Volkswagen: IG Metall kritisiert mögliche Werksschließungen

Sparkurs von Volkswagen:"Macht mich wütend": IG-Metall-Chefin kritisiert VW-Vorstand

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IG-Metall-Chefin Christiane Benner kritisiert den VW-Vorstand scharf. Dieser verunsichere Beschäftigte mit möglichen Werksschließungen und weiterem Stellenabbau.

Schwerer Berufseinstieg für Ältere

Die IG-Metall-Vorsitzende Benner kritisiert den VW-Vorstand (ab Minute 03:15).

01.09.2026 | 6:28 min

Wenige Tage vor einer Aufsichtsratssitzung über den Sparkurs bei Volkswagen wirft IG-Metall-Chefin Christiane Benner dem Vorstand Fehler im Umgang mit der Belegschaft vor. Im ZDF-Morgenmagazin sagte sie:

Erstmal geht es gar nicht, dass ein Arbeitgeber und dass ein Vorstand Menschen so dermaßen verunsichert.

Christiane Benner, IG-Metall-Chefin

Es seien neue Zahlen und mögliche Werksschließungen in den Raum geworfen worden. "Wir erwarten, dass dort Perspektiven für die Beschäftigten aufgebaut werden."

IG-Metall-Chefin wirft VW-Chef schwere Fehler vor

Konzernchef Oliver Blume stelle sich mit der Ankündigung von Werkschließungen gegen Betriebsvereinbarungen und die historische Verantwortung des Konzerns, hatte Benner zuvor der "Augsburger Allgemeinen" gesagt.

Niedersachsen, Emden: Blick auf das Volkswagen Logo am Werk Emden.

Die IG-Metall-Vorsitzende Benner kritisiert den VW-Vorstand. Dieser hatte einen weiteren Stellenabbau und mögliche Werksschließungen ins Gespräch gebracht.

01.09.2026 | 0:44 min

Vor der Aufsichtsratssitzung, die nach Medienberichten an diesem Freitag stattfinden soll, kündigte Benner Widerstand an: "Mit der IG Metall werden die Werke in Emden, Zwickau, Hannover und Neckarsulm nicht geschlossen." Die IG-Metall-Chefin gehört dem Kontrollgremium an und ist stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende.

IG Metall kündigt Widerstand gegen Schließungen an

Bei Volkswagen wird derzeit über weitere Sparmaßnahmen debattiert. Der laufende Arbeitsplatzabbau - 50.000 Stellen bis 2030 - reicht aus Sicht des Vorstands um Konzernchef Oliver Blume nicht aus. Im Raum steht der Abbau weiterer zehntausender Stellen. Die VW-Werke Emden, Hannover und Zwickau sowie das Audi-Werk Neckarsulm stehen auf der Kippe. Für sie gibt es laut Blume noch "keine wettbewerbsfähige Belegung für die 2030er-Jahre".

"Es ist ein großer Fehler der VW-Führung, Werke in Emden, Zwickau, Hannover und Neckarsulm anzuzählen, 50.000 weitere Arbeitsplätze abbauen zu wollen und zugleich zu verkünden, die Umsatzrendite müsse von zuletzt 3,8 bis 2030 auf acht bis zehn Prozent steigen", betonte Benner.

VW-Krise: Zwickau bangt um seine Zukunft

In Zwickau ist wie auch an anderen VW-Standorten offen, wie es nach 2030 weitergehen soll. Dabei war es das erste Werk, das auf E-Mobilität setzte. Jetzt bangen 8.000 Beschäftigte um ihre Jobs.

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"Der Konzern kann die Werke in Emden und in Zwickau ebenso wenig wie Neckarsulm und Hannover schließen", sagte Benner. "Wir haben Ende 2024 eine Vereinbarung geschlossen, die der Vorstand unterschrieben hat und die er zu erfüllen hat", sagte die Gewerkschafterin. "Die Beschäftigten haben für Perspektiven auch auf Geld verzichtet", fügte sie hinzu.

Benner: Viele Arbeitsplätze in Ostdeutschland von Autoindustrie abhängig

Zudem habe VW auch aus seiner Geschichte eine gesellschaftliche Verantwortung. "Die historische DNA des Konzerns ist, dass Wirtschaftlichkeit und Soziales in einem ausgewogenen Verhältnis stehen", betonte Benner. So sei die Region Ostfriesland wirtschaftlich stark vom VW-Werk in Emden abhängig. "Da hängen etwa 30.000 Arbeitsplätze dran", sagte sie.

Niedersachsen, Wolfsburg: Oliver Blume, Vorstandsvorsitzender der Volkswagen Group, spricht bei der Betriebsversammlung von Volkswagen.

Bei VW wächst der Druck: In neun Betriebsversammlungen forderte die Belegschaft Klarheit über Sparpläne, Stellenabbau und die Zukunft deutscher Standorte.

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Auch Zwickau dürfe nicht geschlossen werden. Jeder vierte Arbeitsplatz in Ostdeutschland hänge von der Autoindustrie ab. VW müsse beide Werke mit neuen Modellen auslasten und neue Geschäftsmodelle für die Standorte finden.

Die Vorgehensweise des VW-Vorstands macht mich wütend: Warum verunsichert das Management um Blume die Beschäftigten in Emden und Zwickau jetzt, obwohl wir reichlich Zeit haben, Perspektiven für die beiden Standorte zu entwickeln?

Christiane Benner, IG-Metall-Chefin

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Quelle: ZDF, dpa, Reuters
Über dieses Thema berichtete das gemeinsame Morgenmagazin von ARD und ZDF am 01.09.2026 ab 05:30 Uhr.

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