Update am Morgen:Wenn Pop politisch wird
von Dorthe Ferber
Guten Morgen,
haben Sie gestern das ESC-Halbfinale gesehen? Morgen gibt es die Entscheidung beim Eurovision Song Contest in der Wiener Stadthalle. 166 Millionen Menschen in 37 Ländern schauten vergangenes Jahr dabei zu, der ESC-Pop ist populär.
Und der Pop ist längst politisch. Der Wettbewerb mit der Debatte um die Teilnahme Israels ist in diesem Jahr aufgeladen wie selten zuvor. Fünf Länder bleiben der Veranstaltung diesmal aus Protest fern. Darunter ist Spanien, einer der großen ESC-Geldgeber, sowie Irland, neben Schweden das Land mit den meisten ESC-Siegen.
Es gibt einen Boykott-Aufruf von tausend Musikern, darunter Brian Eno oder der Rapper Pashanim. Ein Gegenaufruf der "Creative Community for Peace" hat ebenfalls tausend Unterzeichner, etwa Boy George und Gene Simmons.
Angesichts von Boykott, Sicherheitsmaßnahmen und Buhrufen im Halbfinale für den israelischen Sänger Noam Bettan ist vom Titel der diesjährigen ESC-Veranstaltung "United By Music" nicht viel zu spüren.
Zurück zu Musik, Show und Unterhaltung appelliert jetzt der Antisemitismusbeauftragte der Bundesregierung, Felix Klein. Er spricht sich gegen eine "ungerechte Vereinnahmung dieses fröhlichen Festivals durch einzelne Polit-Aktivisten und gegen eine unzulässige Haftbarmachung des israelischen Teilnehmers für das staatliche Handeln Israels aus".
Auch Israels Fangemeinde fordert einen unpolitischen Wettbewerb. Man komme als Fan, nicht als Repräsentant des Landes, betont der Präsident des offiziellen Fanclubs OGAE Israel. Allerdings wird am Freitag in Wien gegen die Teilnahme Israels demonstriert, pro-palästinensische Aktivisten haben eine Demo mit 3.000 Teilnehmern angekündigt.
Wieder weg von Politik und hin zu Pop und Party - offen ist, ob das der ESC schafft. Und ob Deutschland es schafft, den ESC mit Sarah Engels endlich mal wieder zu gewinnen - das ist erst recht offen.
Mit oder ohne ESC - ich wünsche Ihnen ein schönes Himmelfahrtswochenende,
Dorthe Ferber, Korrespondentin im ZDF-Hauptstadtstudio
Was im Iran-Krieg passiert ist
Saudi-Arabien und Emirate haben Iran laut US-Medienbericht angegriffen: Es sei das erste Mal gewesen, dass die beiden arabischen Länder Iran direkt angriffen, berichtet die "New York Times" unter Berufung auf aktuelle und ehemalige ranghohe US-Beamte. Über Zeitpunkt und Ziele der unabhängig voneinander durchgeführten Attacken machten sie keine Angaben. Weder Saudi-Arabien noch die Emirate bestätigten die Angriffe.
Deutsche Marine erwägt stärkere Beteiligung in Hormus-Einsatz: Für einen möglichen deutschen Einsatz in der Straße von Hormus stellt das Verteidigungsministerium die Beteiligung von zusätzlichem Gerät und Personal in Aussicht. Bislang waren das Minenjagdboot "Fulda" und das Versorgungsschiff "Mosel" dafür vorgesehen. Daneben wird nun signalisiert, dass "auch autonome Minenabwehrsysteme, Minentaucher und spezialisierte Kräfte zum Schutz von Schiffen sowie eine hochrangige Beteiligung deutscher Stabsoffiziere in den Führungsstäben der Mission" zum Einsatz kommen sollen. Das teilt das Verteidigungsministerium mit.
Weitere News-Updates zur Lage und zu Reaktionen erhalten Sie jederzeit auch in unserem Liveblog zum Angriff auf Iran. Alle Berichte rund um Iran finden Sie auf unserer Themenseite.
Was im Ukraine-Krieg passiert ist
Mehr als 21 Tote durch massive russische Luftangriffe auf Ukraine: Drohnen, Raketen und Luftalarm in der ganzen Ukraine: Russland hat das Land nach einer Waffenruhe mit schweren Angriffen überzogen. Der Zeitpunkt sei "kein Zufall", sagt Präsident Wolodymyr Selenskyj.
Weitere News-Updates zur Lage und zu Reaktionen erhalten Sie jederzeit auch in unserem Liveblog zu Russlands Angriff auf die Ukraine.
Was heute noch wichtig ist
ZDFheute Xpress am 14.05.2026, 18:24 Uhr
14.05.2026 | 0:56 min- Bundesweite Warnstreiks im Handel: Verdi hat in den laufenden Tarifverhandlungen für diesen Freitag erste bundesweite Warnstreiks im Handel angekündigt. Beschäftigte aller großen Unternehmen und Unterbranchen sind aufgerufen, darunter Lebensmitteleinzelhandel und Bekleidung.
- Trump beendet Reise nach China: Zum Abschluss des Besuchs von US-Präsident Donald Trump in China stehen am Nachmittag (Ortszeit) eine Teezeremonie mit Staatschef Xi Jinping und ein Arbeitsessen auf dem Programm. Nach außen gaben sich beide demonstrativ freundlich: Xi sprach von Zusammenarbeit, Trump nannte Xi einen "großartigen Anführer". Doch vor allem beim Thema Taiwan bleiben die Spannungen groß.
ZDFheute live, 14.05.2026, 12:30 Uhr
14.05.2026 | 27:23 min- "Polarstern" kehrt in Heimathafen zurück: Nach 183 Tagen in der Antarktis und auf See soll das deutsche Forschungsschiff heute wieder in Bremerhaven einlaufen. Bei der Forschungsreise ging es vor allem um die Meereis-Bedeckung während des Sommers auf der Südhalbkugel. Seit etwa zehn Jahren geht auch im Weddellmeer das Meereis stark zurück.
heute in Deutschland, 10.05.2026, 12:58 Uhr
10.05.2026 | 1:06 minAusführlich informiert
Wie ist die aktuelle Lebensrealität in Iran? Wie ist die wirtschaftliche Situation, was machen die Internetsperren mit den Menschen und wie ist die Menschenrechtslage?
ZDF auslandsjournal, 13.05.2026, 22:15 Uhr
13.05.2026 | 6:37 minSport
Start der Eishockey-WM: DEB-Team auf der Suche nach sich selbst
Nach enttäuschenden Turnieren braucht der DEB bei der WM in der Schweiz ein Erfolgserlebnis. Zwar fehlen viele Stars, aber das könnte helfen, zur alten Identität zurückzufinden. Schon beim Auftakt am Nachmittag (16.20 Uhr) gegen Finnland können die deutschen Puckjäger an alte erfolgreichere Zeiten anknüpfen.
15.05.2026 | 3:19 min
Zahl des Tages
Der weltweite Weinkonsum ist im vergangenen Jahr auf den niedrigsten Stand seit 1957 gesunken. Nach Angaben der Internationalen Organisation für Rebe und Wein (OIV) sank der Konsum auf 208 Millionen Hektoliter - ein Minus von 2,7 Prozent gegenüber 2024 und von 14 Prozent gegenüber 2018. Gründe seien gesellschaftliche Veränderungen und wirtschaftliche Unsicherheiten.
Ein Lichtblick
Gute Nachricht für Italien-Fans: Insgesamt 525 Strände dürfen in diesem Jahr die blaue Flagge hissen - das sind 38 mehr als im Jahr zuvor. Die blaue Flagge ist ein internationales Gütesiegel der Umweltstiftung FEE - sie steht für sauberes Wasser und saubere Anlagen sowie für einen verantwortungsvollen Umgang mit Abwasser und Müll.
Quelle: Imago
Die blaue Flagge wird nicht an einzelne Strände, sondern an die Küstengemeinden vergeben. Dieses Jahr wurden somit 257 Küstenorte ausgezeichnet, in denen es 525 Strände gibt.
Gesagt
Wir müssen aufhören, uns selbst in die Ohnmacht und das Land in den Abgrund zu reden.
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier
Beim Deutschen Katholikentag in Würzburg hat sich Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier besorgt gezeigt über den weit verbreiteten Pessimismus im Land - er rief die Menschen zu Engagement und Zuversicht auf. "Gerade Christen müssen aufstehen gegen Weltuntergangsstimmung", mahnte Steinmeier. "Eine Welt ohne Hoffnung und ohne Zuversicht, das ist nicht unsere Welt."
Weitere Schlagzeilen
- Isolierter Inselstaat: CIA-Chef zu Gesprächen in Kuba
- Holocaust-Überlebende Eva Umlauf bei "Markus Lanz": Antisemitismus ist "salonfähig geworden"
- Eigenbedarfskündigung: Welche Ansprüche und Rechte Mieter haben
- Druck auf britischen Premier Starmer wächst: Gesundheitsminister tritt zurück
- Schwarzarbeit trotz Sozialleistung: Warum Bürgergeldbetrug nur schwer auffliegt
Die Nachrichten im Video
Kurznachrichten im ZDF - immer auf dem Laufenden
15.05.2026 | 1:56 minWenn Sie unser ZDFheute Update abonnieren möchten, können Sie das hier tun oder in Ihrer ZDFheute-App unter Meine News / Einstellungen / ZDFheute-Update-Abo.
So wird das Wetter heute
Am Freitag gibt es im Osten und Südosten nur selten Schauer. Im Osten ist es oft auch freundlich. Sonst entwickeln sich im Tagesverlauf wieder zahlreiche Schauer und Gewitter. Die Temperatur steigt auf Werte von 9 bis 17 Grad.
Quelle: ZDF
Den aktuellen Wetterbericht der ZDF-Meteorologen finden Sie jederzeit auf unserer Übersichtsseite.
Zusammengestellt von Doris Neu.
Alles gut? Danke, dass Sie unser ZDFheute Update lesen! Empfehlen Sie das Briefing gerne Ihren Freunden und Bekannten - hier ist der Anmeldungs-Link. Außerdem freuen wir uns weiterhin über Ihr Feedback, was Ihnen besonders gut gefällt und was wir noch besser machen sollten an zdfheute-feedback@zdf.de. Vielen Dank für Ihre Unterstützung!