Neuer Chef bei Apple:Welche Aufgaben John Ternus meistern muss
von Patrick Müthing
Apple bekommt einen neuen Chef. Der Wechsel in der Spitze verspricht einen neuen Fokus des Unternehmens. Doch die Herausforderungen auf dem Markt bleiben.
Tim Cook gibt am 1. September seinen Posten ab. Nachfolger wird Hardware-Chef John Ternus. Er werde das Produkt im Zentrum haben, sagt Wirtschaftsexperte Gassmann bei ZDFheute live.
21.04.2026 | 12:27 minMit dem Wechsel des Apple-Chefs geht eine Ära zu Ende. 15 Jahre lang leitete Tim Cook das Unternehmen als CEO. Unter ihm wurde Apple für eine Zeit lang das wertvollste Unternehmen an der Börse; überschritt als erstes Unternehmen die Billionen-Dollar-Grenze.
Gestern kündigte der Konzern seinen Nachfolger an: John Ternus. Auf den neuen Chef kommen einige Herausforderungen zu, vor denen das Unternehmen derzeit bereits steht.
Mit Ternus mehr Fokus auf Produktentwicklung?
Ternus leitet bisher Apples Hardware-Sparte. Er trat nicht oft in Erscheinung, übernahm aber auf den letzten Apple-Keynotes einige Präsentationen wichtiger neuer Produkte.
Mit 50 Jahren ist er genauso alt wie Cook, als dieser 2011 CEO wurde. Ternus ist seit 25 Jahren im Unternehmen und genießt hohes Ansehen. Er leitete hardware-seitig die Teams hinter Produkten wie iPads, AirPods und Apple Watches und verantwortete Apples letzten großen Sprung: die Umstellung auf eigene Prozessoren und damit das Lösen aus der Abhängigkeit des Chip-Herstellers Intel.
Die Firma ist extrem erfolgreich entwickelt, aber der eigentliche Produktinnovationsmoment hat in den letzten Jahren etwas gefehlt.
Oliver Gassmann, Wirtschaftswissenschaftler
Mit Ternus scheint das Unternehmen sich wieder stärker auf seine Produktentwicklung zu fokussieren.
Apple-CEO Tim Cook hat seinen Rücktritt bekannt gegeben. Nach 15 Jahren an der Spitze des Konzerns bleibt er der Firma als Vorsitzender des Verwaltungsrates erhalten.
21.04.2026 | 0:23 minApple-Problem: Abhängigkeit von Lieferketten
Als Tim Cook seine Stelle antrat, galt er als Experte für Lieferketten und als pragmatischer Logistiker.
Ein großer Teil der iPhones wird in China hergestellt. Diese Abhängigkeit hatte Cook lange ausgebaut. Die von US-Präsident Trump eingeführten Zölle trafen Apple entsprechend hart.
Cook diversifiziert die Lieferwege, um sich aus der Abhängigkeit zu lösen. Ein Teil der iPhones wird mittlerweile unter anderem in Indien produziert, doch die Abhängigkeit von China bleibt vorerst bestehen.
Der Technikkonzern Apple hat sein neues iPhone 17 vorgestellt und setzt dabei auf ein ganz neues Design. Der Anteil an Künstlicher Intelligenz ist dagegen auffällig gering.
10.09.2025 | 1:27 minTrotz "Apple Intelligence" Rückstand im Bereich KI
Ein weiteres großes Problem für Ternus wird die Aufholjagd auf dem KI-Markt. Apple hatte mit "Siri" früh einen Sprachassistenten in ihren Geräten integriert - im Wettrennen um die Künstliche Intelligenz allerdings den Anschluss verloren.
Die Einführung der eigenen KI "Apple Intelligence" konnte mit den Mitbewerbern ChatGPT und Gemini (Google) nicht mithalten. Zudem basiert Apples KI auf der von Google, was eine weitere Abhängigkeit bedeutet, die Analysten an der Ausrichtung des Konzerns zweifeln lässt.
Apple, Amazon, Google und Facebook wachsen scheinbar grenzenlos und werden immer mächtiger. Sie sind im Fokus der Öffentlichkeit - doch stehen sie auch über dem Gesetz?
09.12.2021 | 42:30 minMarkenvorteil: Expertise bei digitaler Privatsphäre
Apples Zurückhaltung könnte mit dieser Strategie auch zum Vorteil werden.
Apple ist ein vertrauenswürdiger Integrator.
Oliver Gassmann, Wirtschaftswissenschaftler
Das Abwarten, bis KI-Produkte verlässlicher und sicherer werden, um sie dann in den eigenen Geräten einzubinden, passt zum Marken-Image. Oliver Gassmann von der Universität St. Gallen sagt, Apple habe in der Vergangenheit immer höchsten Wert auf Privatsphäre gelegt. Dieser Aspekt wird auch bei KI immer wichtiger. Bei Apple wisse man, was man habe.
In Sachen künstliche Intelligenz befindet sich das Technologieunternehmen Apple noch in der Findungsphase. Die Konkurrenz hingegen ist schon deutlich weiter.
10.09.2025 | 2:04 minWeiter gute Beziehungen zu US-Präsident Trump?
Tim Cook pflegte eine gute Beziehung zu Trump - schon während Trumps erster Amtszeit. Er versprach dem Präsidenten ein Milliardeninvestment in den USA und das Schaffen Tausender Jobs. Für seine Nähe zu Trump erntete Cook Kritik, schaffte es aber auch, Vorteile für Apple auszuhandeln.
Vom Garagenprojekt zur Weltmarke: Apple wird 50. Mit seinen Produkten revolutionierte die Firma ganze Branchen. Was ist das Erfolgsrezept? Und warum wächst die Kritik dennoch?
01.04.2026 | 2:00 minDonald Trump lobt Cook heute in einem Post auf seiner Plattform "Truth Social". Er sei sehr beeindruckt gewesen, dass der Chef von Apple persönlich bei ihm angerufen habe, um ihm den "Hintern zu küssen". Das Unternehmen hätte sich unter Tim Cook besser entwickelt als unter seinem Vorgänger und Apple-Gründer Steve Jobs.
Inwieweit sich der neue CEO Ternus Trump stellen muss, ist noch unklar. Bis September werde Cook seine Funktion als CEO weiter ausüben; so solle ein reibungsloser Übergang gewährleistet werden, so das Unternehmen. Danach solle Cook als Vorstandsvorsitzender in bestimmten Bereichen weiter unterstützen - zum Beispiel bei dem Kontakt mit politischen Entscheidungsträgern.
Patrick Müthing ist Redakteur in der ZDF-Hauptredaktion WIRSSUM.
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- FAQ
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