VW auf Sparkurs: So ist der Stand

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Betriebsversammlungen bei Autobauer:VW auf radikalem Sparkurs: So ist der Stand

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Zehntausende Arbeitsplätze bedroht, ganze Werke auf dem Prüfstand - bei VW gibt es gewaltigen Redebedarf. Wo der Konzern steht: die wichtigsten Fragen und Antworten.

VW-Krise: Zwickau bangt um seine Zukunft

In Zwickau ist wie auch an anderen VW-Standorten offen, wie es nach 2030 weitergehen soll. Dabei war es das erste Werk, was auf E-Mobilität setzte. Jetzt bangen 8.000 Beschäftigte um ihre Jobs.

31.08.2026 | 2:46 min

Nach einer Reihe außerordentlicher Betriebsversammlungen steht bei Volkswagen heute in Hannover das vorerst letzte dieser Treffen zwischen Vorstand und Belegschaft vor möglichen neuen Beschlüssen an. Es geht um nicht weniger als die Zukunft des Konzerns.

Die Führung will die Kosten senken und die Wettbewerbsfähigkeit verbessern, Belegschaft, Gewerkschaften und Politik bangen um Arbeitsplätze und Standorte. Schon diese Woche könnte der Sparkurs bei einer Aufsichtsratssitzung konkreter werden. Ein Zwischenstand:

Welche Pläne hat VW bislang?

Der laufende Arbeitsplatzabbau - 50.000 Stellen bis 2030 - reicht aus Sicht des Vorstands um Konzernchef Oliver Blume nicht aus. Das Management arbeitet an einem "Zielbild 2030". Seitdem wird um Zehntausende zusätzliche Stellen und vier ganze Standorte gebangt: Emden, Zwickau, das Audi-Werk in Neckarsulm und eben Hannover, wo Nutzfahrzeuge gebaut werden. Finanzvorstand Arno Antlitz stellt sich heute dort den Beschäftigten. Er wird die Notwendigkeit weiterer Sparmaßnahmen betonen.

VW-Werk Zwickau vor ungewisser Zukunft

8.000 Beschäftigte bangen um die Zukunft des VW-Werks Zwickau. "Wir reden nicht über Subventionen", sagt Ministerpräsident Michael Kretschmer. Er fordert weniger Regulierungen und niedrigere Kosten.

31.08.2026 | 6:10 min

Angesichts des Spardrucks soll es auch im Management spürbare Einschnitte geben. Man schaue dort genau hin und baue ein Viertel der Stellen ab, sagte Konzernchef Blume im Emdener Werk.

Was ist noch offen?

Ziemlich viel, denn der Aufsichtsrat hatte Blumes Plan im Juli nach Medienberichten erst einmal abgelehnt. Was der Konzernchef bereits deutlich gemacht hat und vor den Beschäftigten wiederholte: Die beim "Zielbild 2030" genannte Zahl von 50.000 weiteren Arbeitsplätzen sei keine "Zielgröße", sondern eine "theoretische Rechengröße", die sich aus den Kosten ableite.

Auch ob und wie viele Werke schließen könnten, ist unklar. Blume nennt Schließungen eine letzte Option, die er gern vermeiden wolle. Im Gespräch ist etwa, Standorte zeitweise für die Rüstungsproduktion zu nutzen und auch der Bau chinesischer VW-Modelle in Deutschland.

Eine Betriebsversammlung von Volkswagen am 25.08.2026 in Wolfsburg, Niedersachsen.

Bei VW wächst der Druck: Die Belegschaft fordert Klarheit über Sparpläne, Stellenabbau und die Zukunft deutscher Standorte.

25.08.2026 | 2:37 min

Wie geht es weiter?

Der Ball liegt beim Aufsichtsrat, der nach Medienberichten an diesem Freitag zusammentritt. Dass das Gremium dann schon Nägel mit Köpfen macht, ist unwahrscheinlich. Blume selbst hatte gesagt, er wolle sein Sparpaket bis zum Jahresende festzurren. Mindestens ein weiteres Konzept dürfte nach Medienberichten auf dem Tisch des Kontrollgremiums liegen, es komme von der Arbeitnehmerseite.

Widerstand gibt es auch vom Land Niedersachsen als VW-Großaktionär. Ministerpräsident Olaf Lies (SPD) verlangt "ein tragfähiges Zukunftskonzept". "Werksschließungen und massenhafte Entlassungen können nicht die Lösung sein", so Lies. Das Land Niedersachsen prüft zudem einen Einstieg beim Werk Osnabrück, wo nächstes Jahr die Pkw-Fertigung ausläuft.

Warum ist die Lage so angespannt?

Der Konzern kämpft mit hohen Kosten und einem schwierigen Umfeld. "Es ist keine VW-Krise, sondern eine Krise der gesamten Automobilbranche", sagt Blume. Auch Mercedes-Benz hat bereits Tausende Jobs gestrichen. BMW hat den Abbau von rund 8.000 Jobs weltweit angekündigt.

Zusätzlich zu den zehntausenden Stellen sind auch mehrere Werke auf dem Prüfstand. Vorstandschef Oliver Blume musste die Sparmaßnahmen heute vor den Mitarbeitern rechtfertigen.

Wegen des Sparkurses könnten im VW-Konzern weltweit bis zu 100.000 Stellen gestrichen werden. Konzernchef Oliver Blume stellte sich vergangene Woche auch in Wolfsburg den Fragen der Beschäftigten.

25.08.2026 | 1:32 min

Blume nennt als große Herausforderungen US-Zölle, den Einbruch des chinesischen Marktes mit starkem Preisverfall, geopolitische Konflikte wie im Persischen Golf, der härtere Wettbewerb in Europa und starke Regulierung.

Die Unternehmen müssten sich aus wirtschaftlichen Gründen zunehmend gegen den Standort Deutschland entscheiden, sagt die Präsidentin des Verbands der Automobilindustrie, Hildegard Müller. Als Investitionshemmnisse nennt sie hohe Kosten für Arbeit und Energie, langwierige Verfahren, Bürokratie und marode Infrastruktur.

Vorstandschef Oliver Blume musste die Sparmaßnahmen heute vor den Mitarbeitern rechtfertigen. ZDF-Wirtschaftsexperte Florian Neuhann berichtet.

ZDF-Wirtschaftsexperte Florian Neuhann ordnet die Lage bei VW ein.

25.08.2026 | 1:13 min

Was sagt die Gewerkschaft?

Die IG Metall verortet die Verantwortung für die Misere beim Management, das über Jahrzehnte plan- und ideenlos vorgegangen sei. Zudem wirft Niedersachsens IG-Metall-Bezirkschef Thorsten Gröger dem Vorstand eine schädliche Außendarstellung vor. Bei den Produktstrategien sei Volkswagen auf dem Weg der Besserung, sagte Gröger der "Neuen Osnabrücker Zeitung".

Aber die Art und Weise, wie die aktuelle Debatte jetzt seitens des Vorstands geführt wird, ist ein Super-GAU. So sendet man keine positiven Signale an die Kunden.

IG-Metall-Bezirkschef Thorsten Gröger

Mit Blick auf Streiks verwies Gröger auf die bis zum Jahreswechsel geltende Friedenspflicht. "Im neuen Jahr gäbe es also theoretisch die Möglichkeit, zur Arbeitsniederlegung aufzurufen", sagte der Gewerkschafter. "Wir sind jedenfalls davon überzeugt, dass die Härte der Maßnahmen, mit der die Auseinandersetzung von vielen Arbeitgebern geführt wird, in keinem Verhältnis steht zu der durchaus problematischen Situation in der Automobilindustrie."

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Quelle: dpa
Über dieses Thema berichtete das ZDF unter anderem im gemeinsamen Morgenmagazon von ARD und ZDF am 31.08.2026 ab 05:30 Uhr und im heute journal am 25.08.2026 ab 21:45 Uhr.
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