Steigende Kosten durch Iran-Krieg :Ifo: Mehr Firmen wollen Preise erhöhen
Steigende Energiepreise infolge des Iran-Kriegs belasten Unternehmen stark. Laut Ifo-Institut wollen viele nun mit Preiserhöhungen in Industrie, Bau und Dienstleistungen reagieren.
Heute werden die neuen Inflationszahlen für Deutschland veröffentlicht. Als Kriegsfolge sind vor allem Energiekosten gestiegen. Zudem klagt die Industrie über zunehmende Probleme mit Rohstofflieferungen.
30.03.2026 | 2:39 minWegen der Folgen des Iran-Kriegs wollen deutlich mehr Unternehmen in Deutschland ihre Preise erhöhen. Der entsprechende Indikator kletterte um fünf Punkte auf den höchsten Wert seit März 2023, wie das Ifo-Institut in München mitteilte. "Der Preisdruck in Deutschland nimmt wieder spürbar zu", sagte Ifo-Experte Klaus Wohlrabe:
Die hohen Energiepreise dürften die Inflation in den kommenden Monaten erhöhen.
Klaus Wohlrabe, Ifo-Experte
Preise für Rohöl, Gas und Strom steigen
Seit Wochen greifen die USA und Israel den Iran an, die Führung in Teheran attackiert ihrerseits die Energieinfrastruktur in den Golfstaaten, in denen US-Soldaten stationiert sind. Zudem ist die Straße von Hormus de facto gesperrt, durch die ein großer Teil der weltweiten Rohstofftransporte geschifft wird. Daher steigen die Preise für Rohöl, Treibstoff, Gas und Strom.
"Die Unternehmen geben steigende Kosten zunehmend weiter", sagte Wohlrabe.
Über höhere Produktions- und Transportkosten werden die Energiepreise auch auf Waren und Dienstleistungen durchschlagen.
Klaus Wohlrabe, Ifo-Experte
Angesichts hoher Ölpreise wächst in der Wirtschaft die Sorge vor steigender Inflation. Die Bundesregierung diskutiert eine Senkung der Mehrwertsteuer auf Lebensmittel.
28.03.2026 | 1:42 minIfo-Institut: Preisdruck steigt in vielen Branchen
Besonders stark steigen die Preiserwartungen laut Ifo in der Industrie sowie im Baugewerbe. Auch die konsumnahen Dienstleister, also zum Beispiel Gastronomie, Einzelhandel oder Gesundheit, erhöhten ihre Preiserwartungen kräftig.
"Die Ergebnisse zeigen, dass der Preisdruck über viele Branchen hinweg wieder zunimmt", betonte das Ifo-Institut.
Je länger das Öl- und Gasangebot reduziert sei, desto weiter würden die Preise steigen, sagt der Wirtschaftsforscher Moritz Schularick zu den Folgen des Kriegs im Nahen Osten.
29.03.2026 | 5:21 minDas Statistische Bundesamt will am Nachmittag eine erste Schätzung zur Inflation im März veröffentlichen. Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Ökonomen rechnen damit, dass die Verbraucherpreise im Schnitt um 2,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat gestiegen sind, von 1,9 Prozent im Februar.
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