Bundesnetzagentur sieht Bedarf gedeckt:Eiskalter Winter: Gasspeicher schon stark geleert
Der Winter ist kälter als gedacht und die Gasspeicher weniger gefüllt als erhofft. Müssen sich Verbraucher Sorgen machen? Die Bundesnetzagentur beruhigt, Energieexperten mahnen.
Kalte Temperaturen und hoher Verbrauch lassen die Gasspeicher deutlich schneller schrumpfen als im Vorjahr. Die Versorgung gilt dennoch als gesichert, vor allem dank LNG-Importen.
09.01.2026 | 0:26 minDie Gasvorräte schrumpfen infolge der Kältewelle und des hohen Verbrauchs in einem wesentlich höheren Tempo als noch vor einem Jahr. Die Bundesnetzagentur geht dennoch von einer gesicherten Gasversorgung in diesem Winter aus, ebenso das Energieministerium.
Energieversorger sehen die Füllstände der Speicher jedoch kritisch: "Die aktuellen Füllstände der Gasspeicher liegen deutlich unter dem langjährigen Durchschnitt", sagt Timm Kehler, Vorstand des Verbands Gas- und Wasserstoffwirtschaft.
Mit einem Füllstand von aktuell unter 52 Prozent verlaufen die Gasspeicherfüllstände auf einem historischen Tief.
Sebastian Heinermann, Geschäftsführer der Initiative Energien Speichern
Mitte November hatte die Initiative Energien Speichern mitgeteilt, Deutschland gehe mit einem unerwartet niedrigen Speicherfüllstand von nur 75 Prozent in die Heizperiode. Bei extrem niedrigen Temperaturen drohten ab Mitte Januar "Unterdeckungen".
Nun sagt Heinermann, die Ausgangslage für die Gasversorgung im Januar habe sich aufgrund der moderaten Temperaturen im Dezember verbessert, es sei weniger entnommen worden. "Im Vergleich zum Dezember ist der Januar von deutlich kälteren Temperaturen geprägt, weshalb derzeit in großem Umfang ausgespeichert wird."
Laut einer Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung sind in Deutschland im vergangenen Jahr die Zahlen gestiegen. Die Daten sind vorläufig und können abweichen.
03.12.2025 | 0:24 minKritik: Anreiz zum Gasspeichern fehlt
Eine Sprecherin des Energiekonzerns Uniper sagt: "Die Versorgungssicherheit mit Erdgas ist aktuell gewährleistet, aber nicht garantiert." Bei einem langen, kalten Winter oder geopolitischen Störungen könnten bei niedrigen Speicherfüllständen Engpässe entstehen.
Der Vorstandsvorsitzende des Oldenburger Energieversorgers EWE, Stefan Dohler, sagt: "Ich möchte keinen Alarm schlagen, aber trotzdem darauf hinweisen, dass die Füllstandssituation heute so schlecht ist, wie sie es Anfang 2022 war", sagt Dohler.
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Es ist ein Zeichen, dass die Mechanismen, die die Politik geschaffen hat, so nicht funktionieren. Es gab im vergangenen Sommer keine Preissignale im Markt, die Gasspeicher zu befüllen.
Stefan Dohler, Oldenburger Energieversorgers EWE
Die Füllstände der Gasspeicher seien deutlich niedriger als Anfang 2025 - damals seien es statt knapp 50 rund 77 Prozent gewesen. Würden sich die Gasspeicher bis März mit dem gleichen Tempo wie 2025 leeren, wären die Speicher dann noch zu fünf Prozent gefüllt, rechnet Dohler vor. Ein solches Szenario sei aktuell aber wenig realistisch, da die Preise auf dem Gasmarkt entspannt seien und Händler kaufen könnten.
Die Gas- und Strompreise waren 2025 etwas niedriger. Verbraucher konnten bei Strom etwa acht Prozent sparen. ZDF-Börsenexpertin Valerie Haller berichtet.
29.12.2025 | 1:13 minGasspeicher nicht alleine wichtig - LNG-Terminals bedeutend
Gasspeicher sind ein Puffer für Engpässe bei der Gasversorgung. Große Bedeutung haben aber inzwischen Terminals an Nord- und Ostsee, an denen Flüssigerdgas (LNG) ankommt. Sie ermöglichten "neben der bestehenden und sicheren Hauptversorgung durch norwegisches Pipelinegas die notwendigen Importe nach Deutschland", sagte eine Sprecherin von Energieministerin Katherina Reiche (CDU).
Alle Kommunen müssen demnächst einen Wärmeplan vorlegen, der den Bürgern erklärt, wie die Haushalte von fossilem Erdgas loskommen, eine Mammutaufgabe.
15.10.2024 | 9:31 minDamit könnte man von November bis März etwa 16 Prozent der Nachfrage decken. Das entspreche 32 Prozent der Kapazität der deutschen Erdgasspeicher. Die Terminals gewährleisteten das ganze Jahr eine sehr flexible Möglichkeit, Gas zu importieren.
Das führt dazu, dass Gasspeicher relativ gesehen an Attraktivität verloren haben zur Sicherstellung der Gasversorgungssicherheit.
Sprecherin Wirtschaftsministerium
Eine Verordnung schreibt bestimmte Füllstände vor. Von der Bundesnetzagentur hieß es, der Gasspeicherfüllstand sei ein wichtiger Indikator für zusätzlich verfügbare Versorgungsabsicherungen - jedoch sei er nicht alleinig relevant. "Deutschland verfügt über ausreichende Import- und Speichermöglichkeiten."
EWE-Chef Dohler mahnt dennoch zu mehr Vorsorge. Der Manager schlägt etwa die Schaffung einer nationalen Gasreserve vor - ähnlich wie es sie für Erdöl gibt.
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