Roboter, E-Autos und KI:IFA 2026: China-Hersteller greifen mit KI-Produkten an
von Hansjürgen Piel, Berlin
Aufholjagd auf der IFA: Koreanische Branchenführer fahren ihre Messeauftritte zurück – chinesische Hersteller rücken nach. Erstmals kommt fast jeder zweite Aussteller aus China.
Am Freitag eröffnet in Berlin wieder die IFA. In diesem Jahr erwarten Besucher Backöfen mit Gerichterkennung, Geschirrspüler mit Kamera, Haushaltsroboter und viele weitere technische Neuheiten.
03.09.2026 | 2:41 minZimmer aufräumen, den Hund bespaßen oder Wäsche schrankfertig zusammenfalten - Roboter in Menschengestalt als Haushaltshelfer faszinieren immer mehr Menschen. Nach einer aktuellen repräsentativen Befragung des Branchenverbandes Bitkom könnte sich fast jeder zweite Deutsche einen KI-gesteuerten mechanischen Mitbewohner im eigenen Zuhause vorstellen.
"Robotik ist ein echtes Wachstums-Segment", sagt Carine Chardon, Geschäftsführerin bei gfu Consumer & Electronics, dem IFA-Veranstalter.
Der nächste Schritt ist, dass humanoide Modelle in die privaten Haushalte kommen.
Carine Chardon, Geschäftsführerin IFA-Veranstalter
"Das ist jetzt noch eine Frage der Entwicklung, der Skalierung und der Preise, damit sie angenommen werden", so Chardon.
Bei der Roboter-WM in Peking traten Humanoide auch in Alltagsaufgaben im Haushalt gegeneinander an. Welchen Einfluss Roboter zukünftig auf das Leben haben könnten, analysiert ZDFheute live.
27.08.2026 | 35:00 minErstmals werden nun gleich mehrere humanoide Roboter-Modelle auf der IFA in Berlin zu sehen sein. Auch wenn sie bisher mindestens fünfstellig kosten und von echten Alltagshelfern noch etwas entfernt sind.
So soll der Roboter "CLOiD" des koreanischen Herstellers LG Wäsche falten und Hausgeräte bedienen können. Doch die Maschine hat keine Beine: auf einem Rollen-Sockel bewegt sie sich voran. Dafür soll dieser "semi-humanoide" Roboter nach Herstellerangaben als mobile KI-Steuerzentrale für vernetzte Hausgeräte dienen können. Vorausgesetzt, Backofen oder Waschmaschine sind auch Produkte desselben Herstellers.
Ausgereifte Haushaltsroboter
Weit ausgereifter sind da die neuen Haushaltsroboter: Autonome spezialisierte Geräte mit klaren Aufgaben wie Staubsaugen, Fensterputzen oder Rasenmähen, die diese meist schon einwandfrei beherrschen.
Sie sollen Pfannkuchen backen und massieren: Pekings neue, menschenähnliche Roboter unterstützen bereits in Pflegeheimen - Anspruch und Wirklichkeit klaffen aber noch weit auseinander.
12.08.2026 | 6:17 minNeuere Saug-Roboter-Modelle können auch Treppensteigen: entweder Huckepack in einer separaten Transport-Raupe, mittels ausfahrbarer Stützen oder - wie diesmal auf der IFA zu sehen - selbst balancierend auf einem Paar Rad-Beinchen, die zum Erklimmen der Stufen rotieren können.
Die IFA 2026 öffnet vom 04. bis 08. September auf dem Messegelände Berlin ihre Türen für Besucher.
Quelle: ddpFast jeder zweite Aussteller aus China
Weit vorne in diesem Wachstums-Segment: Hersteller aus China, die auf der IFA einen immer größeren Anteil aller Aussteller ausmachen. Waren es im letzten Jahr noch rund 700, listet das IFA-Ausstellerverzeichnis diesmal schon 931 auf. Bei insgesamt rund 1.900 Ausstellern stellen sie damit fast die Hälfte.
Sie kommen nicht nur zahlreicher zur Elektronikmesse - sie sind oftmals auch innovativer als die bisherigen Platzhirsche aus Japan oder Korea. Galten chinesische Hersteller lange Zeit als billige Nachahmer, geben sie heute etwa in der Robotik oder bei E-Mobilität den Takt an.
Die Weltroboterkonferenz in Peking zeigt, welche Aufgaben humanoide Roboter künftig in der Altenpflege übernehmen könnten. Vor allem China treibt die Entwicklung voran.
22.08.2026 | 1:36 min"Interessant ist die Strategie der Chinesen," sagt Ulrike Kuhlmann, Redakteurin beim Computermagazin c’t. "Sie liefern längst ordentliche Qualität zum akzeptablen Preis. Das muss kein High-End sein - stattdessen haben sie den gehobenen Massenmarkt im Blick, den andere Unternehmen oftmals aufgegeben haben."
Samsung bleibt weg, Xiaomi rückt nach
So sind sie auch wirtschaftlich auf dem Sprung an die Spitze. Nachdem sich Sony vor einigen Jahren schon vom Publikumsauftritt auf der IFA zurückzog, spart sich mit Samsung jetzt ein weiterer Big Player die teure Messehalle. Während der koreanische Elektronikgigant stattdessen auf eine kleine Fachpublikums-Schau in Berlin-Mitte setzt, rückt auf dem Messegelände ein chinesischer Konkurrent nach.
Im Jahr 2025 produzierte China 12.800 Humanoide, was etwa 90 Prozent der weltweiten Gesamtproduktion entsprach; diese wurden hauptsächlich in Ausbildungszentren, Forschungslaboren, in der Logistik und in der Fertigung eingesetzt. Dies war ein deutlicher Anstieg gegenüber 2024, wurde jedoch von der jährlichen Produktion von Industrierobotern (556.000 Einheiten) in den Schatten gestellt.
Quelle: "The Robot Report 2026"
Erstmals auf der IFA begnügt sich Neuling Xiaomi dabei aber nicht mit einem Stand. Der Herausforderer füllt gleich eine eigene Halle, hat neben Smartphones ein ganzes Portfolio an vernetzten Hausgeräten, Smart-Home-Technik, Wearables und Fernseher mit dabei und zeigt in Berlin jetzt auch seine neuesten E-Auto-Modelle.
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