Streit mit Piloten und Kabinenpersonal:Lufthansa: Streik führt zu zahlreichen Flugausfällen
Bei der Lufthansa hat ein ganztägiger Streik begonnen. Schätzungen zufolge fallen über 460 Flüge aus, 69.000 Passagiere seien betroffen.
Für bessere Renten und Tarifbedingungen haben Piloten und Flugbegleiter der Lufthansa den ganzen Tag lang die Arbeit niedergelegt. Zahlreiche Flüge fielen aus oder verspäteten sich.
12.02.2026 | 1:27 minLufthansa-Kunden müssen heute mit Flugausfällen rechnen. Im Streit über höhere Betriebsrenten bei der Lufthansa hat die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) ab 00:01 Uhr an diesem Donnerstag zu einem eintägigen Streik, also bis 23:59 Uhr, aufgerufen.
Nach Einschätzung der aufrufenden Gewerkschaften sei der Streik erfolgreich angelaufen, sagte Tarifexperte Harry Jaeger von der Kabinengewerkschaft Ufo für die Flugbegleiterinnen und Flugbegleiter. Diese hatte ebenfalls zum Streik aufgerufen.
Der Streik läuft, wie wir es erwartet haben.
Harry Jaeger, Ufo-Tarifexperte
Beim Lufthansa-Streik klagen viele Passagiere über kurzfristige Absagen. "Laut Gewerkschaften bewege sich die Lufthansa nicht, weitere Streiks sind wahrscheinlich" - Susana Santina ZDF-Reporterin.
12.02.2026 | 1:13 minFlughafenverband: Fast 70.000 Passagiere betroffen
Bestreikt werden Flüge der Kernmarke Lufthansa und der Frachtairline Lufthansa Cargo, die von deutschen Flughäfen aus starten, wie die VC mitteilte. Auch Anreisen von Cockpit-Beschäftigten zum Einsatzort, Bereitschafts- und Reservedienste sowie Simulatortrainings werden bestreikt. Hunderte Starts und Landungen wurden gestrichen. Einzelne Flüge gingen an Ziele in Europa und Übersee.
Das Unternehmen nannte am Morgen keine exakten Zahlen. Man warte auf genauere Informationen von Seiten der Gewerkschaft, erklärte ein Sprecher des Unternehmens. Nach einer Schätzung des Flughafenverbands ADV fallen deutschlandweit mehr als 460 Flüge mit 69.000 betroffenen Passagieren aus. Ab Freitag will die Lufthansa "weitestgehend wieder den normalen Flugplan anbieten".
Die Gewerkschaft Vereinigung Cockpit kämpft für eine höhere betriebliche Altersvorsorge und bessere Arbeitsbedingungen.
11.02.2026 | 1:42 minVC sieht Lufthansa in der Verantwortung für den Streik
Gestreikt wird für höhere Beiträge zu den Betriebs- und Übergangsrenten. Das Airline-Management lehnt das wegen hoher Kosten und geringer Profitabilität der Premium-Fluglinie ab.
Die Pilotinnen und Piloten sind nach einer Urabstimmung bereits seit Oktober streikfähig, läuten aber erst jetzt den Arbeitskampf ein. Andreas Pinheiro, Präsident der Gewerkschaft VC, wies der Lufthansa die Verantwortung für den Streik zu:
Wir hätten eine Eskalation sehr gerne vermieden.
Andreas Pinheiro, Präsident der Gewerkschaft VC
Die Gewerkschaft sei "jederzeit gesprächsbereit" gewesen und habe "mehrfach versucht, Bewegung in die Verhandlungen zu bringen". Die Passagiere bat die Gewerkschaft um Verständnis:
Nach der Urabstimmung Ende September haben wir der Lufthansa bewusst mehrere Monate Zeit eingeräumt, um doch noch zu einer verhandlungsfähigen Lösung zu kommen.
Andreas Pinheiro, Präsident der Gewerkschaft VC
"Gesund schrumpfen" heißt die neue Strategie der Lufthansa, berichtet Sina Mainitz im September 2025.
29.09.2025 | 1:27 minGewerkschaft: Rund 800 Jobs bei Lufthansa Cityline bedroht
Ufo will ohne Urabstimmung mit dem Warnstreik Verhandlungen zu Tarifverträgen bei der Kerngesellschaft Lufthansa und der Regionaltochter Cityline erzwingen. Allein dort seien wegen der Konzernstrategie rund 800 Jobs bedroht. Ufo will hier einen tariflichen Sozialplan.
Laut einem Mitgliederrundschreiben würden Verhandlungen vom Management verweigert. Die Flugbegleitergewerkschaft erklärte, der Warnstreik könne jederzeit beendet werden, "sobald der Arbeitgeber ernsthaft bereit ist, über einen tariflichen Sozialplan zu verhandeln".
Lufthansa will die Profitabilität steigern und dafür 4.000 Stellen streichen. "Es wird Gegenwind geben", sagt Börsen-Expertin Valerie Haller. Außerdem steht eine Urabstimmung an.
29.09.2025 | 1:23 minUfo warnt vor höherer Belastung und weniger Planbarkeit
Unter den Schlagworten "Produktivität" und "Flexibilität" verlange Lufthansa weiter tarifliche Verschlechterungen, die sich unmittelbar auf die Arbeitsbelastung auswirken würden, kritisiert Ufo-Tarifexperte Harry Jaeger. Gleichzeitig verweigere der Arbeitgeber jede ernsthafte Diskussion über Schutzmechanismen, mit denen die Kabinenbeschäftigten vor den Folgen des vom Konzern eingeschlagenen Kurses abgesichert werden könnten.
Der Vorstand hat vor wenigen Jahren die Flugbetriebe Lufthansa City Airlines und Discover mit dem erklärten Ziel gegründet, dort zu kostengünstigeren Tarifbedingungen zu fliegen. Dies gelingt vor allem, weil dort die Crews weniger verdienen.
Lufthansa: Streik ist "unnötige Eskalation"
Der Lufthansa-Vorstand kritisierte die Crew-Streiks als "völlig unnötige Eskalation". Die Forderungen der Gewerkschaften würden weitere starke Kostensteigerungen bei der Lufthansa-Kerngesellschaft bedeuten, sagte Personalvorstand und Arbeitsdirektor Michael Niggemann in Berlin. Dort gebe es aber keinerlei Spielraum.
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