Update am Abend: Spritpreis, Waffenruhe, Mario Adorf - der Tag

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Update am Abend:Spritpreis, Waffenruhe, Mario Adorf - der Tag

von Thorsten Duin

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ZDFheute Update

Guten Abend,

die Regierung ist bei den Spritpreisen unter Druck - kurzfristige Entlastungen sind aber noch nicht in Sicht. Die erwartet auch der Kartellamtschef nicht, fordert von den Konzernen aber, sinkende Ölpreise weiterzugeben. Wie es damit langfristig weitergeht, hängt von der Lage in Nahost ab - und die ist fragil.

Entlastungen: Merz dämpft Erwartungen

Das ist passiert: In Berlin dreht sich derzeit alles um die Frage: Wie lassen sich Autofahrer spürbar entlasten? Er erwarte von Finanzminister Lars Klingbeil und Wirtschaftsministerin Katherina Reiche, dass sie "zu gemeinsamen Vorschlägen kommen", sagte Merz heute - und dämpfte die Erwartung auf schnelle Entlastungen.

Das ist der Hintergrund: Reiche hatte sich etwa für eine höhere Pendlerpauschale ausgesprochen - die Entlastung aber käme erst mit der nächsten Steuererklärung bei den Verbrauchern an. Die SPD hält sie zudem für sozial ungerecht, weil sie Geringverdiener kaum entlaste. Bei den Sozialdemokraten werden eher Forderungen nach einem Spritpreisdeckel oder einer Übergewinnsteuer für die Mineralölkonzerne laut. Merz verwies zudem auf die bereits ausgeweiteten Befugnisse des Bundeskartellamts.

Das sagt der Kanzler: Sollten die Preise entgegen der "aktuellen Entspannungssignale" international weiter steigen, werde man "mit gezielten Entlastungen reagieren", erklärte Merz, ohne konkreter zu werden. In der Regierung müsse "noch Einvernehmen" erzielt werden. Zwei "Prinzipien" müssten aber gelten, so Merz: Entlastungen sollten gezielt ankommen und nicht mit der Gießkanne. Und es dürfe keine Markteingriffe geben, die zu Versorgungsengpässen führen, sagte er mit Blick auf "unsystematische Preisdeckel" in einigen europäischen Ländern.

Merz: Statement zur aktuellen politischen Lage

Pressestatement von Bundeskanzler Friedrich Merz

09.04.2026 | 20:17 min

Spritpreis: Kartellamtschef für Senkung

Das ist passiert: Die - wenn auch fragile - Waffenruhe in Iran hatte die Ölpreise zumindest vorübergehend nach unten gedrückt. Immerhin: An den Zapfsäulen schlug das nur mäßig durch - laut ADAC gingen die Preise dort am Mittwoch nur um rund drei Cent zurück. Sinkende Rohölpreise sollten sich "zeitnah an der Zapfsäule widerspiegeln", rügt Kartellamts-Präsident Andreas Mundt heute im "Handelsblatt". Die Preiserhöhungen jedenfalls seien "sehr schnell weitergegeben" worden.

Das ist der Hintergrund: Im Zuge der rasant gestiegenen Spritpreise bekam das Kartellamt mehr Befugnisse: Unternehmen sollen darlegen müssen, dass Preissteigerungen sachlich gerechtfertigt sind. Die Wettbewerbshüter sollen so leichter gegen überhöhte Spritpreise vorgehen können. Seine Behörde könne die Preise allerdings nicht "auf Knopfdruck senken", schränkt Mundt ein. Es brauche "gerichtsfeste" Belege, um möglichen Missbrauch von Marktmacht nachzuweisen. Auch Merz stellte klar: Das Kartellamt sei keine Preisaufsichts-, sondern eine "Missbrauchsaufsichtsbehörde".

Das sagen Experten: Der Wirtschaftsweise Gabriel Felbermayr erwartet auch für die kommenden Monate Preise auf hohem Niveau. Selbst wenn sich die Lage im Nahen Osten weiter beruhige: Tankstellenpreise von unter zwei Euro seien illusorisch, sagte er der "Welt". Umdirigierte Schiffe, Unsicherheiten bei Versicherungsprämien und Transitgebühren für Fahrten durch die Straße von Hormus - "selbst im besten Fall werden uns diese Verwerfungen noch Monate beschäftigen".

Kartellamtschef Andreas Mundt, Präsident des Bundeskartellamtes

ZDFheute am 09.04.2026 um 13:12 Uhr.

09.04.2026 | 0:23 min

Iran-Krieg: Fragile Waffenruhe

Das ist passiert: Nach dem "besten Fall" sieht es aktuell noch nicht aus. Nur wenige einzelne Schiffe haben seit Verkündung der Waffenruhe zwischen Iran und den USA die Straße von Hormus passiert, auch Schifffahrtsdaten zeigen wenig Bewegung - mit weiterhin massiven Auswirkungen auf den Welthandel.

Das ist der Hintergrund: Im Zuge der mit den USA vereinbarten Waffenruhe hatte Iran zwar eine Öffnung der Meerenge in Aussicht gestellt - derzeit deutet aber nichts darauf hin, dass Teheran die Kontrolle aufgeben will. Im Gegenteil: Heftige Angriffe Israels im Libanon und neuer Beschuss aus Iran auf Golfländer haben die Fronten zuletzt wieder verhärtet. Eine Entspannung hängt von einem dauerhaften Frieden in der Region ab. In den kommenden Tagen wollen Vertreter aus Washington und Teheran in Pakistan darüber sprechen.

Das sagen Experten: Das Waffenruhe-Abkommen sei "mit sehr heißer Nadel gestrickt" worden, sagt Nahost-Experte Cornelius Adebahr im ZDF-Mittagsmagazin. Für den Moment sei man damit zwar aus der Eskalation herausgekommen. "Das Schlechte ist, dass wir gerade sehen, wie unterschiedlich die Interpretationen sind", erklärte Adebahr auch mit Blick auf die israelischen Angriffe im Libanon - nach Ansicht Israels und der USA kein Bestandteil der Waffenruhe, Iran sieht das anders.

Cornelius Adebahr im Gespräch

ZDF-Mittagsmagazin am 09.04.2026 ab 13 Uhr

09.04.2026 | 4:04 min

Gesagt

Was brauche ich Gäste, wenn ich so viele gute Freunde habe ...

Promi-Wirt Paolo Rossini, gespielt von Mario Adorf

... mit diesen Worten weist Schickeria-Wirt Rossini im gleichnamigen Kinoerfolg die Laufkundschaft vor die Tür. Bei weitem nicht die einzige Rolle, mit der Mario Adorf unvergessen bleibt in der Kino- und TV-Geschichte. In mehr als 200 Produktionen wirkte er mit, vom "Winnetou"-Halunken über "Die verlorene Ehre der Katharina Blum", "Die Blechtrommel", Fassbinders "Lola" bis hin zu "Der große Bellheim", "Der Schattenmann", "Kir Royal" oder eben "Rossini". Dazu unzählige Schauspiel-Preise und dazwischen immer wieder die Theaterbretter. Ein Weltstar - auch wenn er das selbst nicht so sah. Nun ist Mario Adorf im Alter von 95 Jahren gestorben.

Im ZDF-Streaming-Portal sind das Porträt "Mario Adorf - Ein Leben" und "Winnetou" bereits abrufbar. Morgen um 0:30 Uhr zeigt das ZDF "Terra X History: Mario Adorf - eine deutsche Filmlegende" sowie am Samstag um 13:40 Uhr die Komödie "Krokodil".

Porträtfoto des Schauspielers Mario Adorf

09.04.2026 | 14:57 min

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Das Rezept finden Sie hier im Download.

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