Vor Volkswagen-Betriebsversammlungen:VW-Chef schwört Belegschaft ein: "Alle müssen mitziehen"
Vor den anstehenden Betriebsversammlungen hat Konzernchef Oliver Blume an den Zusammenhalt der Belegschaft appelliert. Die Lage beim Autobauer sei "mehr als kritisch".
VW-Chef Oliver Blume schwört seine Belegschaft auf die nächsten Wochen beim Autobauer ein.
Quelle: dpaVW-Konzernchef Oliver Blume schwört die Belegschaft auf tiefgreifende Einschnitte ein und fordert angesichts einer globalen Branchenkrise Zusammenhalt. "Auf die nächsten Wochen kommt es an: Alle müssen mitziehen", sagte er der "Bild am Sonntag".
Wir haben den größten Transformationsplan in der Geschichte des Volkswagen-Konzerns aufgesetzt.
Oliver Blume, Vorstandsvorsitzender von Volkswagen
Nächste Woche findet eine Reihe von außerordentlichen Betriebsversammlungen bei Volkswagen statt. Die Arbeitnehmerseite hatte vor den Werksferien Details zu den Sparplänen verlangt.
Volkswagen kämpft mit sinkenden Gewinnen und hohem Spardruck. Der Konzern plant weitere Einschnitte, Werke und Arbeitsplätze stehen auf dem Prüfstand. Dazu Stephanie Barrett.
24.07.2026 | 1:04 minVW-Chef Blume: "Die nächsten Jahre sind entscheidend"
"Die nächsten Jahre sind entscheidend, wer im Rennen bleibt und wer an die Spitze fährt", sagte Blume weiter. Die Ursachen für den enormen Spardruck sieht er in einem fundamentalen Marktwandel und globalen Verwerfungen:
Die weltweite Autoindustrie ist in einer Mega-Krise. Und der Volkswagen-Konzern ist mittendrin.
Oliver Blume, VW-Chef
"Geopolitik, Handelsbarrieren, Regulatorik, schwache Märkte und massiver Wettbewerb fordern alle." Blume appellierte an den Kampfgeist der Belegschaft: "Für die Menschen, unser Unternehmen und die Wettbewerbsfähigkeit am Standort Deutschland."
Bis 2030 sollen 50.000 Jobs wegfallen, weltweit womöglich noch mehr, berichtet ZDF-Reporter Peter Kunz. Hauptgrund bleibt der Umsatzeinbruch in China und die steigenden Produktionskosten.
24.07.2026 | 3:33 minBlume: Lage bei Volkswagen "mehr als kritisch"
Blume hatte bereits im Frühjahr angekündigt, an einem neuen "Zielbild 2030" für VW zu arbeiten und dabei den Sparkurs deutlich zu verschärfen. Seitdem wird bei dem Konzern um vier Werke und bis zu 50.000 zusätzliche Stellen gebangt.
Blume hatte erst kürzlich in einem Interview im VW-Intranet gesagt, die Lage bei VW sei "mehr als kritisch". Es gebe dringenden Handlungsbedarf. Die Rendite von 3,8 Prozent sei zwar solide, reiche aber bei weitem nicht aus, um dauerhaft ausreichende Mittel für neue Technologien und Produkte sowie die Standorte zu erwirtschaften.
Bei Volkswagen drohen Werksschließungen an vier Standorten, darunter Zwickau. Nach der Aufsichtsratssitzung herrscht weiter Unsicherheit. Für die Region wären die Folgen gravierend.
10.07.2026 | 1:51 minMit seinen Plänen stieß der VW-Chef allerdings im Juli bei einer Aufsichtsratssitzung auf Widerstand bei den
Arbeitnehmern und dem Land Niedersachsen - Blume spricht dennoch von einer breiten Unterstützung im Aufsichtsrat. Allerdings scheinen die Fronten verhärtet zu sein: Die Familienholding Porsche SE, die unter anderem mit den VW-Granden Wolfgang Porsche (83) und Hans-Michel Piech (84) vertreten ist, soll beispielsweise auf ein hartes Durchgreifen pochen.
Bei der Porsche SE macht die Beteiligung an Volkswagen den Großteil der Bilanz aus, die Dividende aus Wolfsburg zählt zu den wichtigsten Einnahmequellen. Der Autobauer Porsche kündigte zuletzt den Abbau von 5.000 weiteren Stellen bis 2035 in Deutschland an. Auch weitere deutsche Autohersteller kündigten zuletzt Personalabbau an.
Die Konzernspitze von Autobauer Porsche hat sich mit dem Betriebsrat auf einen massiven zusätzlichen Stellenabbau geeinigt. Betroffen sind die Standorte Zuffenhausen und Weissach.
27.07.2026 | 1:32 minBetriebsversammlungen: VW-Vorstand tritt vor Belegschaft
Volkswagen steht vor einer heißen Phase. In den nächsten Tagen bis Ende August sind neun Betriebsversammlungen etwa in Hannover, Braunschweig, Salzgitter, Dresden, Chemnitz und Kassel-Baunatal geplant, bei denen der Vorstand der Belegschaft Rede und Antwort stehen soll. Den Auftakt macht am 25. August Wolfsburg, Tags darauf folgen Emden und Zwickau, den Abschluss macht am 31. August Hannover.
Mit Blick auf die als bedroht bezeichneten Werke in Emden, Hannover, Zwickau und Neckarsulm hatte Blume im Interview gesagt, dass es für diese Standorte heute keine wettbewerbsfähige Belegung für die 2030er-Jahre gebe. Eine Entscheidung über konkrete Werksschließungen sei nicht getroffen.
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