Mattel unter Druck: Warum es dem Barbie-Hersteller nicht gut geht

Spielzeughersteller Mattel unter Druck:Warum es Barbie und Ken nicht gut geht

Klaus Weber

von Klaus Weber

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Der Spielwarenhersteller Mattel hat schlechte Zahlen vorgelegt, ein schwaches Geschäft in den USA zu Weihnachten war schuld. Doch auch strukturell gibt's Probleme bei dem Konzern.

USA, New York: Das Mattel-Logo ist auf dem TTPM 2018 Spring Showcase in New York zu sehen.

In fast jedem Kinderzimmer gibt es Spielzeug von Mattel, ob Barbie, Hot Wheels oder Minecraft. Doch die Geschäfte laufen schlechter, der Konzern legte schwache Quartalszahlen vor.

14.02.2026 | 0:42 min

Generationen von Kindern sind mit ihnen aufgewachsen: Barbie und ihr Freund Ken waren fast in jedem Kinderzimmer zu Hause. Umstritten waren sie immer, aber sie verkauften sich wie geschnitten Brot. Seit ihrem Erscheinen im Jahr 1959 wurden laut ihrem Hersteller Mattel etwa eine Milliarde Barbie-Puppen verkauft. Jedes Jahr gehen weltweit etwa 60 Millionen Stück über die Ladentische.

Verkäufe von Barbie-Puppen stagnierten zuletzt

Vor drei Jahren wurde das "Leben" von Barbie sogar verfilmt. Das löste einen neuen Boom aus. Die Verkaufszahlen gingen nochmal durch die Decke.

Doch dann begannen die Probleme. Die Barbie-Puppen sind zwar nach wie vor die Cashcow des US-Konzerns, doch die Verkäufe stagnieren oder sinken - vor allem, weil nach der Marketing-Idee um den Film weitere Ideen ausblieben.

Eine Barbiepuppe liegt in einem Cocktailglas. Der rosane Hintergrund hat Risse und aufgesprühte Graffiti-Smileys

Barbie-Hersteller Mattel profitierte nicht nur von den Einnahmen des Barbie-Films von 2023 – sondern auch vom neuen, progressiven Image der Puppe.

11.09.2025 | 44:04 min

Maues Weihnachtsgeschäft vor allem in den USA

Besonders sichtbar wurde dies nun im zurückliegenden Weihnachtsgeschäft. Da sollte es eigentlich für jeden Spielzeughersteller an der Kasse "brummen". Ein Drittel ihres kompletten Jahresumsatzes machen Lego, Playmobil und Co. normalerweise zu Weihnachten. Bei Mattel waren die Zahlen aber eher matt und das vor allem im so wichtigen US-Heimatmarkt. Die Aktie rauschte deshalb nach Vorlage der Quartalszahlen am vergangenen Mittwoch zweistellig ab.

"Der jüngste Kursrutsch ist eine klassische Erwartungslücke: Die Börse hatte den Barbie-Film als dauerhafte Gewinnmaschine eingepreist, bekommt aber ein Unternehmen, das gegen Zölle, Logistikkosten und Kaufzurückhaltung ankämpft," sagt Nedko Geshev, Analyst beim Brokerhaus ActivTrades.

 Bayern, Nürnberg: Sebastian Rösch, Laborleiter des Spielzeugprüflabors, bereitet verschiedene Spielzeuge für die mechanische Prüfung vor.

Experten warnen vor unsicherem Spielzeug aus Online-Shops. TÜV und Händler zeigen, welche Prüfzeichen wirklich Sicherheit garantieren.

04.12.2025 | 1:32 min

Mehrere Probleme bei Mattel

Diese Einschätzung offenbart schon, dass bei Mattel nicht nur eine kleine Barbie-Krise herrscht. Die Probleme sind tiefgreifender.

Zum einen sind da einschneidende wirtschaftliche Faktoren von außen zu nennen. Die Importzölle von US-Präsident Donald Trump und höhere Produktionskosten drückten auf die Gewinne; die Kaufzurückhaltung der Amerikaner aufgrund von Inflation und Konjunktursorgen erledigten den Rest. Nicht lebensnotwendige Produkte wurden deshalb einfach viel weniger gekauft. Doch das ist nur die eine Seite der Medaille.

Mattel: Ein Gemischtwarenladen ohne echte Digitalstrategie

Mattel besteht nämlich nicht nur aus Barbie. Auch viele andere Produkte sind wahrscheinlich jedem aus seiner eigenen Kindheit oder der seiner Kinder bekannt. Hot Wheels bzw. Matchbox, Fisher-Price, Polly Pocket, Minecraft oder Uno sind weitere bekannte Marken.

Ziemlich viel analoges Spielzeug gehört also zum Markenkern des Unternehmens. Maximilian Wienke, Marktanalyst bei etoro, sieht da ein Problem:

Mattel ist stark vom klassischen Spielwaren-Geschäft abhängig, das konjunktur- und saisonabhängig ist.

Maximilian Wienke, Marktanalyst bei etoro

Hot Wheels konnte als einziges Produkt sein Geschäft steigern, der Rest aber nicht. Hier zeigt sich die größte Schwäche des Konzerns.

75. Spielwarenmesse

KI hält Einzug ins Kinderzimmer - zu sehen auf der Spielwarenmesse in Nürnberg. Doch neben neuen Spielideen geht es auch um Sicherheit und den Preisdruck durch billige Online‑Importe.

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Der US-Konkurrent Hasbro, der zwar auch für Marken wie Monopoly, Play-Doh oder Peppa Pig steht, hat sich aber neu aufgestellt und inzwischen eine deutlich stärkere Präsenz im digitalen Gaming. So verdoppelte Hasbro etwa den Quartalsumsatz seines digitalen Blockbuster-Spiels "Magic: The Gathering" im Vergleich zum Vorjahr.

Der digitale Wandel im Spielwarenmarkt verläuft bei Mattel langsamer als bei Wettbewerbern wie Hasbro.

Maximilian Wienke, Marktanalyst bei etoro

Ein Mädchen hat eine Barbie-Puppe in der Hand und lächelt. Neben ihr kniet eine Frau, die das Mädchen anschaut.

Eine in London präsentierte autistische Barbie soll Kindern mit Autismus und ADHS Mut machen. Die Puppe hat geräuschunterdrückende Kopfhörer und ein Tablet zum kommunizieren.

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Mattel muss bei KI im Kinderzimmer aufholen

Ohne digitale Anpassung bliebe das Geschäftsmodell anfällig für Nachfrageschwankungen, erklärt der Marktanalyst. Den - durchaus umstrittenen - Trend zu KI im Kinderzimmer hat Mattel zwar nicht verschlafen, aber andere sind einfach schneller. Hier gilt es für Mattel deshalb künftig tüchtig aufzuholen. Barbie und Ken alleine werden es in Zukunft nicht mehr richten können.

Klaus Weber ist Redakteur im ZDF-Team Wirtschaft und Finanzen.

Rückruf nach Konstruktionsfehler
:Mattels dunkles Kapitel: Tod in der Babyliege

2009 bringt die Mattel-Marke Fisher-Price den "Rock 'n Play Sleeper" auf den Markt. Doch immer wieder gibt es Berichte über tote Babys darin, wohl wegen eines Konstruktionsfehlers.
von Kim Bachmann
mit Video44:04
Eine Frau sitzt und hält ein Baby auf dem Arm, vor ihr steht eine Babywippe
Über diese Thema berichtete ZDFheute Xpress in dem Beitrag "Beim Barbie-Hersteller Mattel kriselt es" am 14.02.2026 um 10:00 Uhr.

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