Immer wieder stand der Planet am Abgrund:Die fünf größten Katastrophen der Erdgeschichte
von Andreas Singler
Eiszeiten, Vulkanausbrüche, Meteoriteneinschläge: Nach großen Blütephasen stand das Leben auf der Erde mehrfach vor dem Aus. Eine Liste der größten Massenaussterben.
Über Jahrmillionen beherrschen die Dinosaurier die Erde - bis sie plötzlich aussterben. Doch wie kommt es zu dieser Katastrophe, die unsere Welt für immer verändert?
12.10.2024 | 42:46 minDie Geschichte der Erde ist geprägt von blühendem Leben - und von großen Katastrophen. Auf unserem Planeten entstanden vor rund vier Milliarden Jahren erste biologische Strukturen. Seither trotzt das Leben allen Widrigkeiten. Die ZDFinfo-Dokumentations-Reihe "Katastrophen der Erdgeschichte" zeigt, wie mehrere große Massenaussterben das Leben auf der Erde in den letzten 450 Millionen Jahren immer wieder an den Rand des Abgrunds führten. Das waren die fünf größten Katastrophen:
Ordovizisches Massenaussterben vor 445 Millionen Jahren
Vor rund 445 Millionen Jahren fand das Leben ausschließlich im Meer statt. Gegen Ende des Kambriums, des ersten Abschnitts des Erdaltertums, hatte die Evolution gerade erst größere und komplexere Lebewesen hervorgebracht - doch nun bedrohte eine globale Eiszeit diese Entwicklung.
Bestes Beispiel: der Kopffüßer Cameroceras, ein riesiger Verwandter unserer heutigen Tintenfische. Sein Panzer wurde bis zu neun Meter lang. Doch auch der größte Jäger seiner Zeit musste vor der globalen Kälte kapitulieren.
Im Paläozoikum, dem Erdaltertum, entsteht erstes komplexes Leben und eine nie da gewesene Artenvielfalt. Doch das größte Massenaussterben der Erdgeschichte verändert alles.
12.10.2024 | 42:56 minMit der einsetzenden Eiszeit veränderten sich die Bedingungen in den Ozeanen drastisch. Ein Absinken des Meeresspiegels ließ viele flache Küstengewässer verschwinden. In Teilen des Ozeans kam es zudem zu Sauerstoffmangel. Besonders betroffen waren flache Meeresregionen. Die Folge: Rund 85 Prozent aller Meereslebewesen verschwanden. Als mögliche Ursache der Kältephase gilt eine großflächige Vereisung des damaligen Superkontinents Gondwana.
Sehen Sie die Doku-Reihe "Katastrophen der Erdgeschichte" am 19. März ab 18:45 Uhr bei ZDFinfo oder jederzeit im ZDF-Streaming-Portal.
Devonisches Massenaussterben vor 372 Millionen Jahren
Im dritten Abschnitt des Erdaltertums, dem vor 419 Millionen Jahren beginnenden Devon, erholte sich das Leben - und entwickelte sich weiter. Erstmals wuchsen sogar Pflanzen an Land. Im Tierreich entstanden neue Gruppen von Fischen, etwa Panzerfische und frühe Knochenfische.
Doch diese Phase der Vielfalt hielt nicht dauerhaft an. Es kam zum devonischen Massenaussterben, das sich über mehrere Millionen Jahre hinzog. Viele der neuen Erdbewohner verschwanden wieder. Darunter Meereslebewesen wie Korallen, kieferlose Fische und auch die lange Zeit erfolgreichen Trilobiten - eine ausgestorbene Gruppe früher Gliederfüßer.
Rund 40 Prozent aller marinen, also in Meeresgewässern beheimateten Gattungen gingen so verloren. Vermutlich spielte Sauerstoffmangel in den Meeren eine wichtige Rolle. Als mögliche Ursache dafür gelten Klimaveränderungen in Folge vulkanischer Aktivitäten.
Womöglich ist unser Planet vor über zwei Milliarden Jahren vollständig von Eis bedeckt. Könnte frühes Leben für eine der ersten Katastrophen der Erdgeschichte verantwortlich sein?
12.10.2024 | 42:29 minPerm-Trias-Aussterben vor 252 Millionen Jahren
Beim sogenannten "Großen Sterben" verschwanden zum Ende des Erdaltertums rund 95 Prozent aller im Meer lebenden Arten und etwa 70 Prozent der Landwirbeltiere. Die chemische Analyse der fossilen Schalen von Brachiopoden - muschelähnliche Armfüßer - zeigt eine verhängnisvolle Übersäuerung der Meere am Ende des Erdaltertums.
Was war die Ursache? Der Sibirische Trapp, eine der größten Vulkanlandschaften der Erde, setzte mehrere Millionen Kubikkilometer Lava frei. Die unfassbare Menge Lava war genug, um die gesamten USA unter einer 400 Meter dicken Schicht zu begraben. Die gewaltigen Ausbrüche führten zu globaler Erwärmung, saurem Regen und einer dramatischen Senkung des Sauerstoffgehalts in der Atmosphäre.
Unsere Erde entsteht vor mehr als 4,5 Milliarden Jahren aus Gas und Staub. Asteroideneinschläge und Kollisionen bedrohen den jungen Planeten. Wie wird er zu einem Ort, an dem Leben entsteht?
12.10.2024 | 43:06 minTrias-Jura-Aussterben vor 201 Millionen Jahren
Extremer Vulkanismus gilt auch als mögliche Ursache für das Massensterben vor 201 Millionen Jahren an der Wende von der Trias zum Jura. Rund drei Viertel aller Arten verschwanden damals. In alten Gesteinsschichten ließ sich für diesen Zeitraum ein Anstieg von CO2 nachweisen - ein Hinweis auf eine globale Erwärmung. Neue Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass dem raschen Verschwinden zahlreicher Tier- und Pflanzenarten ein länger andauernder Niedergang der Ökosysteme vorausging.
Viele frühe Reptilienarten fielen diesem Massenaussterben zum Opfer. Dadurch wurde der Weg frei für den Siegeszug einer anderen Gruppe: der zunächst noch kleineren Dinosaurier. Sie sollten die Erde von nun an dominieren - bis zum nächsten Massenaussterben.
Schon bald nach seinem Erscheinen wird der Mensch zur dominierenden Spezies auf der Erde. Doch seine Existenz ist durch Klimakatastrophen und andere Naturgewalten bedroht.
12.10.2024 | 43:13 minKreide-Paläogen-Aussterben vor 66 Millionen Jahren
Der - vorerst - letzte partielle Weltuntergang vor 66 Millionen Jahren kostete an der Wende zur Erdneuzeit wiederum rund drei Viertel aller Tier- und Pflanzenarten das Leben. Nach fast 135 Millionen Jahren Erfolgsgeschichte waren diesmal die Popstars der Urzeit - die Dinosaurier - die Leidtragenden.
Auslöser einer Verkettung gigantischer Katastrophen war vermutlich der Einschlag eines etwa zehn bis 15 Kilometer großen Asteroiden auf der heutigen mexikanischen Halbinsel Yucatán. Er vernichtete zunächst alles, was sich im unmittelbaren Umfeld der Einschlagstelle befand. Feuersbrünste setzten große Mengen CO2 frei.
Entscheidend waren jedoch vor allem Staub, Ruß und Aerosole in der Atmosphäre, die das Sonnenlicht abschirmten. Der dadurch ausgelöste weltweite Temperaturrückgang führte zu einem massiven Artensterben und entzog vor allem den Riesensauriern die Nahrungsgrundlagen.
Ihre gefiederten Verwandten - die Vögel - entwickelten sich dagegen prächtig. Nun war Platz für kleinere Arten und neue ökologische Nischen. Vor allem Säugetiere profitierten vom Verschwinden der Dinosaurier - und mit ihnen schließlich auch der Mensch.
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