Krise bei Volkswagen:Berichte zu Stellenabbau: Lies kritisiert Konzernspitze
von Stefanie Reulmann
Vorschläge für Stellenabbau und Werksschließungen: Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies (SPD) kritisiert im ZDF, dass bei VW interne Informationen öffentlich geworden seien.
Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies (SPD) über die anstehenden Reformen der schwarz-roten Koalition und die Krise des Autobauers VW.
28.06.2026 | 3:59 minWeltweit könnte der Autobauer VW aktuellen Berichten zufolge 100.000 Stellen abbauen und zahlreiche Werke schließen. In Deutschland könnte das bis zu vier Standorte treffen, heißt es.
Lies: Keine Pläne, sondern "Vorschläge des Vorstandes"
Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies (SPD) sagt dazu am Abend in der ZDF-Sendung "Berlin direkt":
Es ist ein bisschen ärgerlich, dass das, was eigentlich intern in einem Aufsichtsrat diskutiert gehört, jetzt Teil der öffentlichen Debatte ist. Das ist erstmal eine Unart, finde ich.
Olaf Lies, SPD, niedersächsischer Ministerpräsident
Lies, selbst Mitglied im Aufsichtsrat von VW, sagt, so könne man "nicht miteinander umgehen". Es handele sich auch nicht um konkrete Pläne des Konzerns, sondern zunächst um "Vorschläge des Vorstandes, bei denen es nicht um Schließung geht, sondern um die Frage, wie geht’s eigentlich weiter an den Standorten".
Der Volkswagenkonzern will Berichten zufolge weitere drastische Sparmaßnahmen ergreifen. ZDF-Börsenexperte Frank Bethmann erläutert die Hintergründe.
26.06.2026 | 1:12 minSPD-Politiker warnt vor "einfachen Lösungen"
Der SPD-Politiker übt im ZDF deutliche Kritik an der Vorgehensweise der Konzernspitze. Wenn es darum gehe, einen Standort zu erhalten und wettbewerbsfähig zu bleiben, dürfe man nicht nur nach Lösungen suchen, indem man die vermeintlich "einfachen Maßnahmen" ergreife, nämlich Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu entlassen oder Standorte zu schließen, sagt er.
Bereits nach Bekanntwerden der Pläne hatte der niedersächsische Regierungschef signalisiert, einem solchen Kahlschlag nicht zuzustimmen. Er fordert, stattdessen müsse man "wettbewerbsfähig" und "technologisch führend" sein, "und wir müssen auch Märkte wieder sichern und erobern können". Diesen Anspruch "habe ich persönlich schon an einen Vorstand eines solchen Unternehmens", sagt Lies.
Werke in Neckarsulm und Hannover könnten geschlossen werden, so ZDF-Korrespondent Peter Kunz. Aber auch Zwickau und Emden, eine Katastrophe für die strukturschwachen Regionen.
26.06.2026 | 1:13 minLies will Teile der Produktion aus China zurückholen
Die Automobilbranche, einst Aushängeschild der deutschen Wirtschaft, steckt seit Jahren in der Krise. Hohe Kosten, hoher Konkurrenzdruck, Verlagerung von Produktionsstätten ins Ausland. Auch auf dem chinesischen Markt ist VW seit Jahren präsent, arbeitet mit chinesischen Partner, lässt Modelle vor Ort entwickeln und bauen.
Lies plädiert seit längerem dafür, Teile der Produktion wieder nach Deutschland zu verlagern. Das laste die Werke in Deutschland optimal aus und erhalte Arbeitsplätze. Und auch an der Wettbewerbsfähigkeit habe er keine Zweifel. Er sagt:
Zunächst mal muss man sagen, die Zeiten, in denen man mit Elektroautos Geld verdient, die kommen erst noch.
Olaf Lies, SPD, niedersächsischer Ministerpräsident
Deutschland müsse Wettbewerbsfähigkeit ausbauen
Die Anfangsjahre seien wegen hoher Investitionskosten schwierig gewesen. Aber inzwischen stehe Deutschland gut da. Man baue "das beliebteste Elektroauto, das es in Europa gibt." Und "wir bauen auch fantastische Verbrenner oder Hybride", sagt Lies.
Ziel müsse sein, den Standort Europa zu stärken und zu verhindern, dass der Markt von chinesischen Produkten zu sehr "bedrängt" werde.
Wir müssen die Stärkung der Industrie in Europa haben, aber wir müssen die Industrie in Europa auch so lange schützen, dass sie dem Wettbewerb gegenüber China standhalten kann.
Olaf Lies, SPD, niedersächsischer Ministerpräsident
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