Deutsche Bahn schreibt wieder schwarze Zahlen

Erstmals seit 2019:Deutsche Bahn schreibt wieder schwarze Zahlen

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Trotz unpünktlicher Züge und maroder Infrastruktur kann die Bahn auf ein wirtschaftlich erfolgreiches Halbjahr zurückschauen: Der Konzern erzielte ein Plus von 147 Millionen Euro.

Symbolbild: Menschen sind in Frankfurt am Main im Hauptbahnhof unterwegs.

Die Deutsche Bahn AG zieht ihre Halbjahresbilanz. (Symbolbild)

Quelle: dpa

Die krisengebeutelte Deutsche Bahn hat auch dank Kostensenkungen im ersten Halbjahr erstmals seit 2019 wieder Gewinn gemacht. Das Konzernergebnis nach Steuern im Kerngeschäft verbesserte sich um über 900 Millionen Euro auf plus 147 Millionen Euro, wie das Staatsunternehmen mitteilte. Das um Sondereffekte bereinigte operative Ergebnis (Ebit) stieg um rund 650 Millionen Euro auf plus 415 Millionen Euro.

Bahnchefin Palla: Liefern Schritt für Schritt

"Zum ersten Mal seit sieben Jahren schreibt unser Eisenbahngeschäft unterm Strich wieder schwarze Zahlen", sagte die seit Oktober amtierende Bahnchefin Evelyn Palla und bezeichnete dies als Erfolg.

Auch wenn bei der Sanierung der Schiene nichts schnell geht, liefern wir jetzt Schritt für Schritt, was wir versprochen haben.

Evelyn Palla, Bahnchefin

30.07.2026, Hessen, Frankfurt am Main: Bahnkunden sind im Hauptbahnhof unterwegs.

Die Deutsche Bahn hat im ersten Halbjahr zum ersten Mal seit sieben Jahren wieder Gewinn gemacht. Das hatten am Vormittag bereits mehrere Medien berichtet. Zudem sei die Zahl der Passagiere deutlich gestiegen.

30.07.2026 | 0:20 min

Für das Gesamtjahr hielt sie an der Prognose fest, dass das operative Ergebnis auf rund 600 (2025: 297) Millionen Euro klettert und der Umsatz auf etwa 28 (2025: 27) Milliarden Euro steigt. Von Januar bis Juni lagen die Erlöse bei 13,6 Milliarden Euro und damit 1,8 Prozent über dem Niveau vor Jahresfrist.

Im vergangenen Jahr hatte der bundeseigene Konzern unter dem Strich ein Minus von 2,3 Milliarden Euro verbucht.

Palla: Kostensenkungen und Personalabbau wirken

Hauptgrund für die Fortschritte beim Ergebnis ist laut Bahn eine bessere operative Entwicklung der Geschäftsfelder. "Darin enthalten sind auch erste Kostensenkungen sowie Personalabbau in der Konzernleitung und bei den internen Dienstleistern."

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Im Rahmen des Konzernumbaus soll die Bahn zudem dezentraler aufgestellt werden. Dabei soll mehr Verantwortung in die Fläche gegeben, die örtlichen Zuständigen dann aber auch klar an ihren Zahlen gemessen werden.

"Alle Geschäftsfelder der DB haben ihr operatives Ergebnis im ersten Halbjahr 2026 stabil positiv gehalten oder verbessert", teilte die Bahn mit. Gleichzeitig seien die Investitionen des DB-Konzerns im Vergleich zu den ersten sechs Monaten 2025 erneut kräftig gestiegen.

Neuer Verkehrsminister dringt auf Verbesserungen für Fahrgäste

Der neue Verkehrsminister, Steffen Bilger (CDU), nannte die Zahlen der Bahn im gemeinsamen Morgenmagazin von ARD und ZDF erfreulich. Er kündigte an, noch heute die Bahnchefin zu treffen und mit den Vorsitzenden der Gewerkschaften zu sprechen.

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Zugleich dringt Bilger auf schnellere Verbesserungen für Fahrgäste der Bahn. Laut der Sendung "Frühstart" von ntv/RTL geht es dabei auch um die Pünktlichkeitsziele. "Ich kann jetzt nicht als neuer Minister sagen, ich will einfach mehr, wenn es nicht möglich sein sollte", erläuterte Bilger. "Aber gemeinsam mit der Bahn müssen wir dran arbeiten, dass wir schneller besser werden, auch was die Pünktlichkeitswerte anbelangt."

Bahn bleibt bei Pünktlichkeit weiter hinter Zielen

Die Bahn und der Bund investieren derzeit viele Milliarden jährlich in die Sanierung des an vielen Stellen überalterten und überlasteten Schienennetzes. Bei der Pünktlichkeit hinkt der Konzern aber weiter den eigenen Zielen hinterher. Im Juni hatte diese im Fernverkehr bei lediglich 52,6 Prozent gelegen, bedingt allerdings auch durch die Hitzewelle in der zweiten Juni-Hälfte.

Auch die Zustandsnote für das Netz verbesserte sich zuletzt nicht. Palla betont immer wieder, dass es noch zehn Jahre dauern werde, bis der Bahnverkehr wieder zuverlässig und stabil läuft. Entsprechend läuft die Konzernstrategie der Bahnchefin unter dem Titel "DB 2035".

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Quelle: AFP, dpa, Reuters
Über dieses Thema berichtete heute Xpress am 30.07.2026 ab 09:00 Uhr.

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