Experten rechnen mit Tausenden Opfern:Schwere Erdbeben in Venezuela - THW schickt Helfer
Nach den schweren Erdbeben in Venezuela läuft die internationale Hilfe an. Während die Regierung von bislang über 200 Toten spricht, rechnen Experten mit viel höheren Opferzahlen.
Nach den verheerenden Erdbeben in Venezuela ist die Zahl der Opfer auf mindestens 188 gestiegen. Mehr als 200 Menschen sollen noch unter den Trümmern eingeschlossen sein.
25.06.2026 | 2:01 minBei den schweren Erdbeben in Venezuela sind nach Angaben von Gesundheitsminister Carlos Alvarado mehr als 235 Menschen ums Leben gekommen, mehr als 4.300 Menschen seien verletzt worden. Die Rettungskräfte suchen unter den Trümmern nach zahlreichen Verschütteten.
Die US-Erdbebenwarte USGS gab die Stärke der Beben mit 7,2 und 7,5 an. Dort schätzt man die Zahl der möglichen Todesopfer auf 10.000 bis 100.000 Menschen.
ZDFheute Infografik
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Venezuela: Warnung vor Nachbeben
Die Regierung von Venezuela rief den Notstand aus und sprach von großen Schäden. Fotos und Videos zeigten an mehreren Orten eingestürzte Gebäude. Der Zugverkehr im Land wurde eingestellt, der internationale Flughafen der Hauptstadt Caracas wurde wegen Schäden geschlossen.
Venezuelas Innenminister Diosdado Cabello sagte, die Beben seien in mindestens sieben Bundesstaaten sowie in Caracas zu spüren gewesen. Einige Gebäude seien eingestürzt. Er rief die Menschen dazu auf, wegen der zu erwartenden Nachbeben an sicheren Orten zu bleiben.
Nach zwei schweren Erdbeben in Venezuela laufen nationale und internationale Hilfen mit Hochdruck an. Noch ist die Lage unübersichtlich.
25.06.2026 | 12:11 minTHW schickt 50 Einsatzkräfte nach Venezuela
Das Technische Hilfswerk (THW) kündigte noch am Donnerstagabend an, dass knapp 50 Einsatzkräfte in das Katastrophengebiet fliegen werden. Im Vordergrund stehe aktuell die Bergung und Rettung von verschütteten Personen aus zerstörten Gebäuden, teilte das THW mit. Zu der Schnell-Einsatz-Einheit gehörten vier Rettungshundeführer mit jeweils einem Hund.
Der Abflug des THW-Teams sei am Freitagmorgen vom Fliegerhorst Wunstorf in Niedersachsen mit einer Bundeswehr-Maschine geplant, sagte eine Sprecherin des THW. Die Ausrüstung reiche von Feldbetten, über Duschen, IT-Ausstattung bis hin zu einer kleinen Wasseraufbereitung und Stromerzeugung.
In der Regel sagt man, 72 Stunden nach einem Erdbeben, das sind ganz entscheidende Stunden. Da können wir auch noch sehr viele Menschen lebend retten.
Sabine Lackner, THW-Präsidentin
"In den letzten 100 Jahren ist das eventuell das stärkste Beben", sagt Geophysiker Prof. Dahm. Das Ausmaß der bisherigen Nachbeben sei normal und es sei auch von weiteren Nachbeben auszugehen.
25.06.2026 | 5:50 minDas Bundesverteidigungsministerium hatte am Donnerstag mitgeteilt, die deutsche Bundeswehr stelle bis zu sechs Transportflugzeuge A400M zur Verfügung. Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) sprach in der Mitteilung von "vielen Tausenden Toten in Venezuela". Weiter hieß es: "Die beiden Erdbeben sollen mit die schwersten des laufenden Jahres gewesen sein."
Jetzt gilt es, schnell Hilfe zu leisten.
Boris Pistorius (SPD), Bundesverteidigungsminister
Die Momenten-Magnituden-Skala misst, wie stark ein Erdbeben war.
Auch Hilfswerke sagen erste Nothilfe zu
"Schwere Erdbeben sind besonders für Kinder eine traumatische Erfahrung", wies der Geschäftsführer von Unicef Deutschland, Christian Schneider, auf Gefahren für Kinder hin. Sie bräuchten dringend Schutz und psychosoziale Hilfe. Dafür wie auch für Hilfsgüter wie Trinkwasser, Hygieneartikel und Medikamente werde man 250.000 Euro bereitstellen.
Die Bevölkerung stehe unter Schock. So ein Ausmaß habe es bisher in Venezuela noch nicht gegeben, so der stellvertretende Deutsche Botschafter in Venezuela, Stephan Wendt.
25.06.2026 | 2:41 minDas Hilfswerk Malteser International kündigte ebenfalls Soforthilfe in Höhe von 250.000 Euro an, Caritas international weitere 100.000 Euro. Auch Mexiko schickt ein 250-köpfiges Team aus Rettungskräften und Medizinern mit vier Flugzeugen nach Venezuela, wie Präsidentin Claudia Sheinbaum mitteilte.
Die Situation sei unübersichtlich, sagt Christof Johnen vom Roten Kreuz. Der Bedarf an Hilfskräften sei viel größer als die zur Verfügung stehenden Ressourcen.
25.06.2026 | 3:51 minTrump sichert Venezuela Hilfe zu
Die venezolanische Friedensnobelpreisträgerin und Oppositionsführerin María Corina Machado, die sich derzeit nicht in Venezuela aufhält, schrieb auf der Plattform X:
Mein Herz, meine unendliche Umarmung und meine Gebete gelten in diesen Stunden der Not jeder venezolanischen Familie. Mögen Stärke, Ruhe und Solidarität in dieser schwierigen Zeit unter uns herrschen.
María Corina Machado, venezolanische Oppositionsführerin
US-Präsident Donald Trump sicherte dem südamerikanischen Land schnelle Hilfe zu. Er habe alle US-Behörden angewiesen, sich darauf vorzubereiten, schnell zu helfen, schrieb er auf seiner Plattform Truth Social.
In Spanien lebt die größte venezolanische Community in Europa, sie bangt nun um Verwandte und Freunde in der Heimat.
25.06.2026 | 2:05 minDas erste Beben hatte sich am Mittwoch um 18:04 Uhr (Ortszeit, 00:04 MESZ am Donnerstag) ereignet, 24 Kilometer östlich von San Felipe im Nordwesten von Venezuela in einer Tiefe von 21,9 Kilometern. Das zweite Erdbeben ereignete sich nur wenige Kilometer weiter nördlich.
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