Oster-Rückreiseverkehr betroffen:Lufthansa-Streik: Hunderte Flüge gestrichen
Der Streik des Kabinenpersonals zeigt deutliche Wirkung: Zum Ende der Woche fielen etliche Flüge bei der Lufthansa aus. Laut Ufo starteten nur vereinzelt Maschinen.
Seit heute Nacht streikt das Kabinenpersonal der Lufthansa. Mitten in der Oster-Rückreisewelle fallen so hunderte Flüge aus, betroffen sind rund 72.000 Passagiere. Brigitte Saar berichtet live vom Flughafen in München.
10.04.2026 | 3:31 minSchon zum dritten Mal in diesem Jahr müssen Passagiere der Lufthansa mit streikbedingten Flugausfällen und Verspätungen rechnen. Seit Mitternacht streiken die rund 20.000 Flugbegleiterinnen und Flugbegleiter der Lufthansa und ihrer Tochter Lufthansa Cityline. Das bestätigte eine Sprecherin der Gewerkschaft Ufo in der Nacht.
Betroffen sind zwischen 00:01 und 22 Uhr Hunderte Abflüge der Kerngesellschaft Lufthansa und der Regionaltochter Lufthansa Cityline an den Drehkreuzen München und Frankfurt sowie an weiteren deutschen Flughäfen. Auch zahlreiche Rückflüge von Osterurlaubern dürften zunächst ausfallen. Nach Schätzung der Gewerkschaft starteten nur vereinzelt Maschinen.
Der Lufthansa-Streik trifft viele Oster-Reisende und sorgt für Stille an deutschen Flughäfen. ZDF-Korrespondentin Saar berichtet aus München.
10.04.2026 | 1:14 minUfo und die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit hatten die Lufthansa bereits Mitte Februar am gleichen Tag bestreikt, was zu massiven Flugausfällen führte. Die Piloten machten Mitte März erneut Druck mit zwei Tagen Arbeitskampf.
Lufthansa kündigte Maßnahmen an
Der Konzern kündigte zusätzliche Flüge seiner nicht bestreikten Airlines an, um die Auswirkungen für die Passagiere abzufedern. So müssen sich Kunden von Eurowings, Discover, Swiss, Austrian, Brussels, Edelweiss und Ita keine Sorgen machen.
Ein Sonderflugplan ist veröffentlicht. Demnach wurden am Drehkreuz Frankfurt von knapp 350 geplanten Lufthansa-Abflügen 75 Prozent gestrichen. An größeren Flughäfen wie Hamburg oder Berlin wurden ebenfalls Dutzende Flüge abgesagt.
Neue Streiks bei der Lufthansa: Warum bei der Lufthansa derzeit wieder viele Flüge ausfallen, erklärt Valerie Haller an der Frankfurter Börse.
09.04.2026 | 1:33 minDen Passagieren rät Lufthansa, sich umfassend über ihren Flug zu informieren. Die Tickets können umgebucht oder erstattet werden. Weiterhin stehen den Fluggästen bei Verspätungen von über drei Stunden Entschädigungen zu.
Wir gehen davon aus, dass wir am Samstag wieder weitgehend das komplette Flugprogramm anbieten können.
Lufthansa
"Dennoch kann es noch zu vereinzelten Flugstreichungen und -verspätungen kommen", erklärte die Lufthansa. Fluggäste würden aktiv per E-Mail benachrichtigt, wenn ihr Flug betroffen sei. Der Konzern bat Reisende, dafür ihre Kontaktinformationen aktuell zu halten.
Seit heute Nacht streikt das Kabinenpersonal der Lufthansa. Brigitte Saar erläutert die Forderungen des Personals.
10.04.2026 | 3:31 minStreik trifft Zehntausende Passagiere
Der Streik trifft nach Branchenangaben rund 90.000 Passagiere der Lufthansa im Oster-Rückreiseverkehr. "Das ist völlig unangemessen", kritisierte der Hauptgeschäftsführer des Flughafenverbands ADV, Ralph Beisel. Er warf der Flugbegleitergewerkschaft Ufo vor, "bewusst maximale Störungen in Kauf" zu nehmen.
Lösungen müssen am Verhandlungstisch gefunden werden, nicht auf dem Rücken der Reisenden.
Ralph Beisel, ADV-Hauptgeschäftsführer
Lufthansa-Personalvorstand Michael Niggemann nannte den Arbeitskampf eine verantwortungslose Eskalation, "gerade auch in einer Zeit, in der wir mit geopolitischen Herausforderungen umgehen müssen wie extremen Kerosinpreisentwicklungen und großen Unsicherheiten für die kommenden Monate". Niggemann hielt der Gewerkschaft Ufo vor, bislang nicht ernsthaft verhandelt zu haben.
Heute vor 100 Jahren, am 6. April 1926, startete der erste Linienflug der Lufthansa mit vier Passagieren.
06.04.2026 | 0:20 minGewerkschaft sieht Lufthansa in der Pflicht
Ufo will mit dem Arbeitskampf Druck auf die Verhandlungen über einen neuen Manteltarifvertrag bei der Lufthansa ausüben. Sie fordert Arbeitszeitentlastungen für die rund 18.000 Stewards und Stewardessen. Bei Cityline geht es um einen Sozialplan für die rund 800 Flugbegleiter. Die Airline soll im kommenden Jahr eingestellt werden.
Diese Situation wäre vermeidbar gewesen - die Verantwortung liegt bei der Lufthansa, die es bislang nicht einmal geschafft hat, ein verhandlungsfähiges Angebot vorzulegen
Joachim Vázquez Bürger, Ufo-Chef
Weitere Streiks seien laut dem Leiter der Ufo-Tarifpolitik, Harry Jaeger, nicht ausgeschlossen. "Wir haben eine Reihe von Terminen angemeldet, wo man demonstrieren könnte", sagte die Ufo auf Anfrage der Nachrichtenagentur Reuters. Einer davon ist schon kommenden Mittwoch, wo "Arbeitskampfmaßnahmen" für rund 500 Teilnehmende zwischen 09:00 und 13:00 Uhr angemeldet seien, wie die Polizei Frankfurt berichtete.
Niedrigere Spritkosten und weniger Ausgaben für Verspätungen haben der Lufthansa 2025 mehr Gewinn gebracht.
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