Bahn-Zustand geht für Schnieder Richtung "demokratiegefährdend"

Verkehrsminister Schnieder:Zustand der Bahn geht in "demokratiegefährdende Richtung"

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Es sei brandgefährlich, wenn der Eindruck entstehe, dass der Staat nicht funktioniere, sagt Verkehrsminister Schnieder mit Blick auf die marode Bahn. Sein Ziel: mehr Pünktlichkeit.

Patrick Schnieder (CDU) stellt das Sofortprogramm für mehr Komfort im Fernverkehr im ICE Betriebswerk Berlin-Rummelsburg vor. (Archiv)

Bundesverkehrsminister Schnieder sieht den Zustand der Bahn als Gefahr für die Demokratie. Die Menschen würden glauben, dass der Staat Probleme wie Verspätungen nicht im Griff habe, sagte er.

28.03.2026 | 0:17 min

Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) sieht im Zustand der Deutschen Bahn eine mögliche Gefahr für die Demokratie. Auf eine entsprechende Frage im Interview mit der Funke Mediengruppe sagte er:

Das geht schon in eine demokratiegefährdende Richtung.

Patrick Schnieder (CDU), Bundesverkehrsminister

Man dürfe "nicht einreißen lassen, dass die Menschen glauben, der Staat bekommt Probleme wie marode Brücken oder notorisch verspätete Züge nicht in den Griff", sagte Schnieder. "Wir müssen zeigen, dass wir handlungsfähig sind."

Die Deutsche Bahn hat im vergangenen Geschäftsjahr erneut Milliardenverluste gemacht.

Die Deutsche Bahn muss im vergangenen Geschäftsjahr erneut Milliardenverluste hinnehmen. ZDF-Korrespondent Frank Bethmann ordnet die Zahlen ein.

27.03.2026 | 0:53 min

Schnieders Ziel: 70 Prozent Pünktlichkeit im Fernverkehr

Bis 2029 sollen 70 Prozent der Züge im Fernverkehr pünktlich sein - das sei sein persönliches Ziel. Das Ziel des vorherigen Bahnvorstands, bis 2027 75 bis 80 Prozent zu erreichen, nannte Schnieder ein "Wolkenkuckucksheim".

"Wir müssen das realistisch bewerten, sonst sind die Menschen noch viel enttäuschter, wenn das nicht annähernd erreicht wird."

Es ist brandgefährlich, wenn immer mehr Menschen den Eindruck bekommen, dass der Staat nicht funktioniert. Das dürfen wir nicht befeuern.

Patrick Schnieder (CDU), Bundesverkehrsminister

Nur 60 Prozent der Züge im Fernverkehr pünktlich

Im vergangenen Jahr waren nur rund 60 Prozent der Fernzüge ohne größere Verzögerungen unterwegs. Mit Blick auf die überalterte und überlastete Infrastruktur stellt Bahnchefin Evelyn Palla kurzfristig kaum Verbesserung in Aussicht.

In diesem Jahr soll die Pünktlichkeitsquote im Vergleich zu 2025 lediglich stabil bleiben. Angesichts der Extremwetterlagen im Januar und Februar und dem damit verbundenen Verspätungsaufkommen steht dieses Ziel schon jetzt auf wackeligen Beinen.

So (un)pünktlich ist die Deutsche Bahn

ZDFheute Infografik

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Sofortprogramme der Bahn sollen Abhilfe schaffen

Damit Fahrgäste trotzdem etwas merken, hat die Bahn drei Sofortprogramme angekündigt, von denen zwei bereits angelaufen sind. Die Maßnahmen sind Gegenstand der "Agenda für zufriedene Kunden" des Bundesverkehrsministeriums.

Sie betreffen die Sauberkeit und Sicherheit an Bahnhöfen, den Komfort in den Fernverkehrszügen und die Information von Fahrgästen bei Verspätungen und Gleiswechseln.

13.02.2026, Berlin: Passagiere betreten im Hauptbahnhof einen ICE.

Die Arbeitsgruppe "Zuverlässige Bahn" will die Deutsche Bahn pünktlicher machen. Zu den 22 Maßnahmen gehören unter anderem mehr Personal an großen Bahnhöfen und konsequenter Streckenausbau.

20.03.2026 | 0:19 min

Quelle: dpa
Über dieses Thema berichtete ZDFheute Xpress am 28.03.2026 um 10:42 Uhr.

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