Positive Prognose für 2026: Deutsche Startups im Aufschwung

Innovation schafft Optimismus für 2026:Startup-Boom im Schatten der Krise

von Eva Schmidt

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Die Startup-Branche lässt sich von der Mollstimmung in der deutschen Wirtschaft nicht anstecken. Junge Tech-Unternehmen schauen überwiegend optimistisch ins Jahr 2026.

Eine Geschäftsfrau steht an einem Fenster

Von der Notlösung im Urlaub zum Geschäftskonzept zu Hause - die Geschichte vieler Startups. Junge Unternehmer über ihre Selbstständigkeit und darüber, was besser werden sollte.

03.01.2026 | 1:35 min

"Wir sind in Deutschland sehr verliebt in das, was uns groß gemacht hat, übersehen dabei aber schnell, was uns in Zukunft groß machen wird": So fasst Verena Pausder, Vorstandsvorsitzende des Startup-Verbands, ihre Sicht auf die Stimmung in Deutschland zusammen. Bei den Newcomern aus dem Tech-Bereich, den sogenannten Startups, gibt es viel Vertrauen in den Standort Deutschland.

Viele Gründungen von Startups 2025

"Die Rezession war 2025 zwar spürbar", sagt Verena Pausder gegenüber ZDFheute. Aber gleichzeitig habe es zum Halbjahr 1.500 Neugründungen gegegeben, ein Plus von neun Prozent. Für 2025 insgesamt ist Pausder zufolge mit mehr als 3.000 Neugründungen zu rechnen.

Das sind ähnlich viele wie im Boomjahr 2021 - ein super starkes Zeichen.

Verena Pausder, Vorsitzende des Startup-Verbands

Aus Sicht der Startup-Branche sind in Deutschland nach wie vor Forschung und Entwicklung auf Weltklasse-Niveau. Verena Pausder spricht von "Top-Talenten und einem starken Mittelstand". Allerdings wären mehr Gründungen aus Hochschulen und Unis heraus wünschenswert, hier liege viel Potential brach.

Lea-Sophie Cramer steht rechts im Bild und schaut in die Kamera.

Lea-Sophie Cramer trifft auf Dominik Popp, der als Fußballprofi und Startup-Gründer mehrfach scheitert, bis er herausfindet, worauf es als Unternehmer wirklich ankommt.

11.08.2025 | 42:15 min

Gründungsboom in KI, Deep Tech und Defense

Viele Gründungen entstehen in den Bereichen Künstliche Intelligenz (KI) und Deep Tech. Das sind Unternehmen, die bereits mit Patenten an den Start gehen wie beispielsweise in der Satelliten- oder Drohnentechnik.

Ein überraschender Trend: Seit dem Angriff auf die Ukraine 2022 gibt es bei Investitionen in Defense-Tech-Startups eine hohe Dynamik. In Zahlen heißt das nach Angaben des Verbands: Ein Anstieg bei den Investitionen von 1,3 Millionen Euro im Jahr 2020 auf rund 890 Millionen Euro - allein nur für die ersten neun Monate 2025.

Start-Up-Event

50 Startups, ein Publikum aus Investoren, Medien und Industrie - und mittendrin: das führende Startup-Ökosystem Europas. Der Ultimate Demo Day ist wohl Deutschlands wichtigstes Startup-Event.

11.12.2025 | 2:30 min

Sicherheit und Rechtsstaat als Standortvorteil

"Was ich an Deutschland besonders schätze, ist die Verlässlichkeit und Fairness der Institutionen", sagt Tina Ruseva. Sie hat mit ihrem Münchener Startup eine KI-Lösung für Mentoring und Personalentwicklung auf den Markt gebracht. "Ich sage das aus der Perspektive einer Migrantin, die vergleichbare Erfahrungen in anderen Ländern gemacht hat."

Viele klagten über Bürokratie, aber man müsse auch die andere Seite davon sehen:

Sie schafft Transparenz, Berechenbarkeit und am Ende auch Vertrauen.

Tina Ruseva, Startup-Gründerin

Verena Pausder | Vorstandsvorsitzende Startup-Verband

"Eigentlich stehen wir sehr gut da - wir machen es uns nur schwer", bemängelt die Vorstandsvorsitzende des Startup-Verbandes, Verena Pausder, die aktuelle Lage. Hinderlich sei der bürokratische "Flickenteppich".

11.12.2025 | 4:38 min

Warum Krisen Unternehmen stark machen

"Wir werden gestärkt aus 2026 hervor gehen": Wie viele andere Startup-Gründer und Gründerinnen ist auch Irene Klemm, 2023 ausgezeichnet mit dem Deutschen Gründerpreis, optimistisch. Ihrer Erfahrung nach verstärken Krisen die Anpassungsfähigkeit von Unternehmen, daher zieht sie den Vergleich zur Finanzkrise, in der viele erfolgreiche Unternehmen gegründet wurden wie Uber, Airbnb oder Whatsapp.

Deutscher Gründerpreis

Von Quantencomputern, zu Brennstoffzellen, bis hin zu Hightech-Produkten für den Alltag. Bei der Verleihung des Deutschen Gründerpreises treten die innovativsten Startups an.

09.09.2025 | 1:25 min

David Oudsandji, der mit seinem Aachener Startup nachhaltige Batteriesysteme baut, wünscht sich für 2026 mehr "Vereinigte Staaten von Europa". Dazu gehört für ihn ein gemeinsamer europäischer Kapitalmarkt und eine einheitliche europäische Unternehmensform, um es Startups leichter zu machen, grenzüberschreitend zu wachsen.

Viele Mitarbeiter kommen bei Startups aus dem Ausland

Startups sind internationaler ausgerichtet als viele etablierte Unternehmen, das zeigt alleine die Belegschaft. 32 Prozent der Mitarbeitenden kommen aus dem Ausland. Im Hotspot Berlin sind es sogar 42 Prozent der Mitarbeitenden bei Startups.

"Mehr Flexibilität für Unternehmen im Aufbau", das fordert Irene Klemm und denkt dabei etwa an schnellere Visaprozesse für Talente aus dem Ausland. Tina Ruseva schließt mit ihrer Erfahrung an: "Die Arbeits- und Sozialgesetze, die eigentlich wertvolle Schutzfunktionen erfüllen, sind für sehr junge Firmen extrem belastend." Mutterschutz, Kündigungsschutz, Arbeitszeit- und Compliance-Pflichten müsse man erfüllen, "noch bevor ein Unternehmen stabil aufgestellt ist", sagt Ruseva.

Kapitalzugang bleibt größtes Nadelöhr

"Pain Point" für viele Startups in Deutschland sei nach wie vor der Zugang zu Kapital, räumt Verena Pausder vom Startup-Verband ein. Frankreich mache es erfolgreich vor, da investierten große Kapitalgeber wie Rentenfonds, Versicherungen oder Pensionskassen viel mehr Geld in Wagniskapital. "Und da sind Unternehmen wie Mistral als Beispiel herausgekommen, die international wettbewerbsfähig sind. Und diese europäischen Champions brauchen wir."

Über dieses Thema berichtete ZDFheute Xpress in dem Beitrag "Die Wünsche junger Unternehmer" am 03.01.2026 um 05:50 Uhr.

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