Ebola außer Kontrolle? Alle 30 Minuten ein Toter im Kongo

Vereinte Nationen alarmiert:Ebola außer Kontrolle? Alle 30 Minuten ein Toter im Kongo

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Das Ebola-Virus im Kongo droht laut dem UN-Nothilfekoordinator alle Hilfsmaßnahmen zu überholen. Die Epidemie verlaufe so schnell wie "keine andere zuvor". Es gibt stündlich Tote.

Ein Mitarbeiter des Gesundheitswesens besprüht einen Kollegen mit Desinfektionsmittel.

In der Demokratischen Republik Kongo droht die Ebola-Epidemie außer Kontrolle zu geraten, so die Vereinten Nationen.

15.08.2026 | 0:20 min

Die Ebola-Epidemie in der Demokratischen Republik Kongo droht nach Angaben der Vereinten Nationen außer Kontrolle zu geraten. Inzwischen stirbt im Schnitt alle 30 Minuten ein Mensch an der Krankheit, wie der UN-Koordinator für humanitäre Hilfe, Tom Fletcher, am Freitagabend in Genf mitteilte. Es handle sich inzwischen um den sich am schnellsten verbreitenden Ausbruch der Infektionskrankheit, der je festgestellt worden sei.

"Mehr als 2.000 Menschen sind bereits gestorben. Viele weitere sind in Gefahr. Die Welt muss aufwachen und handeln", forderte Fletcher.

Wir dürfen nicht zulassen, dass das Virus unsere Gegenmaßnahmen überholt.

Tom Fletcher, UN-Nothilfekoordinator

Temperaturmessung an einer Person

Im Kampf gegen Ebola im Kongo versuchen auch deutsche Ärzte, so gut es geht zu helfen.

08.08.2026 | 2:34 min

Über 2.000 Tote in den letzten drei Monaten

Beim folgenschwersten Ebola-Ausbruch, den das Land je erlebt hat, starben zwischen 2018 und 2020 fast 2.300 Menschen bei 3.500 erfassten Erkrankten. In der derzeitigen Epidemie gab es nach jüngsten Angaben der kongolesischen Behörden nur drei Monate nach dem Ausbruch bereits 4.566 bestätigte Fälle und mindestens 2.128 Tote.

epa13127239 Staff prepare to bury the coffin of an Ebola victim in Bunia, Ituri province, Democratic Republic of Congo, 22 July 2026. According to the World Health Organization (WHO), the province of Ituri remains the epicenter of the Bundibugyo variant of the Ebola virus, reaching almost 1000 deaths. EPA/DIEUDONNE DIROLE

Ärzte im Osten der Demokratischen Republik Kongo kämpfen nicht nur mit Ebola - sondern auch mit fehlendem Personal, Geldmangel und Streiks. Die Zahl der Toten und Infizierten steigt.

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Kein Impfstoff gegen seltene Virus-Variante

Der am 15. Mai dieses Jahres ausgerufene Ausbruch betrifft mehrere Provinzen im von jahrzehntelanger Gewalt geprägten Osten des Landes. Am stärksten betroffen ist die Provinz Ituri. Es handelt sich um den 17. Ebola-Ausbruch in der Demokratischen Republik Kongo. Verursacht wird er von der seltenen Bundibugyo-Variante des Virus, gegen die es bislang weder einen zugelassenen Impfstoff noch eine spezifische Behandlung gibt.

Ebola wird durch direkten Kontakt mit Körperflüssigkeiten Infizierter übertragen und kann schweres hämorrhagisches Fieber auslösen. In den vergangenen 50 Jahren starben in Afrika mehr als 15.000 Menschen an der Krankheit.

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Quelle: KNA, AFP
Über dieses Thema berichtete heute Xpress am 15.08.2026 ab 12:00 Uhr.

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