Premier nach Wahlschlappe unter Druck:London: Starmer gibt Fehler zu - und kämpft um sein Amt
Nach massiven Verlusten seiner Labour-Partei bei den Regionalwahlen steht der britische Premier Keir Starmer unter Druck. In einer Rede versuchte er nun den Befreiungsschlag.
Nach dem Wahl-Debakel steht der britische Premier Starmer unter Druck. Er weist Rücktrittsforderungen zurück und will trotz wachsender Kritik innerhalb der Labour-Partei im Amt bleiben.
11.05.2026 | 1:11 minDer durch eine schwere Wahlschlappe seiner Labour-Partei in Bedrängnis geratene britische Premierminister Keir Starmer will im Amt bleiben. In einer mit Spannung erwarteten Krisenansprache richtete sich der 63-Jährige an seine Partei und das gesamte Vereinigte Königreich. Starmer übernahm die Verantwortung für das Wahldebakel seiner Labour-Partei am vergangenen Donnerstag - und kündigte an, jetzt vieles besser machen zu wollen.
Ich weiß, dass ich meine Zweifler habe, und ich weiß, dass ich ihnen das Gegenteil beweisen muss - und das werde ich.
Keir Starmer, Premierminister
Starmer stellte auch engere Beziehungen zur EU in Aussicht. Seine Regierung werde Großbritannien "ins Herz Europas" zurückholen, "damit wir in der Wirtschaft, im Handel und in der Verteidigung stärker werden", sagte Starmer am Montag in London in einer Rede. Der Brexit habe das Land "ärmer" und "schwächer" gemacht.
Bei den Kommunalwahlen erleidet die Labour‑Partei Verluste. "Der Frust ist riesig", sagt ZDF‑Korrespondent Ulrich.
09.05.2026 | 2:28 minStarmer gibt Fehler seiner Regierung zu
Starmer war in den vergangenen Monaten nicht nur von den Rechtspopulisten von Reform UK und von den Konservativen vor sich hergetrieben worden, sondern auch von den eigenen Reihen und Wählern. Viele Menschen, die den Labour-Mann im Sommer 2024 zu dessen triumphalem Wahlsieg verholfen hatten, wendeten sich ab.
Dem Premier werden etliche Fehlentscheidungen vorgeworfen. Kritik gibt es auch daran, dass Starmer den Jeffrey-Epstein-Vertrauten Peter Mandelson zum US-Botschafter ernannt hatte. Er trage die Verantwortung, sagt Starmer.
Natürlich haben wir, wie jede Regierung, Fehler gemacht, aber bei den großen politischen Entscheidungen lagen wir richtig.
Keir Starmer, Premierminister
In Großbritannien haben die Labour-Partei und die konservativen Tories eine schwere Wahlniederlage erlitten.
08.05.2026 | 3:09 minStarmer: Wandel gelingt nicht schnell genug
Starmer verteidigt seinen Kurs unter anderem mit der Entscheidung, sich nicht an den amerikanisch-israelischen Angriffen im Iran-Krieg zu beteiligen. Zudem verweist er auf die seiner Meinung nach sichtbaren Verbesserungen beim maroden Gesundheitssystem NHS sowie sinkende Migrationszahlen.
Allerdings räumt der Premier auch ein: "Das reicht nicht aus." Für die Britinnen und Briten, die den Status quo satthätten, käme der Wandel nicht schnell genug.
Der durch eine schwere Wahlschlappe seiner Labour-Partei in Bedrängnis geratene britische Premierminister Keir Starmer will im Amt bleiben.
Quelle: dpaWarnung vor "gefährlichen Gegnern"
Starmer warnte insbesondere vor dem Aufstieg der Rechtspopulisten im Vereinigten Königreich. Wenn seine Partei es nicht hinbekomme, werde das Land "einen sehr dunklen" Weg einschlagen. Unter anderem warnt Starmer vor einer für diesen Samstag angekündigten Rechtsdemo mitten in London.
Wir stehen nicht nur vor gefährlichen Zeiten, sondern auch vor gefährlichen Gegnern - sehr gefährlichen Gegnern.
Keir Starmer, Premierminister
Labour hatte bei den Regional- und Parlamentswahlen in England, Wales und Schottland am vergangenen Donnerstag massive Verluste hinnehmen müssen. Profitieren konnte davon in erster Linie die rechtspopulistische Partei Reform UK von Brexit-Vorkämpfer Nigel Farage. Zwar wird das britische Parlament (Stand jetzt) erst 2029 neu gewählt - das Wahlergebnis bedeutet aber eine enorme innenpolitische Schwächung für den Premierminister.
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