VW-Vorstand stellt "Zukunftsplan" vor - Einschnitte unklar

Modellangebot wird reduziert:VW-Vorstand stellt "Zukunftsplan" vor - Einschnitte unklar

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Der VW-Vorstand hat dem Aufsichtsrat seinen "Zukunftsplan" vorgestellt. Um Kosten zu senken, soll das Modellangebot halbiert werden. Klarheit über die Sparpläne gibt es nicht.

Mitarbeiter vom Volkswagen protestieren vor dem VW-Werk in Zwickau am 09.07.2026.

Keine Aussagen zu Werksschließungen oder Jobabbau: VW präsentiert nach der Aufsichtsratssitzung ein Maßnahmenpaket und den Zukunftsplan 2030.

Quelle: AFP

Der VW-Vorstand will den Konzern künftig strategisch neu ausrichten, "um die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens nachhaltig zu stärken". Das teilte der Konzern nach der Sitzung des Aufsichtsrats mit. Der Konzernvorstand habe "ein umfangreiches Maßnahmenpaket mit 12 Initiativen und das Zielbild 2030 vorgestellt", hieß es in einer Pressemitteilung.

Die Modellpalette wird auf die attraktivsten Marktsegmente konzentriert und schrittweise um bis zu 50 Prozent gestrafft - die Angebotskomplexität um bis zu 75 Prozent reduziert.

Volkswagen

"Wir machen den Volkswagen-Konzern schneller, robuster und wettbewerbsfähiger: durch weniger Komplexität, fokussierte Technologien, eine noch stärkere Ausrichtung von Produkten, Entwicklung und Produktion in den regionalen Märkten, den Abbau von Überkapazitäten, ein gestrafftes Beteiligungsportfolio und deutlich schlankere Strukturen", erklärte Volkswagen-Chef Oliver Blume am Donnerstagabend.

Angaben zu einem möglichen Stellenabbau und Werksschließungen, über die Medien zuvor berichtet hatten, machte er nicht.

Schaltgespräch Kruithoff

Das VW-Werk in Emden galt als Zukunftswerk für E-Mobilität - Oberbürgermeister Tim Kruithoff die VW-Pläne nur bedingt nachvollziehen.

09.07.2026 | 4:17 min

Betriebsratschefin: "Es reicht!"

Betriebsratschefin Daniela Cavallo zeigte sich nach der Sitzung erbost. Sie forderte Blume auf, im Laufe des morgigen Freitags der Belegschaft gegenüber Stellung zu beziehen und sich unmissverständlich zu den Gerüchten über die angeblichen Vorstandspläne zu äußern.

"Es reicht! Das Fass ist zum Überlaufen gekommen", sagte Cavallo laut Betriebsratszeitung.

Der Umgang des Vorstands mit der Belegschaft ist an Respektlosigkeit nicht mehr zu überbieten.

Daniela Cavallo, Betriebsrat

Oliver Blume stehe jetzt in der Pflicht, "diesen massiven Schaden wenigstens noch zu begrenzen".

"Werden auch Überkapazitäten abbauen müssen"

Konzernchef Oliver Blume hatte bereits im Frühjahr angekündigt, an einem neuen "Zielbild 2030" für den Konzern zu arbeiten und dabei auch den Sparkurs deutlich verschärfen zu wollen. Laut "Manager Magazin" könnten bis zu 100.000 Stellen weltweit wegfallen, doppelt so viele wie bisher geplant. Vier Werken des VW-Konzerns in Deutschland droht demnach sogar die Schließung: Hannover, Emden, Zwickau und Neckarsulm.

Der Konzern selbst hat sich bisher nicht zu den Details geäußert. "Die genauen Inhalte des Zukunftsplans und die damit verbundenen notwendigen Maßnahmen werden heute zwischen Aufsichtsrat und Vorstand der Volkswagen AG erörtert", hatte ein Sprecher vor der Sitzung gesagt.

Dabei gehe es unter anderem darum, Komplexität zu reduzieren, Beteiligung zu straffen, Entwicklung und Produktion regionaler auszurichten: "Und ja, wir werden auch Überkapazitäten abbauen müssen."

Proteste bei VW Sachsen in Zwickau

VW-Chef Blume will den Autokonzern mit einem radikalen Sparkurs neu aufstellen. Statt 50.000 könnten weltweit sogar bis zu 100.000 Stellen gestrichen werden, vier deutschen Werken droht das Aus.

09.07.2026 | 1:34 min

Proteste der IG Metall gegen Sparpläne

Die Beratungen wurden begleitet von lautem Protest der Gewerkschaft. An mehr als einem Dutzend Standorten gab es Proteste gegen die Sparpläne. In Wolfsburg kamen rund 500 Menschen zu einer Kundgebung direkt am Vorstandshochhaus, in dem sich der Aufsichtsrat traf. In Emden zählte die IG Metall sogar 1.500 Teilnehmende.

Quelle: ZDF, Reuters, dpa
Über dieses Thema berichtete die "heute"-Sendung am 09.07.2026 ab 19 Uhr.

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