Weniger Abhängigkeit von China:Trump verhängt Zölle von bis zu 100 Prozent auf Drohnen
Die US-Regierung erhebt Zölle von bis zu 100 Prozent auf Drohnen und bestimmte Bauteile. Damit soll die Abhängigkeit von ausländischen Anbietern sinken.
US-Präsident Donald Trump macht immer wieder von sich reden, indem er hohe Zölle gegen andere Länder verhängt.
Quelle: dpaUS-Präsident Donald Trump hat Zölle auf den Import von Drohnen und deren Bauteilen verhängt. Wie das Weiße Haus am Donnerstag (Ortszeit) mitteilte, hat Trump eine entsprechende Anordnung bereits unterzeichnet.
Das Weiße Haus begründete die Maßnahme mit der nationalen Sicherheit. Außerdem seien die USA zu abhängig von ausländischen Anbietern. Die neuen Zölle würden die "verstärkte heimische Produktion" von Drohnen und deren Komponenten fördern.
Die USA haben erst im Juli neue Zölle gegen rund 60 Länder verhängt.
24.07.2026 | 0:30 minDer weltweite Drohnenmarkt wird derzeit von chinesischen Unternehmen dominiert.
15 Prozent Zoll auf Drohnen aus der EU
Zölle von 100 Prozent sollen demnach unter anderem für Drohnen mit einem Startgewicht von mehr als 25 Kilogramm gelten sowie für Fluggeräte, die mit Wärmebildkameras ausgestattet sind. Auf kleinere Modelle ohne sicherheitsrelevante Fähigkeiten werde ein Zollsatz von 25 Prozent verhängt.
Drohnen und Bauteile aus der Europäischen Union (EU), Japan, Liechtenstein, Südkorea, der Schweiz und Taiwan würden zukünftig mit 15 Prozent verzollt. Für Einfuhren aus Großbritannien liege der Zollsatz bei zehn Prozent.
Die Mitglieder der EU haben sich nach langen Verhandlungen auf ein Zollabkommen mit den USA verständigt. So muss die EU Zölle für die Einfuhr vieler Waren in die USA zahlen, Amerika umgekehrt nicht.
20.05.2026 | 1:39 minDie Zölle sollen den Angaben zufolge 21 Tage nach der Unterzeichnung in Kraft treten. Für weniger sensible Drohnen-Bauteile gelte eine Frist von 180 Tagen.
USA sehen Sicherheitsrisiken bei ausländischen Drohnen
Für Produkte, die das US-Verteidigungsministerium innerhalb von 20 Tagen nach der Unterzeichnung von der sogenannten "Covered List" der US-Kommunikationsaufsicht FCC ausnimmt, gilt ebenfalls eine Frist von 180 Tagen. Auf dieser Liste stehen Kommunikationsgeräte, die als Risiko für die nationale Sicherheit der USA eingestuft werden.
Im Mai hatte ein US-Bundesgericht einen Großteil der von Trump verhängten Zölle für rechtswidrig erklärt. Eine Berufung ist möglich und wahrscheinlich.
08.05.2026 | 0:24 minDieser Entscheidung vorausgegangen war eine Untersuchung von US-Handelsminister Howard Lutnick. Der Minister sei zu dem Schluss gekommen, dass Drohnen und entsprechende Bauteile von bestimmten ausländischen Unternehmen Sicherheitsrisiken darstellten, hieß es in dem vom Weißen Haus veröffentlichten Text der Anordnung. Zugleich produziere die heimische Industrie nicht genug, um den Sicherheitsbedarf zu decken.
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