Volkswagen: Stellenabbau soll laut Bericht massiver ausfallen

Angespannte Lage beim Autobauer:Bericht: VW will wohl deutlich mehr Stellen abbauen

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VW steht laut einem Bericht vor einem größeren Stellenabbau als bisher bekannt. Der Konzern kommentiert das bislang nicht, betont aber, man müsse sich schlanker aufstellen.

Symbolbild: Ein VW-Logo steht am Werk von Volkswagen Nutzfahrzeuge.

IG Metall und VW-Betriebsrat üben scharfe Kritik an Berichten über mögliche verschärfte Sparpläne bei VW (Symbolbild).

Quelle: dpa

Europas größter Autobauer Volkswagen steht einem Medienbericht zufolge vor einem weiteren massiven Stellenabbau. In den nächsten Jahren sollten demnach im Konzern weltweit bis zu 100.000 der aktuell rund 657.000 Arbeitsplätze wegfallen, berichtete das "Manager Magazin" am Freitag unter Berufung auf Insider. Das läge, sofern zutreffend, deutlich über den bislang kommunizierten rund 50.000 Stellen (konzernweit, überwiegend in Deutschland) bis 2030.

Wie genau sich die Zahl zusammensetze, sei demnach noch nicht klar. VW-Chef Oliver Blume habe seine Pläne für das Sanierungskonzept dem Vorstand vorgestellt. Ein zweiter Insider sagte dem Magazin, in dem zentralen Papier stehe bewusst keine eindeutige Zahl.

Schaltgespräch in der Börse mit Sina Mainitz

Auf der VW-Hauptversammlung machen die Aktionäre Druck. Die Rahmenbedingungen sollen nun weiter verschärft werden. In Wolfsburg sehe alles nach Transformation aus, so Sina Mainitz.

18.06.2026 | 1:28 min

VW will Unternehmen schlanker aufstellen

Ein VW-Sprecher erklärte dazu, sein Unternehmen kommentiere interne, vertrauliche Unterlagen nicht. Die zugrunde liegenden Sachverhalte würden in den zuständigen Gremien besprochen und verabschiedet. Diesem Prozess solle nicht vorgegriffen werden. Das Statement liegt ZDFheute vor.

Richtig ist, dass die gesamte Automobilindustrie und die Volkswagen Group eine tiefgreifende Transformation durchlaufen.

Sprecher von Volkswagen

Der gesamte VW-Konzern einschließlich der Marken und Gesellschaften müsse sich tiefgreifend verändern. Der Konzernvorstand habe dazu in den vergangenen Monaten intensiv an einem Zukunftsplan für die Neuaufstellung des Unternehmens gearbeitet.

Es geht darum, das Unternehmen insgesamt effizienter und schlanker aufzustellen sowie technologische Synergiepotenziale konsequent zu nutzen.

Sprecher von Volkswagen

Volkswagen

Der VW-Konzern kämpft mit sinkender Auslastung. Zudem sollen weniger Autos produziert werden.

18.06.2026 | 2:15 min

Scharfe Kritik von IG-Metall und VW-Betriebsrat

IG Metall und VW-Betriebsrat üben scharfe Kritik an den möglichen verschärften Sparplänen. "Sollten solche Pläne vorangetrieben werden, würden wir sie mit aller Macht verhindern", heißt es in einer gemeinsamen Stellungnahme von IG-Metall-Chefin Christiane Benner, Bezirksleiter Thorsten Gröger und Betriebsratschefin Daniela Cavallo. "Die erneuten Medienberichte verunsichern unsere Belegschaft und unsere Standortregionen zu Recht", heißt es in der Mitteilung.

Angriffe auf das VW-Gesetz, die Mitbestimmung und unsere Standorte sind unverantwortliche Drohungen.

Mitteilung von IG-Metall und VW-Betriebsrat

Auch der SPD-Politiker Adis Ahmetovic übt im Gespräch mit der Nachrichtenagentur Reuters deutliche Kritik: "Sollte die jüngste Meldung stimmen, wäre sie ein Frontalangriff und eine deutliche Kampfansage."

Das Volkswagen-Management scheint sich inzwischen vor allem mit Ankündigungen zum Stellenabbau profilieren zu wollen.

Adis Ahmetovic, Chef der SPD Hannover

So werde aber kein Aufbruch gelingen, sondern so vertiefe man die Krise. "Den Aufschwung, den wir brauchen, erreicht man nicht durch Kahlschlag, sondern durch Innovation, Qualität und Zukunftsorientierung." Er werde um jeden einzelnen Arbeitsplatz streiten und für jedes Werk kämpfen.

Das wird für das Management unbequem werden.

Adis Ahmetovic, Chef der SPD Hannover

peter-kunz

VW-Chef Oliver Blume hat auf der Hauptversammlung des Konzerns seinen Sparkurs verteidigt. "Die Unzufriedenheit bei den Aktionären ist massiv", so ZDF-Reporter Peter Kunz.

18.06.2026 | 1:45 min

Personalabbau: Bundesregierung äußert sich nicht

Die Bundesregierung will die Medienberichte nicht kommentieren. Man wolle zu konkreten Berichten keine Stellung nehmen, sagten der stellvertretende Regierungssprecher Sebastian Hille und der Sprecher des Wirtschaftsministeriums . "Wir versuchen, jede Schließung von Standorten in Deutschland natürlich zu verhindern", fügte der Sprecher des Wirtschaftsministeriums hinzu.

Am Ende sind das doch aber Entscheidungen der Unternehmen, die sie betriebswirtschaftlich treffen müssen.

Sprecher des Wirtschaftsministeriums

Aufsichtsrat soll Pläne am 9. Juli besprechen

Der Aufsichtsrat soll am 9. Juli über das Thema beraten. Offen ist, wie die Pläne des Vorstands dort insbesondere bei den Arbeitnehmervertretern sowie beim Land Niedersachsen ankommen. Dem Bericht zufolge könnten mittelfristig vier Werke geschlossen werden. Dabei gehe es um die VW-Werke in Hannover, Zwickau und Emden sowie das Audi-Werk Neckarsulm. Mit dem Auslauf der dort aktuell gefertigten Modelle würde die Produktion dem Plan zufolge gestoppt werden, hieß es.

Volkswagen- und Audi-Werke in Deutschland

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Zudem solle der Wolfsburger Autobauer völlig neu sortiert werden, heißt es in dem Bericht weiter. So sollten sowohl die Kernmarke Volkswagen als auch die Komponententochter aus dem Konzernverbund herausgelöst und in eigene Gesellschaften eingebracht werden. In der Logik könnten auch einzelne abgespaltene Marken einfacher am Kapitalmarkt platziert werden.

"Die Automobilindustrie ist und bleibt in einer Krise", erklärt der Chefvolkswirt Holger Schmieding.

Insgesamt kann der Ausbau der Rüstungs-, Luft- und Raumfahrtindustrie auf Dauer wahrscheinlich etwa die Hälfte der Verluste an Arbeitsplätzen und heimischer Wertschöpfung ausgleichen.

Holger Schmieding, Chefvolkswirt

Quelle: Reuters, dpa
Über die angespannte Lage bei VW berichtete das ZDF zuletzt im ZDFheute journal am 18.06.2026 ab 21:45 Uhr.
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