Evolution nach Apokalypse: Warum Vögel die Dinosaurier überlebten

Die Erben der Dinosaurier:Warum kleine Vögel die Asteroiden-Apokalypse überlebten

von Bettina Blaß

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Als ein Asteroid die Erde traf, starben die Dinosaurier aus. Kleine Säugetiere und Vögel überlebten. Sie eroberten die nahezu leere Erde - und später auch wieder Bäume.

Ein Vogel mit pinkem und grünem Gefieder sitzt mit geöffnetem Schnabel auf einem kahlen Zweig und plustert sich auf.

Ein Asteroideneinschlag beendete vor 66 Millionen Jahren das Zeitalter der Dinosaurier. Dank ihrer Anpassungsfähigkeit überlebten die Vögel und entwickelten eine große Artenvielfalt.

09.10.2025 | 43:26 min

Der Asteroid, der vor 66 Millionen Jahren die Erde traf, soll Schätzungen zufolge einen Durchmesser von zehn bis 15 Kilometern gehabt haben. Sein Einschlag löschte drei Viertel aller Pflanzen- und Tierarten aus. Damit endete auch das Zeitalter der Dinosaurier.

Leben am Boden von Vorteil

Von den Säugetierarten überlebten nur die kleinsten. Außerdem Schildkröten, Krokodile und einige Vögel. Während große und schwere Vögel wie der bezahnte Janavis nicht ausreichend Nahrung finden konnten, war der Asteriornis als Generalist klar im Vorteil: Er war klein und leicht, fraß alles, was er finden konnte - und lebte am Boden. Sein Spitzname: "Wonderchicken".

Das Leben am Boden war nach dem Asteroideneinschlag vermutlich von Vorteil.

Daniel Field, Professor für Paläo-Ornithologie an der University of Cambridge

Über Jahrtausende sei es zu einem weltweiten Waldsterben gekommen, erläutert Daniel Field, Paläo-Ornithologe an der University of Cambridge. "Der Todesstoß für eine große Anzahl der auf Bäumen lebenden Vögel aus der Zeit der Kreidezeit."

Ein großer Asteroid schlägt auf den Planeten Erde ein.

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Keine Dinosaurier, aber ökologische Nischen

Zehn Millionen Jahre später, nachdem der Staub sich gelegt hatte und die Sonne wieder aufging, war die Erde fast leer. T-Rex, Triceratops, und die meisten Vögel waren ausgestorben.

Die überlebenden Vögel diversifizierten sich "wie verrückt", wie der Evolutionsbiologe Stephen Brusatte in der ZDFinfo-Dokumentation "Die Erben der Dinos - Herrscher der Lüfte" feststellt. "Die meisten heute bekannten Vogelarten - Strauß, Emu, Falke, Kolibri, Eulen, Singvögel und alles dazwischen - entwickelten sich in dieser außergewöhnlichen Zeit: in den Jahren und Jahrmillionen nach dem verheerenden Asteroideneinschlag", sagt Brusatte.

Sehen Sie die zweiteilige Reihe "Die Erben der Dinos" jederzeit im ZDF-Streaming-Portal.


Wann die Vögel wieder auf die Bäume kamen

In Dänemark, auf der nördlich von Jütland gelegenen Insel Fur, reichen geologische Schichten 55 Millionen Jahre zurück. Sie enthalten Hunderte von Vogelfossilien. Diese zeigen, dass sich zunächst Kranichvögel entwickelten, die am Boden nisten.

Ein Fundstück belegt, dass zu dieser Zeit erste Vögel schon komplexere Füße hatten, die beim Greifen und In-Bäumen-Sitzen hilfreich waren. Bei einem Fossil weisen zwei Zehen nach vorne und zwei zurück. Das ist eine Spezialisierung für das Leben auf Bäumen, wie man sie heute von Spechten oder Papageien kennt.

Computergeneriertes Bild von einem Yutyrannus und weiteren Dinosauriern, gemeinsam mit Vögeln am Himmel und auf dem Boden, im Hintergrund die Sonne.

Vögel sind die vielfältigste Gruppe der Landwirbeltiere und direkte Nachfahren der Dinosaurier. Ihre genaue Entwicklung zu modernen Vögeln ist lange ein Rätsel, das nun entschlüsselt wird.

09.10.2025 | 44:06 min

Für einige Zeit gab es wieder Riesen

In dieser neuen Welt nahmen manche Vogelarten enorme Dimensionen an - wie sie einst die Dinosaurier hatten. Vom Gastornis beispielsweise fand man 1855 in Paris Knochen. Sie wurden zur Grundlage für die Schauergeschichten über ein fleischfressendes Monster. Doch eine Analyse der Beinknochen ergab, dass er ein Pflanzenfresser war.

Ein weiteres Beispiel ist der Riesenpinguin Kumimanu. Er war fast so groß wie ein Mensch und hatte ein geschätztes Körpergewicht von rund 150 Kilogramm.

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Familie der Sperlingsvögel bildete Grundlage für heutige Vogelarten

Während Gastornis und Kumimanu wieder verschwanden, konnte die Familie der Sperlingsvögel sich ihrer Umwelt anpassen. Heute bilden sie die größte Gruppe, die in Städten, Parks oder Gärten leben. Zu ihnen zählen 6.000 Arten und somit "über die Hälfte aller Arten", wie Elizabeth Steell, Paläontologin am Girton College der University of Cambridge, betont.

Ihr evolutionärer Erfolg bildete die Grundlage für die heute mit über 11.000 Arten so vielfältige Welt der Vögel. Allerdings sind seit den 1980er Jahren in Europa rund 600 Millionen Vögel verschwunden. In Deutschland ist fast jede zweite Brutvogelart vom Aussterben bedroht. Schuld daran ist dieses Mal kein Asteroid: "Die Menschheit ist auf der ganzen Welt für das Aussterben von Vögeln und anderen Lebewesen verantwortlich", sagt Daniel Field.

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Über dieses Thema berichtete ZDFinfo in der Sendung "Die Erben der Dinos - Herrscher der Lüfte" am 26.04.2026 ab 16:30 Uhr.

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