Streit um Betriebsrenten:Lufthansa: Piloten und Flugbegleiter streiken am Donnerstag
Bei der Lufthansa gehen am Donnerstag Piloten und Flugbegleiter gleichzeitig in einen ganztägigen Streik. Passagiere müssen mit zahlreichen Flugausfällen rechnen.
Lufthansa-Flieger bleiben am Donnerstag am Boden. (Archivbild)
Quelle: AFPLufthansa-Kunden müssen am Donnerstag mit Flugausfällen rechnen. Im Streit über höhere Betriebsrenten bei der Lufthansa hat die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) zu einem eintägigen Streik am Donnerstag von 00:01 Uhr bis 23:59 Uhr aufgerufen.
Demnach sollen Flüge der Kernmarke Lufthansa und der Frachtairline Lufthansa Cargo bestreikt werden, die von deutschen Flughäfen aus starten, wie die VC mitteilte. Auch Anreisen von Cockpit-Beschäftigten zum Einsatzort, Bereitschafts- und Reservedienste sowie Simulatortrainings werden bestreikt.
Das genaue Ausmaß der Ausfälle war zunächst unbekannt. Man warte auf genauere Informationen von Seiten der Gewerkschaft, erklärte ein Sprecher des Unternehmens.
Die Deutsche Lufthansa entstand durch die Fusion zweier Fluggesellschaften. Der erste Linienflug startete wenige Monate später nach Zürich.
06.01.2026 | 1:24 minVC sieht Lufthansa in der Verantwortung für den Streik
Aufgerufen haben die Gewerkschaften Vereinigung Cockpit für die Piloten und die Kabinengewerkschaft Ufo für die Flugbegleiterinnen und Flugbegleiter. Offiziell streiken die Piloten für höhere Beiträge zu den Betriebs- und Übergangsrenten. Das Airline-Management lehnt das wegen hoher Kosten und geringer Profitabilität der Premium-Fluglinie ab.
Die Pilotinnen und Piloten sind nach einer Urabstimmung bereits seit Oktober streikfähig, läuten aber erst jetzt den Arbeitskampf ein. Andreas Pinheiro, Präsident der Gewerkschaft VC, wies der Lufthansa die Verantwortung für den Streik zu:
Wir hätten eine Eskalation sehr gerne vermieden.
Andreas Pinheiro, Präsident der Gewerkschaft VC
Die Gewerkschaft sei "jederzeit gesprächsbereit" gewesen und habe "mehrfach versucht, Bewegung in die Verhandlungen zu bringen". Die Passagiere bat die Gewerkschaft um Verständnis: "Nach der Urabstimmung Ende September haben wir der Lufthansa bewusst mehrere Monate Zeit eingeräumt, um doch noch zu einer verhandlungsfähigen Lösung zu kommen", erklärte Pinheiro.
Dieses Zeitfenster wurde erneut von dem Arbeitgeber nicht genutzt.
Andreas Pinheiro, Präsident der Gewerkschaft VC
Die deutsche Luftfahrtbranche steckt in Schwierigkeiten. Nach einem Sparkurs in der Verwaltung streicht die Lufthansa nun zahlreiche Inlandsflüge, um Kosten zu reduzieren.
20.10.2025 | 1:30 minRund 800 Jobs bei Lufthansa Cityline nach Gewerkschaftsangaben bedroht
Ufo will ohne Urabstimmung mit einem Warnstreik Verhandlungen zu Tarifverträgen bei der Kerngesellschaft Lufthansa und der Regionaltochter Cityline erzwingen. Allein dort seien wegen der Konzernstrategie rund 800 Jobs bedroht. Ufo will hier einen tariflichen Sozialplan.
Laut einem Mitgliederrundschreiben würden Verhandlungen vom Management verweigert. Bei der Kerngesellschaft warte man bislang vergeblich auf Verhandlungen zum Manteltarifvertrag. Die Flugbegleitergewerkschaft erklärte, der Warnstreik könne jederzeit beendet werden,
sobald der Arbeitgeber ernsthaft bereit ist, über einen tariflichen Sozialplan zu verhandeln.
Kabinengewerkschaft Ufo
Lufthansa will seine Profitabilität steigern und dafür 4000 Stellen streichen. "Es wird Gegenwind geben", sagt Börsen-Expertin Valerie Haller. Außerdem steht eine Urabstimmung an.
29.09.2025 | 1:23 minUfo warnt vor höherer Belastung und weniger Planbarkeit
Unter den Schlagworten "Produktivität" und "Flexibilität" verlange Lufthansa weiter tarifliche Verschlechterungen, die sich unmittelbar auf die Arbeitsbelastung und die ohnehin stark eingeschränkte Planbarkeit des Privatlebens auswirken würden, kritisiert Ufo-Tarifexperte Harry Jaeger. Gleichzeitig verweigere der Arbeitgeber jede ernsthafte Diskussion über Schutzmechanismen, mit denen die Kabinenbeschäftigten vor den Folgen des vom Konzern eingeschlagenen Kurses abgesichert werden könnten.
Gemeint ist hier die Konzernstrategie, mit neuen Flugbetrieben die etablierten Betriebsteile unter Druck zu setzen. Der Vorstand hat vor wenigen Jahren die Flugbetriebe Lufthansa City Airlines und Discover mit dem erklärten Ziel gegründet, dort zu kostengünstigeren Tarifbedingungen zu fliegen. Dies gelingt vor allem, weil dort die Crews weniger verdienen. Laut Lufthansa-Chef Carsten Spohr kann im Konzern Wachstum nur dort stattfinden, wo Geld verdient wird.
Mehr übers Fliegen
Der "Kranich" feiert Geburtstag:100 Jahre Lufthansa: Eine deutsche Jahrhundertgeschichte
von Susanne Biedenkopfmit Video5:28So geht der digitale Check-in:Ryanair: Keine Papier-Bordkarten mehr
mit Video44:31Luftfahrtbranche in der Krise:Deutschen Flughäfen fehlen weiter Millionen Passagiere
mit Video1:30