Druck auf Premier Starmer wächst weiter:Großbritannien: Gesundheitsminister Streeting tritt zurück
Der Rücktritt des britischen Gesundheitsministers ist eine Kampfansage an Keir Starmer. Er habe das Vertrauen in den Premier verloren, gibt Wes Streeting bekannt.
Der britische Gesundheitsminister Wes Streeting hat seinen Rücktritt eingereicht. Im Onlinedienst X nannte er die Amtsführung von Premierminister Starmer als Grund für sein Ausscheiden.
14.05.2026 | 0:24 minDer britische Gesundheitsminister Wes Streeting ist aus Protest gegen Premierminister Keir Starmer zurückgetreten. Erwartet wird, dass der 43-Jährige Starmer um den Vorsitz der Labour-Partei herausfordert. Mit dem Posten des Parteichefs ist auch das Amt des Premierministers verbunden, das Starmer im Falle einer Niederlage abgeben müsste.
Seinen Rücktritt gab Streeting in einem schriftlichen Statement auf der Plattform X bekannt. Er habe das Vertrauen in Starmers Führung verloren, heißt es darin. Es wäre "unehrenhaft und prinzipienlos", im Amt zu bleiben.
Mitteilung von Wes Streeting
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Streeting fordert Wettstreit der Ideen
Zudem sei es klar, dass Starmer "die Labour-Partei nicht in die nächste Parlamentswahl" führen werde. Die Debatte darüber, wie es weitergehe, müsse ein Wettstreit der Ideen sein und kein Kampf der Persönlichkeiten.
Sie muss breit angelegt sein und das bestmögliche Feld an Kandidaten umfassen.
Wes Streeting, Gesundheitsminister von Großbritannien
Nach der klaren Niederlage der Labour-Partei bei den britischen Kommunalwahlen gibt es – auch aus den eigenen Reihen – immer mehr Rücktrittsforderungen an Premierminister Starmer.
12.05.2026 | 1:43 minIn Großbritannien hatten Medien bereits seit Tagen über einen bevorstehenden Rücktritt Streetings spekuliert. Labour hatte in der vergangenen Woche massive Verluste bei den Kommunal- und Regionalparlamentswahlen zugunsten der Rechtspopulisten von Reform UK mit Brexit-Vorkämpfer Nigel Farage hinnehmen müssen. In der Folge war Starmer von etlichen Abgeordneten zum Rücktritt aufgefordert worden. Doch der Premier hielt an seinem Amt fest.
Premier Starmer könnte schon bald abgelöst werden
Um Starmer herauszufordern, benötigt Streeting die Unterstützung von 81 der über 400 Labour-Abgeordneten (20 Prozent), die ihn nominieren müssen. Das würde eine Urabstimmung unter Labour-Mitgliedern und weiteren Wahlberechtigten auslösen, bei der sich auch weitere Kandidatinnen und Kandidaten mit jeweils 81 Unterstützern aus der Fraktion bewerben könnten.
Starmer stünde als amtierender Parteichef automatisch zur Wahl. Über den zeitlichen Ablauf entscheidet das Exekutivkomitee der Partei. Letztmals gewann Starmer eine Wahl um den Parteivorsitz im April 2020, nachdem sein Vorgänger Jeremy Corbyn seinen Rücktritt angekündigt hatte.
Bei den Kommunalwahlen erleidet die Labour‑Partei Verluste. "Der Frust ist riesig und Starmers innerparteiliche Rivalen wetzen hinter den Kulissen", sagt ZDF‑Korrespondent Ulrich.
09.05.2026 | 2:28 minKampf um Labour-Vorsitz: Streeting gilt als Außenseiter
Starmer hatte Streeting am Mittwochmorgen zu einem kurzen Gespräch in der Downing Street empfangen. Ein Sprecher Starmers versicherte noch am Donnerstagfrüh, der Regierungschef habe "vollstes Vertrauen" in seinen Gesundheitsminister.
Eigentlich gilt Streeting aber nur als Außenseiter für die Führungswahl. Im linken Lager der Partei ist er verhasst. Zudem hatte er ein enges Verhältnis zum Labour-Veteranen Peter Mandelson, der wegen seines engen Verhältnisses zu Jeffrey Epstein in den Sog des Missbrauchsskandals um den verstorbenen US-Multimillionär und Sexualstraftäter geriet.
In England haben die Labour Partei und die konservativen Tories eine schwere Wahlniederlage erlitten. Denn Hunderte Gemeinderatsmandate gingen an die rechtspopulistische Partei Reform UK.
08.05.2026 | 3:09 minEx-Vizepremierministerin Rayner bringt sich ins Spiel
Dem Bürgermeister von Manchester, Andrew "Andy" Burnham, werden größere Chancen auf den Labour-Vorsitz eingeräumt. Die dafür nötige Rückkehr des 56-Jährigen ins Parlament wurde vom Labour-Führungskreis aber Anfang des Jahres verhindert.
Von der Parteilinken brachte sich überraschend Ex-Vizepremierministerin Angela Rayner ins Spiel. Die 46-Jährige war im September vergangenen Jahres wegen einer zu gering entrichteten Grunderwerbsteuer von ihrem Posten als Wohnungsbauministerin und Vize-Regierungschefin zurückgetreten. Rayner hatte stets beteuert, es habe sich um ein Versehen gehandelt. Dem "Guardian" gegenüber deutete sie nun an, bei einer Wahl um den Parteivorsitz antreten zu wollen.
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