uhr (Ortszeit; 00:04 MESZ Donnerstag) lag den Angaben zufolge 24 Kilometer östlich von San Felipe entfernt im Nordwesten des südamerikanischen Landes in einer Tiefe von 21,9 Kilometern. Das zweite Erbeben ereignete nur wenige Kilometer weiter nördlich.
Das US-Tsunami-Warnzentrum gab zunächst eine Warnung für Puerto Rico, die Jungferninseln sowie die vor der Küste Venezuelas gelegenen Inseln Aruba, Curacao und Bonaire heraus. Diese wurde jedoch nach etwa einer Stunde wieder aufgehoben.
Hohe Wahrscheinlichkeit zahlreicher Todesopfer
Allein in den relativ nahegelegenen Städten Puerto Cabello und San Felipe leben nach USGS-Angaben zusammen etwas mehr als 400.000 Menschen. Eine automatische Modellrechnung der US-Erdbebenwarte basierend auf der Stärke des Bebens und der Nähe einiger Städte legte eine sehr hohe Wahrscheinlichkeit von mehr als Tausend Todesopfern nahe. Von den örtlichen Behörden gab es dazu zunächst keine Angaben.
Die Millionenstadt Caracas, aus der nach den Beben die ersten Bilder und Berichte kamen, lag dabei nicht besonders nah am Epizentrum, sondern mehr als 150 Kilometer östlich davon.
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