Starlink-Alternative für die Bundeswehr: OHB hofft auf Milliarden

Satellitenhersteller OHB will Auftrag:Ein deutsches Starlink für die Bundeswehr?

Porträt von Alexander Poel, ZDF-Landesstudioleiter in Bremen

von Alexander Poel

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Der Satellitenhersteller OHB verbucht so viele Aufträge wie noch nie. Mit Airbus und Rheinmetall wollen die Bremer ein Satellitensystem für die Bundeswehr entwickeln.

Modelle von Satelliten stehen im Firmengebäude des Raumfahrt- und Technologiekonzerns OHB.

Die Bundeswehr will ihre Kommunikation mit eigenen Satelliten verbessern. Vorbild ist das System Starlink, das etwa in der Ukraine bereits im Einsatz ist.

19.03.2026 | 1:46 min

Sich über unternehmerischen Erfolg zu freuen, ist für Marco Fuchs so eine Sache. Ja, die Aktie des Satellitenbauers OHB aus Bremen, dessen Vorstandschef Fuchs ist, befindet sich seit Monaten im Höhenflug. Der Grund dafür ist weniger erfreulich: die weltweit angespannte Sicherheitslage.

"Wir erleben turbulente Zeiten für die Raumfahrtindustrie", konstatiert Fuchs auf der Bilanzpressekonferenz in Bremen. Die Bundesregierung nehme die Raumfahrt sehr ernst. "Das große Thema ist die Verteidigungsfähigkeit im Weltraum", so Fuchs. "Die bildet den Rahmen für unsere Wachstumsperspektive."

Defense haben wir früher immer versteckt. Jetzt gehen wir da selbstbewusster ran.

Marco Fuchs, OHB-Vorstandschef

Starlink "Satelite Tracker app"

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Auftragsbestand bei OHB auf Rekordniveau

Mit über drei Milliarden Euro befindet sich der Auftragsbestand von OHB auf dem höchsten Niveau der Firmengeschichte. Der Verteidigungsbereich, "Defense" genannt, steht für rund 24 Prozent des Geschäfts. Vor zehn Jahren waren es kaum mehr als zehn Prozent. "Dieser Anteil wird sich noch erhöhen", ist sich Tim Tecklenburg, Finanzvorstand von OHB, sicher.

Für große Aufmerksamkeit sorgt seit einiger Zeit ein Satelliten-Projekt, mit dem das Bremer Unternehmen zu einem unverzichtbaren Partner der Bundeswehr würde: Einmal entwickelt, sollen im Konfliktfall bis zu 200 Satelliten über deutsche Panzer, Schiffe und Soldaten wachen und sie miteinander vernetzen. Gewissermaßen ein deutsches "Starlink".

"In der Kriegsführung, das sehen wir verstärkt in der Ukraine, wird Taktik immer wichtiger", erklärt Professor Andreas Knopp von der Bundeswehr-Universität München. "Je schneller ich auf eine Situation reagieren kann, weil ich über Echtzeitinformationen verfüge, desto größer ist mein taktischer Vorteil", so Knopp. Genau das biete ein satellitengestütztes System an.

Weltraumkongress New Space Pistorius

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Produziert werden soll in Deutschland

Für den Bundeswehr-Auftrag beworben hat sich ein Konsortium aus OHB, Airbus und Rheinmetall. Auf Nachfrage gibt sich OHB-Chef Fuchs erstmal wortkarg. "Ja, wir sind ein Teil dieser Überlegungen", bestätigt er. "Aber über das laufende Vergabeverfahren kann ich nicht mehr sagen."

Klar sei aber: "Wenn man für das Verteidigungsministerium arbeitet, ist die Frage des Standorts wichtig. Für die Produktion ist Deutschland unsere Präferenz. Ein solches System würde man nicht außerhalb Deutschlands bauen."

Milliardeninvestition in die Weltraumsicherheit

Im vergangenen Herbst hatte Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) Milliardeninvestitionen in eine Weltraumsicherheitsarchitektur angekündigt. "Dahinter verbirgt sich eine resiliente Struktur aus Satelliten-Konstellationen, Bodenstationen und gesicherten Startfähigkeiten", so Pistorius. "Allein bis 2030 planen wir, Haushaltsmittel in Höhe von 35 Milliarden Euro in Projekten einzusetzen."

Alexander Poel ist Leiter des ZDF-Landesstudios in Bremen.

Über dieses Thema berichtete das ZDF in den heute-Nachrichten am 19.03.2026 ab 19 Uhr.

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