Isolierter Inselstaat:CIA-Chef zu Gesprächen in Kuba
Die USA erhöhten zuletzt den Druck auf Kuba. Nun reist CIA-Chef John Ratcliffe nach Havanna und signalisiert Verhandlungsbereitschaft, knüpft diese aber an grundlegende Reformen.
Der Chef des US-Auslands-Geheimdienstes CIA, Ratcliffe, hat sich in Kuba mit hochrangigen Vertretern des Landes getroffen.
Quelle: APDer Direktor des US-Auslandsgeheimdiensts CIA, John Ratcliffe, hat sich auf Kuba mit Vertretern des sozialistischen Karibikstaats getroffen. Die Zusammenkunft mit ranghohen Beamten des Innenministeriums habe auf Antrag der US-Regierung stattgefunden, teilte die kubanische Regierung mit.
Mehrere US-Medien berichteten unter Berufung auf einen CIA-Beamten übereinstimmend, Ratcliffe habe sich unter anderem mit Kubas Innenminister Lázaro Álvarez Casas und mit Raúl Guillermo Rodríguez Castro getroffen, einem Enkel des kubanischen Revolutionsführers Raúl Castro.
Das Nachrichtenportal "Axios" und der US-Sender NBC News zitierten einen CIA-Beamten mit der Aussage, dass Ratcliffe nach Kuba gereist sei, um die Botschaft von US-Präsident Donald Trump zu überbringen, "dass die Vereinigten Staaten bereit sind, sich ernsthaft mit Wirtschafts- und Sicherheitsfragen zu befassen, jedoch nur, wenn Kuba grundlegende Veränderungen vornimmt".
Wegen einer US-Blockade erhält das verarmte Land seit Monaten keine Öllieferungen. Es gibt kaum noch Treibstoff und Strom. Nun droht auch die Tourismusindustrie zusammenzubrechen.
09.05.2026 | 1:52 minKuba: Keine Bedrohung für die USA
Von der kubanischen Regierung hieß es, der Besuch habe vor dem Hintergrund "komplexer" bilateraler Beziehungen darauf gezielt, den politischen Dialog zwischen beiden Ländern zu fördern.
Kubas Vertreter hätten bei dem Treffen mit Ratcliffe und der US-Delegation eindeutig nachweisen können, dass die Insel "keine Bedrohung für die nationale Sicherheit der USA" darstelle, erklärte die Regierung in Havanna.
Es gebe keinen Grund, das Land weiterhin auf der US-Liste der staatlichen Sponsoren von Terrorismus zu führen, für die Sanktionen gelten. Kuba finanziere oder dulde keine terroristischen Organisationen und habe "niemals feindliche Aktivitäten gegen die USA unterstützt".
Hunderte Menschen haben im kubanischen Havanna gegen immer wiederkehrende Stromausfälle protestiert. Seit der US-Blockade von Treibstofflieferungen hat sich die Energiekrise verschärft.
14.05.2026 | 0:26 minAngespannte Beziehungen
Seit der Revolution 1959 sind die Beziehungen zwischen beiden Ländern angespannt, mit dem jüngsten Regierungswechsel in Washington haben sie sich nochmals verschärft.
Als eine seiner ersten Amtshandlungen nach dem erneuten Einzug ins Weiße Haus hatte US-Präsident Donald Trump im Januar 2025 den von der Kommunistischen Partei regierten Inselstaat wieder auf die US-Terrorliste gesetzt.
Er erhöhte den Druck, um auf Kuba einen wirtschaftlichen und politischen Wandel im Interesse der USA zu forcieren. In den vergangenen Monaten führten die beiden Regierungen nach eigenen Angaben Gespräche, deren Inhalt nicht bekannt ist.
Stromausfälle, Benzinmangel und leere Apotheken belasten Kubas Gesundheitssystem. Durch die US-Sanktionen wird die medizinische Versorgung für Patienten und Ärzte zum Kampf.
06.05.2026 | 7:15 minRegierungskritikerin geht ins Exil
Parallel zu dem Besuch der CIA-Delegation kündigte das US-Außenministerium an, dass die 27-Jahre alte kubanische Regierungskritikerin Sissi Abascal Zamora und ihre Familie ins Exil in die USA gegangen seien.
Abascal wurde am Donnerstag (Ortszeit) aus der Haft entlassen. Sie war nach den großen Protesten vom 11. Juli 2021 gegen die Regierung zu sechs Jahren Haft verurteilt worden.
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