Milliardenzuschuss für Netzbetreiber:Strom- und Gaspreise: Was sich 2026 für Verbraucher ändert
von Tim Weber
In diesem Jahr wird der Bund die Netzbetreiber mit mehreren Milliarden bezuschussen. Verbraucher dürfen auf niedrigere Kosten hoffen - doch es gibt regionale Unterschiede.
Die Gas- und Strompreise waren 2025 etwas niedriger. Verbraucher konnten bei Strom etwa acht Prozent sparen. ZDF-Börsenexpertin Valerie Haller berichtet.
29.12.2025 | 1:13 minNachdem die Preise für Strom und Gas bereits 2025 gesunken sind, sollen private Haushalte in diesem Jahr weiter entlastet werden. Dazu erhalten die großen Übertragungsnetzbetreiber rund 6,5 Milliarden Euro vom Bund. Grundlage ist ein Gesetz der schwarz-roten Bundesregierung, das seit Mitte Dezember in Kraft ist.
Die Haushalte profitieren dabei indirekt: Netzentgelte fallen für den Betrieb der Stromnetze an und nicht für die eigentliche Stromerzeugung. Sie decken unter anderem Wartung und den kostspieligen Netzausbau ab - ein wesentlicher Grund für den deutlichen Anstieg der Kosten in den vergangenen Jahren. Insgesamt machen sie rund ein Viertel der Stromrechnung aus.
Milliardenzuschüsse sollen Kostendruck bei Netzbetreibern senken
Die Milliardenzuschüsse aus dem Klima- und Transformationsfonds sollen jetzt den Kostendruck bei den Netzbetreibern senken. Über niedrigere Netzentgelte gelangt diese Entlastung zu den Stromversorgern - und somit schließlich auch auf die Stromrechnungen der Haushalte.
Laut einer Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung sind in Deutschland 2025 die Heizkosten gestiegen. Die Daten sind vorläufig und können abweichen.
03.12.2025 | 0:24 minKerstin Andreae, Geschäftsführerin des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft, erklärt dazu:
Durch den Zuschuss sinken die vorgelagerten Netzkosten der Verteilnetzbetreiber, was grundsätzlich dämpfend auf die von ihnen erhobenen Netzentgelte wirkt und sich damit auch auf die Stromrechnung der Kundinnen und Kunden auswirkt.
Kerstin Andreae, Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft
Sinkende Netzentgelte: Stromlieferanten müssen Tarife nicht anpassen
Rein rechnerisch sinken die Netzentgelte um rund 15 Prozent. Für einen Drei-Personen-Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 4.000 Kilowattstunden bedeutet das eine Entlastung von etwa 77 Euro brutto. Das Vergleichsportal Verivox sieht dabei die größten Entlastungen für die Stadtstaaten Berlin und Hamburg - während sie in Bremen und Sachsen voraussichtlich am niedrigsten ausfallen.
Wie stark die Ersparnis tatsächlich ausfällt, variiert je nach Region, so Andreae. Entscheidend sei, wie hoch der Anteil des aus dem Verteilnetz bezogenen Stroms ist. Zudem seien viele Netzbetreiber auch im nächsten Jahr mit steigenden Kosten konfrontiert.
In vielen Netzgebieten sind derzeit erhebliche Investitionen in den Ausbau, die Modernisierung und die Digitalisierung der Netze erforderlich.
Kerstin Andreae, Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft
Ab dem 1. Januar wird der Industriestrompreis staatlich subventioniert und sinkt auf rund fünf Cent pro Kilowattstunde - um energieintensive Unternehmen wettbewerbsfähiger zu machen.
30.12.2025 | 1:32 minSo etwa für neue Anschlüsse von Wärmepumpen, Ladeinfrastruktur, Erneuerbaren Energien oder Rechenzentren. Hinzu kommt: Stromlieferanten sind rechtlich nicht verpflichtet, gesunkene Netzentgelte in bestehenden Tarifen weiterzugeben. Für Verbraucherinnen und Verbraucher kann sich daher ein Tarifvergleich lohnen.
Entlastung durch sinkende Gaskosten
Ab Januar 2026 entfällt zudem die Gasspeicherumlage, wodurch die Haushalte zusätzlich um mehr als drei Milliarden Euro entlastet werden sollen. Eingeführt wurde die Abgabe nach der Energiekrise 2022, um die Kosten für das Befüllen der Gasspeicher zu finanzieren. Derzeit beträgt sie 0,289 Cent pro Kilowattstunde.
Laut Verivox würde sich bei einem Jahresverbrauch von 20.000 Kilowattstunden - ungefähr dem eines Einfamilienhauses - eine durchschnittliche Ersparnis von 69 Euro brutto ergeben.
ZDFheute Infografik
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Auch bei der Gasspeicherumlage gilt es abzuwarten: Ein prognostizierter Anstieg der Gasnetzentgelte könnte die Ersparnis rechnerisch wieder wettmachen. Rund ein Drittel der Gasversorger habe für nächstes Jahr allerdings bereits Preissenkungen angekündigt - diese sind in erster Linie auf gesunkene Beschaffungskosten zurückzuführen.
Ministerpräsident Woidke fordert weitere Schritte
Die hohen Energiepreise für Industrie und Haushalte beschäftigen die Politik seit Längerem. Zusammen mit dem geplanten Industriestrompreis soll der Zuschuss für Netzbetreiber auch die Wirtschaft stützen.
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07.11.2025 | 2:30 minBrandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke nennt diese "eine richtige Entscheidung", doch es bedürfe weiterer Schritte, sodass die Energiekosten auch ohne staatliche Subventionen wieder sinken.
Die Senkung des Strompreises sei die "zentrale Herausforderung der Bundesregierung". Gelinge dies nicht, "drohe die Transformation in Deutschland zu scheitern" - besonders für energieintensive Branchen wie Stahl, Pharma und Chemie.
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