Konzernchef Blume in Emden:Volkswagen will ein Viertel des Managements abbauen
Nun trifft es auch die Manager: VW muss den Rotstift anlegen und geht bis ganz nach oben. Alle müssten ihren Teil beitragen, so Konzernchef Blume bei einem Besuch in Emden.
Bei einer weiteren Betriebsversammlung stellt sich VW-Chef Oliver Blume den Fragen der Belegschaft in Emden und Zwickau.
26.08.2026 | 0:20 minAngesichts des Spardrucks bei Volkswagen soll es auch im Management des Autobauers spürbare Einschnitte geben. Man schaue dort genau hin und baue ein Viertel der Stellen ab, sagte Konzernchef Oliver Blume in Emden.
Alle Bereiche müssen ihren Teil beitragen. Es ist ein Kraftakt, der nur gemeinsam gelingen kann.
Oliver Blume, VW-Konzernchef
Arbeitskosten doppelt so hoch wie an anderen Standorten
Mit Blick auf den drohenden Stellenabbau insgesamt sagte der VW-Boss, dass es in einem nächsten Schritt insbesondere um die Kosten außerhalb der direkten Fahrzeugproduktion gehe - also: Konzernstellen, zentrale Funktionen, Entwicklung oder Vertrieb.
"Wir messen uns mit den besten Standorten Europas - mit dem Ziel, dauerhafte Wettbewerbsfähigkeit unseres Konzerns zu sichern", sagte Blume in Ostfriesland. Ihm zufolge betragen die Arbeitskosten aber mehr als das Doppelte vergleichbarer europäischer Standorte, und bei den Fabrikkosten liegen andere Werke deutlich günstiger. "Das ist kein Vorwurf, es ist die Realität, an der wir uns messen lassen müssen", sagte Blume.
ZDF-Wirtschaftsexperte Florian Neuhann ordnet die Lage von VW ein.
25.08.2026 | 1:13 minEmden, Zwickau und Hannover sowie Audi in Neckarsulm bangen
Sein Auftritt in Emden war mit Spannung erwartet worden, weil der Standort jüngst immer wieder zu den gefährdeten Werken gezählt wurde. Blume wiederholte, dass es für die vier Werke Emden, Zwickau und Hannover sowie bei der Tochter Audi in Neckarsulm derzeit noch keine "wettbewerbsfähige Belegung" für die 2030er Jahre gebe, Schließungen aber nicht entschieden seien.
Unser Ziel ist es, in den nächsten sechs bis zwölf Monaten belastbare Perspektiven für alle Standorte zu schaffen.
VW-Konzernchef Oliver Blume
"Sollte sich trotz aller Anstrengungen am Ende zeigen: Eine Nachbelegung ist nicht möglich, dann endet unsere Verantwortung nicht", so Blume. Blume hatte im Frühjahr angekündigt, an einem neuen "Zielbild 2030" für den Konzern zu arbeiten und dabei auch den Sparkurs deutlich verschärfen zu wollen.
Bei VW wächst der Druck: In neun Betriebsversammlungen bis Ende August fordert die Belegschaft Klarheit über Sparpläne, Stellenabbau und die Zukunft deutscher Standorte.
25.08.2026 | 2:37 minBlume in Zwickau erwartet
Seitdem wird bei VW um Zehntausende zusätzliche Jobs und vier ganze Standorte gebangt. Die zuletzt häufig genannte Zahl von 50.000 Stellen bezeichnet Blume als keine "Zielgröße", sondern eine "theoretische Rechengröße", die sich aus den Kosten ableitet. Etwa die Hälfte dieses Bedarfs sieht er in Deutschland und die andere weltweit in rund 170 Gesellschaften.
Betriebsrat und Gewerkschaft hatten in Emden schon im Juli mit Protesten auf die Berichte über verschärfte Sparpläne des Konzerns reagiert. Die Verwunderung darüber, dass das Werk Emden auf der Kippe stehen soll, war groß. Inzwischen baut VW in Emden nach einer Milliardeninvestition in sein Werk ausschließlich E-Autos wie den ID.7. In dem Werk arbeiten rund 7.700 Beschäftigte. Der Standort gilt in Ostfriesland als der wichtigste industrielle Arbeitgeber.
Denn schon Ende 2024 war dort der letzte Verbrenner vom Band gelaufen. Nach Emden sollte Blume weiter nach Zwickau reisen, wo ebenfalls um den Standort gebangt wird.
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