Worüber VW und IG Metall beim Krisengipfel sprechen

Autobauer in der Krise:Worüber VW und IG Metall beim Krisengipfel sprechen

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Im Streit um den VW-Sparkurs treffen sich erneut IG Metall, Betriebsrat und Management zu einem sogenannten Überprüfungsgespräch. Worum es beim Krisengipfel geht: ein Überblick.

Während sich der Tarifkonflikt zwischen VW und der IG Metall zuspitzt, ruft Verdi zu bundesweiten Warnstreiks bei privaten Banken auf.

Die IG Metall schließt im Tarifkonflikt mit VW Streiks nicht aus, auch Verdi kündigt bundesweite Warnstreiks bei privaten Banken an. ZDF-Börsenexperte Frank Bethmann ordnet ein.

23.10.2026 | 1:08 min

Die IG Metall und die Arbeitgeberseite des Autobauers Volkswagen kommen in Hannover zu einem zweiten Überprüfungsgespräch zum Zukunftstarifvertrag von 2024 zusammen. Die Arbeitnehmervertreter fordern Antworten auf Fragen zur Zukunft der Werke des Autobauers bis in die 2030er Jahre.

Inzwischen hat der Konzernvorstand jedoch einen verschärften Sparkurs vorgestellt. Die Arbeitnehmerseite hat daher Zweifel mit Blick auf die Zukunftszusagen aus 2024, hieß es. Ein erstes "Überprüfungsgespräch" hatte es am 30. September gegeben - am selben Tag kündigte VW eine Reihe von Tarifverträgen.

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Die wichtigsten Fragen und Antworten im Überblick:

Was wird besprochen?

Es ist das zweite Gespräch in diesem Format. Wichtig ist: Es handelt sich nicht um Verhandlungen, sondern um eine Überprüfung des Zukunftstarifvertrags 2024. Voraussetzung ist, dass sich wesentliche Rahmenbedingungen der Einigung nach Auffassung einer Tarifpartei verändert haben. Die Regelung ermöglicht also beiden Seiten, das Gegenüber zu Gesprächen zu zwingen.

Die Arbeitnehmer hatten die Klausel Mitte September gezogen - und nach den Sparbeschlüssen des VW-Aufsichtsrats Klarheit darüber verlangt, ob und wie VW die Zusagen aus dem hart erkämpften Abschluss einhält. Das Management hatte im Gegenzug ebenfalls ein Gespräch beantragt, um darzulegen, weshalb die damals vereinbarten Einsparungen nicht mehr ausreichen.

Was hat das erste Gespräch ergeben?

Wenig. Das Unternehmen hat nach Gewerkschaftsangaben erhebliche Zweifel daran angemeldet, die im Abschluss von 2024 vereinbarten Investitionen in neue Modelle und Werke wie zugesagt umsetzen zu können. Niedersachsens IG-Metall-Bezirksleiter Thorsten Gröger sagte danach, man sei enttäuscht und wütend. Die Gewerkschaft erwartet nun Antworten auf einen Fragenkatalog.

Der Personalvorstand der Kernmarke VW, Arne Meiswinkel, hatte die Vorwürfe damals zurückgewiesen: "Volkswagen hält sich an Verträge." Ziel ist demnach, die bisher vereinbarten Maßnahmen konsequent umzusetzen und alle weiteren Möglichkeiten eines sozialverträglichen Personalabbaus auszuschöpfen.

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Was hat das mit der anstehenden Tarifrunde zu tun?

Zunächst nichts. Die Entwicklungen überlagern sich aber teilweise. Bereits am 23. September hatte die Gewerkschaft für die VW-Beschäftigten fünf Prozent mehr Geld gefordert.

Das Unternehmen kündigte wiederum nach dem ersten sogenannten Überprüfungsgespräch eine ganze Reihe von Tarifverträgen. Es wurden dabei insgesamt zehn Verträge zum 31. Dezember 2026 vollständig oder zum Teil gekündigt - darunter der Manteltarifvertrag, der unter anderem Arbeitszeit und Urlaub umfasst. Andere Verträge regeln beispielsweise die Eingruppierung in Entgeltgruppen sowie Zulagen. Nicht sämtliche darin enthaltene Regelungen fallen aber unmittelbar weg.

Konkret betroffen sind die Beschäftigten der Volkswagen AG in Deutschland. Dazu zählen die Volkswagen Pkw und Nutzfahrzeuge, die Komponentensparte und weitere Konzernbereiche. Der Haustarif gilt für rund 130.000 Menschen.

Was ist der Zukunftsplan 2030?

Der Aufsichtsrat von Volkswagen hat sich angesichts wirtschaftlicher Probleme Anfang September auf diesen Plan des Vorstands geeinigt. Dieser soll VW deutlich profitabler machen. Das Management hat seitdem ein Mandat, den Konzern umzubauen und Milliarden einzusparen.

Das Ziel: Bis 2030 sollen von 100 Euro Umsatz neun Euro operativer Gewinn bleiben. Zuletzt waren es 3,80 Euro. Weltweit will der Vorstand in den nächsten Jahren unter anderem 50.000 Jobs streichen - zusätzlich zu bisherigen Abbauprogrammen. Die Hälfte könnte auf Deutschland entfallen.

Darüber hinaus ist die Zukunft der VW-Werke in Emden, Hannover und Zwickau sowie des Audi-Standorts Neckarsulm über die Jahre 2031 bis 2034 hinaus offen.

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Droht eine Mega-Verhandlungsrunde?

Möglicherweise. Die Kündigung der Tarifverträge soll nach Konzernangaben einen Verhandlungsraum öffnen. Dort dürften auch die Sparmaßnahmen des Zukunftsplans auf den Tisch kommen. Welche Änderungen an den Verträgen Volkswagen konkret erreichen will, ist bislang aber offen.

Zugleich fordert die IG Metall mehr Geld. Es gilt als unwahrscheinlich, dass all diese Stränge separat verhandelt werden. Und auch die Zukunft der bedrohten VW-Werke dürften die Verhandler nicht ausklammern können. Die Gespräche müssen spätestens Anfang Dezember beginnen.

Bahnen sich bei VW bald Streiks an?

Zunächst nicht. Im Gegensatz zur Tarifrunde in der Metall- und Elektroindustrie endet die Friedenspflicht bei VW erst am 31. Dezember. Danach sind Ausstände möglich - und nicht unwahrscheinlich.

In den Kündigungen sieht Gröger einen tiefen Bruch mit der VW-Kultur und eine Kampfansage an die Belegschaft. Betriebsratschefin Daniela Cavallo rechnete mit einer "heftigen Auseinandersetzung zum Jahreswechsel".

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Quelle: dpa
Über das Thema berichtet das ZDF fortlaufend. Etwa in der heute-Sendung am 07.10.2026 ab 17:00 Uhr sowie im Polit-Talk "Markus Lanz"  am 22.10.2026 ab 23:15 Uhr.

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