Lufthansa-Streik: Hunderte Flüge fallen aus

Oster-Rückreiseverkehr betroffen:Lufthansa-Streik: Hunderte Flüge fallen am Freitag aus

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Zum dritten Mal in diesem Jahr müssen Lufthansa-Passagiere mit Ausfällen rechnen. Rund 20.000 Beschäftigte legen am Freitag ihre Arbeit nieder.

Valerie Haller an der Frankfurter Börse und Moderator Christopher Wehrmann

Neue Streiks bei der Lufthansa: Warum bei der Lufthansa derzeit wieder viele Flüge ausfallen, erklärt Valerie Haller an der Frankfurter Börse.

09.04.2026 | 1:33 min

Schon zum dritten Mal in diesem Jahr müssen Passagiere der Lufthansa mit streikbedingten Flugausfällen und Verspätungen rechnen. Seit Mitternacht streiken die rund 20.000 Flugbegleiterinnen und Flugbegleiter der Lufthansa und ihrer Tochter Lufthansa Cityline. Das bestätigte eine Sprecherin der Gewerkschaft Ufo in der Nacht.

Betroffen sind zwischen 00:01 und 22 Uhr Hunderte Abflüge der Kerngesellschaft Lufthansa und der Regionaltochter Lufthansa Cityline an den Drehkreuzen München und Frankfurt sowie an weiteren deutschen Flughäfen. Auch zahlreiche Rückflüge von Osterurlaubern dürften zunächst ausfallen.

Ein Lufthansa Wegweiser steht neben einem Stopp-Schild am Flughafen Hamburg

Im März setzte die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit ihren Streik fort: Etliche Lufthansa-Flüge fielen aus.

13.03.2026 | 0:19 min

Ufo und die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit hatten die Lufthansa bereits Mitte Februar am gleichen Tag bestreikt, was zu massiven Flugausfällen führte. Die Piloten machten Mitte März erneut Druck mit zwei Tagen Arbeitskampf.

Lufthansa plant Gegenmaßnahmen

Der Konzern kündigte zusätzliche Flüge seiner nicht bestreikten Airlines an, um die Auswirkungen für die Passagiere abzufedern. So müssen sich Kunden von Eurowings, Discover, Swiss, Austrian, Brussels, Edelweiss und Ita keine Sorgen machen.

Lufthansa Flugzueg

Wegen der steigenden Kerosinpreise prüft die Lufthansa, ob einige ihrer Jets vorübergehend außer Dienst gestellt werden können. Laut Medienberichten könnten 20 bis 40 Maschinen betroffen sein.

31.03.2026 | 0:31 min

Ein Sonderflugplan ist bereits veröffentlicht. Demnach wurden am Drehkreuz Frankfurt von knapp 350 geplanten Lufthansa-Abflügen 75 Prozent gestrichen. An größeren Flughäfen wie Hamburg oder Berlin wurden ebenfalls Dutzende Flüge abgesagt.

Den Passagieren rät Lufthansa, sich umfassend über ihren Flug zu informieren. Die Tickets können umgebucht oder erstattet werden. Weiterhin stehen den Fluggästen bei Verspätungen von über drei Stunden Entschädigungen zu.

München: EIn Lufthansa-Flugzeug in der Jubiläumslackierung zum 100-jährigen Bestehen der Lufthansa.

Heute vor 100 Jahren, am 6. April 1926, startete der erste Linienflug der Lufthansa mit vier Passagieren. Das wird heute in Berlin gefeiert – unter anderem mit einer Jubiläums-Lackierung.

06.04.2026 | 0:20 min

Streik trifft Zehntausende Passagiere

Der Streik trifft nach Branchenangaben rund 90.000 Passagiere der Lufthansa im Oster-Rückreiseverkehr. "Das ist völlig unangemessen", kritisierte der Hauptgeschäftsführer des Flughafenverbands ADV, Ralph Beisel. Er warf der Flugbegleitergewerkschaft Ufo vor, "bewusst maximale Störungen in Kauf" zu nehmen.

Lösungen müssen am Verhandlungstisch gefunden werden, nicht auf dem Rücken der Reisenden.

Ralph Beisel, ADV-Hauptgeschäftsführer

Lufthansa-Personalvorstand Michael Niggemann nannte den Arbeitskampf eine verantwortungslose Eskalation, "gerade auch in einer Zeit, in der wir mit geopolitischen Herausforderungen umgehen müssen wie extremen Kerosinpreisentwicklungen und großen Unsicherheiten für die kommenden Monate". Niggemann hielt der Gewerkschaft Ufo vor, bislang nicht ernsthaft verhandelt zu haben.

Lufthansa Bilanzpressekonferenz 2026

Niedrigere Spritkosten und weniger Ausgaben für Verspätungen haben der Lufthansa 2025 mehr Gewinn gebracht. Das bereinigte Betriebsergebnis stieg um 19 Prozent auf 1,96 Milliarden Euro.

06.03.2026 | 0:26 min

Gewerkschaft sieht Lufthansa in der Pflicht

In dem Konflikt geht es um die Tarifverhandlungen zum Manteltarif bei Lufthansa und nach Ufo-Angaben um die fehlende Bereitschaft des Unternehmens, bei der Cityline über einen Sozialtarifvertrag zu verhandeln. Daran hingen rund 800 Existenzen.

"Diese Situation wäre vermeidbar gewesen - die Verantwortung liegt bei der Lufthansa, die es bislang nicht einmal geschafft hat, ein verhandlungsfähiges Angebot vorzulegen", erklärte Ufo-Chef Joachim Vázquez Bürger.

Quelle: dpa, Reuters, AFP
Über dieses Thema berichtete das heute journal update am 10.04.2026 ab 00:45 Uhr.

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