Weihnachtsstern: Wie die Pflanze der Umwelt gut tun kann

Nützlinge statt Pestizide:Weihnachtssterne: Der Anbau geht auch umweltfreundlich

von Anna-Maria Bolenius

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Der Weihnachtsstern zählt zu den beliebtesten Zimmerpflanzen der Deutschen. Immer öfter wächst er auch nachhaltig - mit Hilfe von Nützlingen, Luftstößen und torffreiem Dünger.

Sabine Platz im Gewächshaus mit Weihnachtssternen

30 Millionen Weihnachtssterne kaufen die Deutschen jedes Jahr. Doch wie belastet ist die empfindliche Pflanze? Sabine Platz schaut, wo die tropischen Adventspflanzen herkommen.

30.11.2025 | 43:42 min

Über 20 Millionen Weihnachtssterne werden jedes Jahr in Deutschland produziert und sorgen für festliche Stimmung. Immer mehr Gärtnereien denken dabei auch an den Klimaschutz - und setzen auf umweltfreundlichere Produktionsweisen.

Verzicht auf künstliche Pflanzenschutzmittel

Auch wenn Zierpflanzen nicht auf dem Teller landen, spielt Bio eine immer wichtigere Rolle. Chemische Pflanzenschutzmittel, Wachstumshemmer oder Torf belasten Umwelt, Böden und Beschäftigte. Bio-Betriebe verzichten deshalb auf synthetische Mittel.

"Bio ist nicht nur beim Essen ein Thema, sondern auch beim Schenken und Dekorieren", heißt es bei der Staatlichen Lehr- und Versuchsanstalt Heidelberg (LVG), die zum Thema Nachhaltigkeit beim Weihnachtsstern forscht. Nachhaltigkeit, so die Botschaft, beginnt bereits auf der Fensterbank.

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Neben dem Weihnachtsstern im Advent ist ein bunter Blumenstrauß immer ein schönes Geschenk. Doch die meisten Schnittblumen wachsen nur mit reichlich Kunstdünger und Pflanzenschutzmitteln. Slowflower und Bio-Blumen sind Alternativen.

12.05.2024 | 28:44 min

Kleine Insekten im Kampf gegen Schädlinge

Lange galt der Weihnachtsstern als empfindlich und pflegeintensiv. Schädlinge wie Weiße Fliegen setzten den Pflanzen in den Gewächshäusern stark zu. Pestizide waren deshalb lange Standard. Heute kommen verstärkt winzige Insekten zum Einsatz, die Schädlinge auf natürliche Weise bekämpfen.

Die Doku "Weihnachtssterne - Adventsdekoration aus den Tropen" zeigt den langen und oft wenig nachhaltigen Weg der festlichen Pflanze auf unseren Adventstisch. Sie können den Film am 30. November um 15:45 Uhr im ZDF sehen oder jederzeit im ZDF-Streaming-Portal.


Der Effekt der Nützlinge ist beeindruckend: Laut Gartenbau-Fachleuten konnte der Einsatz von Pestiziden beim Weihnachtsstern um bis zu 80 Prozent reduziert werden. Dadurch wachsen die Pflanzen stabiler, gesünder und nahezu rückstandsfrei. Das schont nicht nur die Umwelt, sondern entlastet auch das Personal in den Gärtnereien.

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FAQ

Frische Brise ersetzt chemische Mittel

Nachhaltiger Pflanzenschutz ist aber nur ein Teil der Entwicklung. Auch beim Wuchs geht es heute natürlicher zu. Weihnachtssterne sollen kompakt bleiben. Das wurde bisher durch den Einsatz chemischer Wachstumsregulatoren erreicht. Ein Forschungsprojekt der LVG Heidelberg zeigt, dass dies auch mit Luft erreicht wird.

Gezielte Luftstöße simulieren den Effekt von Wind und hemmen so das Längenwachstum.

Pflanzen können durch den Einsatz luftgesteuerter Reize im Wuchs gehemmt werden.

Ute Ruttensperger, Lehr- und Versuchsanstalt Heidelberg

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"Dabei spielt die Reizintensität eine entscheidende Rolle", erklärt Ute Ruttensperger von der LVG Heidelberg. Sie ist Projektleiterin einer Studie, die sich mit der Optimierung für die alternative Wuchsregulierung von Topfkulturen befasst.

Bei Versuchen mit Luftgeschwindigkeiten von acht bis zwölf Metern pro Sekunde blieben Weihnachtssterne deutlich kompakter, ganz ohne chemische Eingriffe. Für die Praxis heißt das: Statt Wachstumshemmer kommen Ventilatoren oder Druckluftsysteme zum Einsatz, die regelmäßig sanfte Bewegungen erzeugen.

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Torffreie Erde und natürlicher Dünger

Immer mehr Betriebe verzichten auf Torf und setzen auf organische und torffreie Substrate. Denn der Torfabbau zerstört wertvolle Moore, die als CO2-Speicher für den Klimaschutz wichtig sind. Als natürliche Alternativen kommen Kompost, Rindenhumus oder pflanzliche Reststoffe zum Einsatz.

Eine torffreie Düngung ist zwar zeitintensiver, aber durchaus möglich.

Robert Koch, Gartenbauingenieur

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"Das haben unsere Ergebnisse gezeigt", sagt Robert Koch, Gartenbauingenieur und Mitarbeiter der LVG Heidelberg. Der natürliche Dünger versorgt die Pflanzen langfristig mit Nährstoffen und fördert ein gesundes Wurzelwachstum, ganz ohne synthetische Zusätze.

Fachleute sehen darin einen wichtigen Schritt in Richtung geschlossener Nährstoffkreisläufe. Die torffreien Substrate speichern Feuchtigkeit, verbessern die Bodenstruktur und reduzieren gleichzeitig den CO2-Ausstoß.

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