Piloten-Streik bei der Lufthansa: Hunderte Flüge ausgefallen

Pilotenstreik bei der Lufthansa:Hunderte Flüge ausgefallen - Fronten verhärtet

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Durch den Pilotenstreik bei der Lufthansa und mehreren Tochtergesellschaften fielen am Montag Hunderte Flüge aus. Die Fronten zwischen Unternehmen und Gewerkschaft sind verhärtet.

 die Abflugbildschirme der Lufthansa im Terminal 1 während eines Streiks am Flughafen Frankfurt am Main, Deutschland, 13. April 2026.

Die Piloten der Lufthansa üben mit ihrem Streik großen Druck auf die Tarifverhandlungen aus. Bis zu 1.000 Flüge sind betroffen. Der Streik soll bis in die Nacht zum Mittwoch andauern.

13.04.2026 | 0:24 min

Der erneute Pilotenstreik bei der Lufthansa hat für Hunderte Flugausfälle gesorgt und die Fronten zwischen den Verhandlungspartnern verhärtet. Das Unternehmen hat die Forderungen der Piloten als "absurd und unerfüllbar" bezeichnet. Erneut mussten Tausende Passagiere ihre Reisepläne ändern.

Am Montag warnte Personalvorstand Michael Niggemann die Spartengewerkschaften Vereinigung Cockpit (VC) und Ufo, ihren Konfrontationskurs fortzusetzen. Mit Blick auf die entstehenden Kosten betonte der Manager:

Jeder Streik verkleinert die betroffene Fluggesellschaft.

Michael Niggemann, Personalvorstand Lufthansa

Erster Streik bei Eurowings

Die VC hatte die Piloten der Lufthansa Kerngesellschaft, der Lufthansa Cargo und der Regionaltochter Lufthansa Cityline zu Arbeitsniederlegungen bis einschließlich Dienstag aufgerufen. Es ist bereits die dritte Streikwelle in der laufenden Auseinandersetzung um höhere Betriebsrenten. Am Montag wurde zudem erstmals der Ferienflieger Eurowings für einen Tag bestreikt.

Frank Bethmann

Bei der Lufthansa sind erneut viele Flugzeuge am Boden geblieben. Grund ist ein bis morgen Abend andauernder Pilotenstreik. ZDF-Börsenexperte Frank Bethmann berichtet.

13.04.2026 | 1:32 min

Viele Maschinen bleiben am Boden

An den Flughäfen kam es zu massiven Flugausfällen. Die VC sprach von mehr als 700 gestrichenen Flügen. Ein Lufthansa-Sprecher sagte der Nachrichtenagentur AFP, es könne rund jeder dritte Kurzstreckenflug und jeder zweite Langstreckenflug am Montag und Dienstag planmäßig stattfinden. Bei der Lufthansa-Tochter Eurowings, wo der Streik nur einen Tag dauern soll, liegt die Quote demnach bei rund 60 Prozent.

Auf den Internetseiten sowohl der Lufthansa als auch der Flughäfen wurden Passagiere gebeten, den Status ihres Fluges rechtzeitig online zu prüfen und gegebenenfalls ihre Airline oder den Reiseveranstalter zu kontaktieren.

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FAQ

Cockpit: Kein ernstzunehmendes Angebot

VC-Präsident Andreas Pinheiro machte die Lufthansa für die erneute Streikwelle verantwortlich. "Trotz eines bewussten Verzichts auf Streikmaßnahmen über die Osterfeiertage blieben ernstzunehmende Angebote aus. In dieser Zeit gab es weder eine Reaktion noch erkennbare Gesprächsbereitschaft seitens der Arbeitgeber." Ein Angebot, das an anderer Stelle gegenfinanziert werden solle, sei für die VC nicht tragfähig.

Mehr als 20.000 Beschäftigte sind aufgerufen, bis 22.00 Uhr nicht zu arbeiten.

Wegen Tarifstreitigkeiten legte das Kabinenpersonal von Lufthansa die Arbeit nieder. An Drehkreuzen wie Frankfurt und München fielen Hunderte Flüge aus.

10.04.2026 | 1:36 min

Nach VC-Angaben liegt weder bei Lufthansa und Lufthansa Cargo ein Angebot zur betrieblichen Altersversorgung vor, noch gibt es bei Lufthansa Cityline ein tragfähiges Angebot für einen neuen Vergütungstarifvertrag. Bei Eurowings sei das vorgelegte Angebot zur betrieblichen Altersversorgung inakzeptabel und bewege sich "auf einem derart niedrigen Niveau, dass es diesen Namen kaum verdient".

Flüge in die Nahost-Region vom Streik ausgenommen

Flüge zu folgenden Destinationen sind nach Konzernangaben vom Streik ausgenommen: Aserbaidschan, Ägypten, Bahrain, Irak, Israel, Jemen, Jordanien, Katar, Kuwait, Libanon, Oman, Saudi-Arabien, Vereinigte Arabische Emirate. Bei Eurowings werden alle Flüge bestreikt, die im Streikfenster von deutschen Flughäfen starten.

ZDF-Korrespondentin Brigitte Saar hält ein Mikrofon, im Hintergrund ist der Münchener Flughafen zu sehen.

Der Lufthansa-Streik traf viele Oster-Reisende. ZDF-Korrespondentin Saar berichtet aus München.

10.04.2026 | 1:14 min

Protestkundgebung zum Jubiläums-Festakt

Erst am Freitag vergangener Woche hatte ein Streik der Kabinengewerkschaft Ufo hunderte Flüge ausfallen lassen. Die Gewerkschaft zeigte sich entschlossen, ihren Protest auch auf die für Mittwoch (15. April) angesetzte Feierstunde zum 100. Jahrestag der Lufthansa-Gründung zu tragen.

Eine entsprechende Kundgebung vor dem neuen Tagungs- und Besucherzentrum am Flughafen sei angemeldet, sagte ein Sprecher. Auch die VC hat ihre Mitglieder zur Teilnahme an den Protesten aufgefordert. Zu der Feierstunde wird unter anderen Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) erwartet. Wegen eines Streiks des Kabinenpersonals waren erst am Freitag Hunderte Flüge der Lufthansa ausgefallen. Der Ausstand traf Zehntausende Passagiere im Oster-Rückreiseverkehr.

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Vor 100 Jahren startete der erste Linienflug der Lufthansa mit vier Passagieren. Erinnert wird daran unter anderem mit einer Jubiläums-Lackierung.

06.04.2026 | 0:20 min

Quelle: dpa, Reuters, AFP
Über dieses Thema berichteten heute Xpress am 13.04.2026 ab 07:19 Uhr und heute am 13.04.2026 an 17:00 Uhr.

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