Bahnchefin Evelyn Palla:Deutsche Bahn: ICE-Preise werden ein Jahr lang nicht erhöht
Die Preise im Fernverkehr sollen laut Bahnchefin Palla erstmal stabil bleiben. Dem Fahrgastverband "Pro Bahn" geht die Entscheidung nicht weit genug. Er fordert günstigere Tickets.
Trotz steigender Energiekosten soll es bei der Deutschen Bahn in den nächsten zwölf Monaten keine Preiserhöhungen für Tickets im Fernverkehr geben. Das sagte Konzern-Chefin Palla.
26.04.2026 | 0:22 minFahrgäste der Deutschen Bahn bleiben in den nächsten zwölf Monaten von Preiserhöhungen im Fernverkehr verschont - trotz steigender Energiepreise. Das kündigte Bahnchefin Evelyn Palla in der "Bild am Sonntag" an.
Vom 1. Mai an halten wir die Preise für ICE-Tickets ein Jahr lang stabil.
Evelyn Palla, Bahnchefin
"Wir geben Sicherheit und Stabilität. Für alle, die mobil bleiben wollen und müssen", sagte Palla. Die oberste Priorität habe "Fahren, Fahren, Fahren und dafür sorgen, dass die Menschen in Deutschland sich das Reisen weiter leisten können".
Die Eisenbahngewerkschaft EVG hat angesichts der stark gestiegenen Spritpreise einen Rabatt auf Bahntickets gefordert – bis zu 50 Prozent im Fernverkehr und 30 Prozent auf das Deutschlandticket.
05.04.2026 | 0:18 minErneut keine Preiserhöhung bei der Bahn
Bereits im vergangenen Jahr war die übliche Fahrpreiserhöhung im Dezember ausgefallen.
Der Vorsitzende des Verkehrsausschusses des Bundestages, Tarek Al-Wazir (Grüne), begrüßte die Ankündigung Pallas. "Stabile Preise machen Bahnfahren gerade jetzt attraktiv, weil aufgrund der gestiegenen Sprit- und Kerosinpreise Autofahren und Fliegen teurer wird."
Die Deutsche Bahn hat im Jahr 2025 erneut einen Verlust von ungefähr 2,3 Milliarden Euro eingefahren. Ein Grund ist die Modernisierung von Schienen und Bahnhöfen.
27.03.2026 | 0:19 min"Pro Bahn": Stabile Preise reichen nicht
Aus Sicht des Fahrgastverbandes "Pro Bahn" reicht das nicht aus. "Die Bahn muss die Preise senken. Zumindest für einen bestimmten Zeitraum", sagte der Ehrenvorsitzende Detlef Neuß der "Rheinischen Post". Wenn die Bahn fast immer zu spät komme und so viele Züge ausfielen, sei die Ankündigung, die Preise nicht erhöhen zu wollen, zu wenig.
Eine Preiserhöhung ist in der gegenwärtigen Situation ohnehin nicht zu vermitteln.
Detlef Neuß, "Pro Bahn"
Hinzu komme, dass im Fernverkehr die Tickets je nach Strecke und Auslastung schwanken. "Wir haben da keine Fixpreise", sagte Neuß. "Inwieweit sich darauf der Verzicht auf eine Preiserhöhung auswirken wird, bleibt offen."
Bahn erhöhte Preise in der Vergangenheit regelmäßig
Die Bahn steht wegen zahlreicher Zugverspätungen immer wieder in der Kritik. Palla kündigte vor einem halben Jahr einen Neustart bei der Bahn an. "Neustart bei der Deutschen Bahn heißt mehr Verantwortung übernehmen und neue Prioritäten setzen", sagte die Vorstandschefin.
In den vergangenen Jahren hatte die Bahn ihre Preise im Fernverkehr regelmäßig zum Fahrplanwechsel Mitte Dezember angehoben und das vor allem mit den steigenden Personal- und Energiekosten begründet. Zuletzt wurden die sogenannten Flexpreise Ende 2024 durchschnittlich um 5,9 Prozent erhöht.
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