Konzern-Chef Blume nennt konkrete Zahl:VW: Offenbar bis zu 50.000 weitere Jobs in Gefahr
VW-Chef Oliver Blume beziffert erstmals die möglichen Einschnitte im Konzern: 50.000 weitere Stellen sind bedroht. Auch Werksschließungen sind nicht vom Tisch.
Volkswagen-Chef Oliver Blume will Fabrikschließungen im Ringen um die Zukunft zehntausender Arbeitsplätze vermeiden. Es gebe intelligentere Lösungen.
12.07.2026 | 0:22 minMitten im Ringen um die Zukunft des größten europäischen Autobauers hat Volkswagen-Konzernchef Oliver Blume erstmals das mögliche Ausmaß der erwarteten Einschnitte beziffert. Ohne Veränderung der Arbeitskosten würde sich eine Größenordnung von rund 50.000 Stellen weltweit ergeben, sagte er einem internen Interview im Volkswagen-Intranet zufolge, das der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Zuvor hatte der "Spiegel" berichtet.
Diese Zahl ergibt sich laut Blume aus dem Vorhaben, die Kosten für Verwaltung, Infrastruktur und Unterstützung des Kerngeschäfts auf ein wettbewerbsfähiges Niveau zu senken. Die entsprechenden Kosten lägen bei Volkswagen noch um 20 Prozent über dem Durchschnitt vergleichbarer Unternehmen. Das bedeute, dass "eine theoretische Ableitung ohne Veränderung der Arbeitskosten rund 50.000 Stellen weltweit ergeben" würde.
Nach zähem Ringen im Aufsichtsrat um neue Sparpläne herrscht bei Volkswagen weiter Unklarheit. ZDF-Börsenexpertin Valerie Haller mit der Analyse.
10.07.2026 | 1:01 minAusmaß des Personalabbaus steht wohl noch nicht fest
Derzeit werde in allen Marken, Gesellschaften und Regionen ermittelt, welche Anpassungen "nötig und möglich" seien. Personalkosten ergäben sich neben der Zahl der Beschäftigten aus den Arbeitskosten. "Diesen Hebel müssen wir ebenfalls ziehen", sagte er und deutete damit an, dass das genaue Ausmaß des Personalabbaus wohl noch nicht feststeht.
Bis 2030 hatte Volkswagen bereits den Abbau von konzernweit 50.000 Stellen in Deutschland angekündigt. 35.000 Jobs sollen bei der Kernmarke wegfallen, der Rest bei Töchtern wie Audi und Porsche. Mehr als 37.000 Beschäftigte hätten bereits entsprechende Vereinbarungen unterschrieben, bis zum Jahresende sollten rund 27.000 Beschäftigte ausgeschieden sein, sagte Blume nun.
Bei Volkswagen drohen Werksschließungen an vier Standorten, darunter Zwickau. Nach der Aufsichtsratssitzung herrscht weiter Unsicherheit. Für die Region wären die Folgen gravierend.
10.07.2026 | 1:51 minDiskussion über Werksschließungen bei VW
Die Äußerungen kommen wenige Tage nach der Aufsichtsratssitzung am Donnerstag, bei der Blume einem Medienbericht zufolge mit einem weitergehenden Sparpaket gescheitert sein soll.
Was konkret im abgelehnten Paket steht, war zunächst nur aus Medienberichten bekannt - demnach könnten bis zu 100.000 Stellen weltweit wegfallen, sogar von 120.000 war die Rede. Vier Werke des VW-Konzerns in Deutschland könnten zudem von Schließung bedroht sein: Hannover, Emden, Zwickau und das Audi-Werk in Neckarsulm.
VW kündigt weitere Sparmaßnahmen an. Die Autoindustrie ist angeschlagen, so wie der gesamte Industriestandort Deutschland. Auch Arbeitsplätze leiden unter der schlechten Lage der Industrie.
10.07.2026 | 2:32 minBlume: "Uns ist es wichtig, Beschäftigung zu sichern"
"Überkapazitäten kosten Geld", sagte Blume im VW-Intranet zu möglichen Werkschließungen. Und: "Die Wahrheit ist auch, dass wir heute für die Werke Emden, Hannover, Zwickau und Neckarsulm in den 30er-Jahren noch keine wettbewerbsgerechte Belegung bestätigen können." Wichtig sei ihm:
Intelligente Lösungen sind immer besser, als ein Werk zu schließen.
Oliver Blume, VW-Chef
Mut mache, dass die Fabrikkosten bei Volkswagen an den deutschen Standorten allein im vergangenen Jahr um 20 Prozent gesunken seien - das zeige in die richtige Richtung, sagte der Konzernchef. Auch alternative Lösungen würden geprüft, so sei Volkswagen für den Standort Osnabrück mit Unternehmen aus der Verteidigungsindustrie "in fortgeschrittenen Gesprächen". Er betonte: "Uns ist es wichtig, Beschäftigung zu sichern."
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