Milliardenschwere Porsche-Abschreibung:Volkswagen senkt Gewinnerwartung für 2026 deutlich
VW muss seine Gewinnprognose für 2026 wegen einer Porsche-Abschreibung in Milliardenhöhe deutlich senken. Auch das China-Geschäft und der Konzernumbau belasten den Autobauer.
VW muss seine Gewinnerwartung für das laufende Geschäftsjahr deutlich kappen.
Quelle: Ardan Fuessman/Eibner-PressefotoWegen einer milliardenschweren Abschreibung auf Porsche, schwacher Geschäfte in China und weiterer Kosten für den Konzernumbau senkt Volkswagen seine Prognose für das Geschäftsjahr 2026.
Der Autobauer rechnet nun damit, dass vom Umsatz höchstens ein Prozent als operativer Gewinn übrig bleibt. Bisher hatte der Konzern eine Spanne von 4,0 bis 5,5 Prozent erwartet. Im vergangenen Jahr lag die operative Umsatzrendite bei 2,8 Prozent.
Volkswagen steht vor einem harten Sparkurs: Der Aufsichtsrat berät über die Zukunft des Konzerns. 50.000 Stellen weltweit sollen wegfallen, Werke brauchen neue Perspektiven.
04.09.2026 | 2:34 minChina-Geschäft und E-Auto-Nachfrage drücken Gewinnprognose
Die niedrigere Gewinnerwartung geht den Angaben nach im Wesentlichen auf eine weitere Verschärfung des Marktumfelds, insbesondere in China, und eine schnellere Verschiebung der Nachfrage hin zu E-Autos zurück.
Was zunächst nach guten Nachrichten für VW klingt, hat einen Haken: Mit E-Autos verdient der Konzern aktuell noch weniger Geld als mit Verbrenner-Modellen. Zusammen führe das dazu, dass die Entwicklung hinter den ursprünglichen Erwartungen zurückbleibe - vor allem bei den Marken Audi und Volkswagen Pkw.
Porsche-Abschreibung belastet VW-Ergebnis
Hinzu kommen Sonderkosten in Milliardenhöhe: Insgesamt rechnet Volkswagen im laufenden Jahr mit einer Belastung von rund zehn Milliarden Euro, wie das Unternehmen weiter mitteilte. Rund 900 Millionen Euro seien bereits im ersten Halbjahr berichtet worden.
Das VW-Werk in Osnabrück beendet 2027 seine Autoproduktion. Nun wollen das Land Niedersachsen und israelische Investoren den Standort übernehmen und dort Rüstungsprodukte herstellen.
07.09.2026 | 1:33 minBesonders stark schlägt eine Abschreibung auf den Firmenwert der Stuttgarter Sportwagentochter Porsche zu Buche. Sie beläuft sich demnach auf rund sechs Milliarden Euro. Die Wertberichtigung ist nicht zahlungswirksam und belastet den operativen Gewinn im dritten Quartal. Hintergrund sind niedrigere Erwartungen an die künftige Entwicklung von Porsche.
Die Luxus-Marke - einst Gewinnperle des Konzerns - steckt bereits seit einiger Zeit in der Krise. Belastend wirken unter anderem ein Absatzeinbruch in China, die Zollpolitik der USA und Kurskorrekturen bei der Elektro-Strategie.
Weitere Milliarden-Belastung wegen Konzernumbau
Weitere Belastungen erwartet der Konzern unter anderem durch zusätzliche Vorruhestandsregelungen im Rahmen der Ende 2024 mit den Arbeitnehmern getroffenen Einigung. Bis 2030 hat VW den Abbau von konzernweit 50.000 Stellen in Deutschland angekündigt.
Bei der Kernmarke sollen 35.000 Jobs wegfallen, der Rest bei Töchtern. Mehr als 37.000 Beschäftigte haben nach früheren Angaben bereits entsprechende Vereinbarungen unterschrieben. Die jüngsten Pläne des Vorstands, weitere 50.000 Stellen weltweit abzubauen, sind darin nicht enthalten. Darüber muss zunächst verhandelt werden.
Im Volkswagen-Werk in Osnabrück sollen künftig keine Autos mehr gebaut werden, es soll zum Rüstungsstandort werden. Dazu ein Gespräch mit ZDF-Wirtschaftsexperte Frank Bethmann.
07.09.2026 | 1:12 minVerkauf von Osnabrücker VW-Werk belastet Ergebnis
Außerdem belastend wirken der angestrebte Verkauf des Werks Osnabrück an den Finanzinvestor Aurelius sowie das Land Niedersachsen, die den Standort auf Rüstung trimmen wollen. Hinzu kommen demnach nicht zahlungswirksame Wertberichtigungen bei Gesellschaften in China.
In Summe belasten die drei Effekte das zweite Halbjahr voraussichtlich mit rund zwei Milliarden Euro.
Mitteilung von Volkswagen
Volkswagen erwartet, dass der Großteil der zusätzlichen Sondereffekte im dritten Quartal erfolgswirksam erfasst wird. Ohne sie würde die operative Umsatzrendite 2026 nach Konzernangaben bei rund 4,0 Prozent liegen.
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