Generationswechsel nach 15 Jahren:Tim Cook hört als Apple-Chef auf: Wie geht es weiter?
von Fränzi Meyer, Washington, D.C.
Der iPhone-Hersteller Apple bekommt nach rund 15 Jahren einen neuen Chef. Ab September werde Apple-Manager John Ternus das Unternehmen führen. Ein Überblick.
Apple-CEO Tim Cook hat seinen Rücktritt bekannt gegeben. Der 65-Jährige hatte 15 Jahre an der Spitze des Konzerns gestanden und bleibt der Firma als Vorsitzender des Verwaltungsrates erhalten.
21.04.2026 | 0:23 minApple bekommt ab 1. September einen neuen Chef - und steht zugleich vor großen Herausforderungen: Nach rund 15 Jahren tritt Tim Cook ab, sein Nachfolger wird Hardware-Chef John Ternus.
Warum tritt Tim Cook zurück?
Apple selbst spricht in einem Statement am Montag von einem "langfristig geplanten Übergang". Der Wechsel sei Teil einer Nachfolgestrategie, die vom Vorstand einstimmig beschlossen worden sei. Cook bleibt dem Unternehmen als Verwaltungsratschef erhalten und soll den Übergang begleiten.
Konkrete Gründe für den Rückzug nennt der Konzern nicht. Allerdings gab es bereits seit Monaten Berichte, dass ein Wechsel bevorstehen könnte.
Beobachter sehen den Zeitpunkt auch im Kontext einer neuen Phase für Apple: Der Konzern steht vor großen strategischen Herausforderungen, vor allem im Bereich Künstliche Intelligenz.
In Sachen künstliche Intelligenz befindet sich das Technologieunternehmen Apple noch in der Findungsphase. Die Konkurrenz hingegen ist schon deutlich weiter.
10.09.2025 | 2:04 minWer ist der neue CEO John Ternus?
Mit Ternus entschied sich Apple erneut für einen Nachfolger aus den eigenen Reihen. Der 50-Jährige arbeitet seit mehr als 20 Jahren bei Apple und leitet derzeit die Hardware-Entwicklung. Er war an zentralen Produkten wie iPhone, iPad und AirPods beteiligt.
Mit ihm rückt ein klassischer Produkt- und Technikexperte an die Spitze, im Gegensatz zu Cook, der vor allem als Experte für Lieferketten und Organisation gilt.
Der langjährige Leiter der Hardware-Sparte, John Ternus, löst am 1. September Tim Cook an der Spitze von Apple ab.
Quelle: epaWie steht es um Apple?
Unter Cook ist Apple massiv gewachsen: Der Börsenwert stieg auf rund vier Billionen US-Dollar, Umsatz und Gewinne legten deutlich zu. Während seiner Zeit an der Spitze stieg der Konzern unter anderem ins Geschäft mit Computer-Uhren und einer Datenbrille ein und verdiente zunehmend auch mit digitalen Diensten rund um iPhone und Apps. Gleichzeitig zog Cook Apples Elektroauto-Projekt nach Milliarden-Investitionen wieder zurück.
Der Tech-Journalist des US-amerikanischen Senders CNN, Jacob Ward, beschreibt die Lage als paradox: Cook habe wirtschaftlich "kaum besser" liefern können, stehe aber zugleich vor einer "unglaublich komplizierten Zukunft". Das Geschäftsmodell beruhe stark auf iPhone, App Store und globaler Produktion - und genau diese Bereiche gerieten unter Druck, so Ward.
Nach fast 15 Jahren an der Unternehmensspitze tritt Tim Cook am 1. September als CEO von Apple zurück. ZDF-Börsenexperte Frank Bethmann berichtet.
21.04.2026 | 1:06 minWas sind die Herausforderungen für Ternus?
Während Konkurrenten wie Google oder Samsung bereits offensiv mit neuen KI-Funktionen werben, tat sich Apple zuletzt schwer, eine angekündigte, deutlich verbesserte Version seiner Sprachassistentin Siri auf den Markt zu bringen. Die Nachfrage nach iPhones blieb dennoch hoch: Erst im vergangenen Jahr verdrängte Apple den langjährigen Marktführer Samsung von der Spitze.
Dass Cook in dieser Situation bereit ist, die Zügel zu übergeben, könnte darauf hindeuten, dass Apple seine KI-Herausforderungen aus eigener Sicht im Griff hat, sagte Branchenanalyst Dan Ives dem Sender CNBC. Zugleich wächst an den Finanzmärkten der Druck, eine klare KI-Strategie vorzulegen.
1976 in Kalifornien gegründet, ist Apple heute ein Gigant der Branche. Die einzigartige Geschichte des Unternehmens und wie seine Ideen das tägliche Leben prägen, kann man jetzt im Museum sehen.
31.03.2026 | 2:00 minWas bedeutet der Wechsel für die Zukunft des iPhones?
Der Tech-Journalist Ward sieht durch Künstliche Intelligenz einen möglichen Umbruch: KI könnte das bisherige App-Modell infrage stellen, weil Aufgaben zunehmend von digitalen Assistenten übernommen werden. Für Apple wäre das besonders relevant, da ein großer Teil der Einnahmen an dieses App-Ökosystem geknüpft ist.
Ward zufolge muss sich der neue Apple-Chef damit einer "völlig neuen Welt" stellen, in der auch die Form und Nutzung von Geräten neu gedacht werden könnten.
Die Berufung von Ternus - und nicht etwa von Software-Chef Craig Federighi - signalisiert laut dpa zugleich, dass Apple auch in der KI-Ära an seinen Technik- und Hardware-Wurzeln festhalten will.
Analyst Dan Ives erwartet, dass Ternus zunächst "etwas Skepsis" begegnen wird, da er in die Fußstapfen eines der erfolgreichsten Konzernchefs unserer Zeit tritt. Zugleich erinnert er an die Zweifel, die es einst auch an Tim Cook gab: Dieser sei weder ein Innovator noch eine Kultfigur wie Steve Jobs gewesen - "aber er hat einen fantastischen Job gemacht, um das Geschäft wachsen zu lassen".
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