Beschäftigte mit Migrationshintergrund oft in Mangelberufen

Statistik :Beschäftigte mit Migrationshintergrund oft in Mangelberufen

|

In Berufen, in denen es an Arbeitskräften fehlt, arbeiten häufig Menschen, die eine Einwanderungsgeschichte haben. Das zeigen Zahlen des Statistischen Bundesamtes.

Ob in Produktion, Gastronomie oder Pflege: In vielen Engpassberufen sind Mitarbeiter mit Einwanderungsgeschichte besonders stark vertreten. So hatten 60 Prozent der Beschäftigten in der Schweiß- und Verbindungstechnik im vergangenen Jahr eine Einwanderungsgeschichte, das teilt das Statistische Bundesamt mit.

In der Lebensmittelherstellung sowie bei Köchen traf dies auf mehr als die Hälfte zu (je 54 Prozent). Überdurchschnittlich hoch war der Anteil auch im Gerüstbau (48 Prozent), unter den Fahrern von Bussen und Straßenbahnen (47 Prozent), in der Fleischverarbeitung (46 Prozent) sowie unter Servicekräften in der Gastronomie (45 Prozent).

Zum Vergleich: In der Gesamtwirtschaft hatte gut ein Viertel (26 Prozent) aller abhängig Beschäftigten eine Einwanderungsgeschichte.

Einwanderungsgeschichte seit 1950

Unter "eine Einwanderungsgeschichte haben" versteht man, dass die betreffenden Personen selbst oder beide Elternteile seit dem Jahr 1950 nach Deutschland eingewandert sind. In sogenannten Engpassberufen herrscht oder droht der Bundesagentur für Arbeit (BA) zufolge ein Fachkräftemangel.

Deutlich über dem Durchschnitt liegt der Anteil der Beschäftigten mit Einwanderungsgeschichte auch in weiteren Mangelberufen - etwa in der Kunststoff- und Kautschukherstellung (44 Prozent), im Hotelservice (40 Prozent), bei Berufskraftfahrerinnen und -fahrern im Güterverkehr (39 Prozent), in der Metallbearbeitung (37 Prozent), in der Altenpflege (33 Prozent), bei Speditions- und Logistikkaufleuten (32 Prozent) sowie im Metallbau oder der Elektrotechnik (je 30 Prozent).

Wenig Eingewanderte bei Rettungsdienst oder im Lehramt

Der geringste Anteil an Beschäftigten mit Einwanderungsgeschichte in einem Engpassberuf war im Rettungsdienst (8 Prozent), in der Justizverwaltung (9 Prozent) und in der Landwirtschaft (15 Prozent) zu finden.

"37 Grad: Die Talent-Jäger - Kreativ gegen den Fachkräftemangel": Glaser Sterz und Azubi Sören sitzen in Arbeitskleidung auf der Hinterachse eines Lieferwagens, der auf einem Firmenhof parkt. Der Ältere hat dem Jüngeren den Arm um die Schulter gelegt, beide lächeln in die Kamera.

Wenn in einigen Jahren die Babyboomer in Rente gehen, werden Millionen Menschen auf dem deutschen Arbeitsmarkt fehlen.

17.10.2023 | 28:58 min

Auch wenn es sich nicht um Mangelberufe handelt, sind Menschen mit Einwanderungsgeschichte in einigen Berufsgruppen ähnlich stark unterrepräsentiert: Das trifft vor allem auf den Polizeivollzugsdienst (7 Prozent), Berufe in der öffentlichen Verwaltung sowie in der Sozialverwaltung und -versicherung (je 9 Prozent), auf Lehrkräfte (Primarstufe: 9 Prozent, Sekundarstufe: 12 Prozent) sowie auf Berufe in der Steuerverwaltung (10 Prozent) zu.

Icon von whatsapp
Quelle: dpa

Sie wollen auf dem Laufenden bleiben? Dann sind Sie beim ZDFheute-WhatsApp-Channel richtig. Hier erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten auf Ihr Smartphone. Nehmen Sie teil an Umfragen oder lassen Sie sich durch unseren Podcast "Kurze Auszeit" inspirieren. Zur Anmeldung: ZDFheute-WhatsApp-Channel.


Quelle: Reuters

Lassen Sie sich Beiträge von ZDFheute bevorzugt bei Google anzeigen

Jetzt aktivierenMehr erfahren

Mehr zum Thema

  1. Pflegekraft zieht ein Krankenbett durch den Gang eines Krankenhauses

    Arbeitsmarkt in Deutschland:Mehr ausländische Berufsabschlüsse anerkannt

    mit Video1:56

  2. Friedrich Merz bei der Pressekonferenz zu den Ergebnissen der Praesidiumsklausur der CDU im Konrad-Adenauer-Haus.
    Interview

    "Spielt vor allem der AfD in die Hände":"Stadtbild"-Aussage: Politologin kritisiert Merz' Wortwahl


  3. Ein Stapel mit Akten auf einem Schreibtisch.

    Arbeitsmarkt: Behörden als Hürde:So kompliziert ist es für ausländische Fachkräfte

    von Ziyad Farman, Carolin Kolbe

  4. Zwei Männer in einem Betrieb arbeiten zusammen an einem Werkstück.

    Fachkräfte aus dem Ausland:Aus Tunesien zum Arbeiten in den Westerwald

    von Julia Schröter
    mit Video1:56