Ausnahmen wegen Iran-Krieg:Lufthansa-Streik: Rund 300 Flüge könnten ausfallen
Zwei Tage will die Piloten-Gewerkschaft Vereinigung Cockpit bei der Lufthansa streiken. Passagiere im Krisengebiet seien vom Protest unberührt, versichert die Gewerkschaft.
Bei der Lufthansa wollen am Donnerstag und Freitag erneut die Piloten streiken. Die Gewerkschaft fordert ein verbessertes Angebot in der laufenden Tarifrunde.
10.03.2026 | 0:33 minBei der Lufthansa soll in der Nacht zum Donnerstag ein zweitägiger Pilotenstreik beginnen. Flugausfälle sind vor allem an den Drehkreuzen München und Frankfurt zu erwarten. Das Unternehmen hat aber zugesichert, dass an beiden Streiktagen mindestens die Hälfte der geplanten Flüge stattfindet.
Viele Lufthansa-Airlines werden nicht bestreikt
Auf der Langstrecke könnten sogar 60 Prozent der Flüge starten. Die Frachtsparte Lufthansa Cargo muss demnach nur 20 Prozent ihrer für Donnerstag und Freitag geplanten Flüge absagen.
Nicht bestreikt werden die Flugbetriebe Discover Airlines und Lufthansa City Airlines sowie die Tochter Eurowings und sämtliche ausländische Gesellschaften der Gruppe wie Austrian, Air Dolomiti oder Swiss. In der Folge sind die Flughäfen außerhalb der deutschen Drehkreuze weniger stark betroffen, da dort voraussichtlich nur Verbindungen von und nach Frankfurt und München entfallen.
Niedrigere Spritkosten und weniger Ausgaben für Verspätungen haben der Lufthansa 2025 mehr Gewinn gebracht. Das bereinigte Betriebsergebnis stieg um 19 Prozent auf 1,96 Milliarden Euro.
06.03.2026 | 0:26 minVon Streik betroffene Fluggäste werden per Mail informiert
Grundsätzlich würden Kundinnen und Kunden "aktiv per E-Mail" benachrichtigt, sollte ihr Flug betroffen sein, wie die Lufthansa weiter mitteilte.
Gäste, die nicht kontaktiert werden, können vorerst davon ausgehen, dass ihr Flug nicht betroffen ist.
Lufthansa
Gleichwohl sollten sich Fluggäste auf der Website der Airline oder in der Lufthansa App über ihren aktuellen Flugstatus informieren.
Gewerkschaft: 300 Flüge pro Tag sollen ausfallen
Zuvor hatte bereits die streikende Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) zugesichert, dass der Streik diesmal kleiner ausfällt als bei der ersten Streikwelle. Rund 300 Flüge pro Tag werden voraussichtlich ausfallen, sagte VC-Präsident Andreas Pinheiro in einer Video-Botschaft an die Beschäftigten. Bei der ersten, auf einen Tag beschränkten Streikwelle am 12. Februar waren rund 800 Flüge und damit mehr als das Doppelte ausgefallen.
Die Situation an diesem Donnerstag und Freitag sei eine andere, erklärte der VC-Präsident. So stünde in dieser Woche mehr Personal zur Verfügung und die Kabinengewerkschaft Ufo beteilige sich dieses Mal nicht. Das sei für die VC aber "okay". Man erwarte ein verhandlungsfähiges Angebot.
Flugstreik während Iran-Krieg: Nahost bleibt ausgenommen
In der vergangenen Woche hatte die Pilotengewerkschaft wegen des Kriegs in Nahost von Streiks abgesehen und nun etliche Ziele in der Region vom Streik ausgenommen.
Wegen des Iran-Kriegs sitzen viele Deutsche fest. Erste Evakuierte landeten in der vergangenen Woche wieder in Deutschland.
04.03.2026 | 2:02 minWegen uns bleibt kein Passagier im Krisengebiet hängen.
Katharina Diesseldorff, Vizepräsidentin der Vereinigung Cockpit
Die Ausnahmen sollen etwa für eine Verbindung in die saudi-arabische Hauptstadt Riad gelten.
Hintergrund: Streit um Betriebsrenten
Hintergrund des Konflikts sind die ergebnislosen Tarifverhandlungen über die Vergütung bei der CityLine sowie über die betriebliche Altersversorgung bei der Kernmarke und der Frachtsparte.
Personalvorstand Michael Niggemann hat den neuerlichen Streik als unnötige Eskalation verurteilt. Für die Erhöhung der Betriebsrenten fehlten bei der ertragsschwachen Lufthansa-Kerngesellschaft schlicht die Mittel, erklärte Niggemann. Der Streikaufruf sei nicht nachvollziehbar - "vor allem nicht in einer Zeit, in der wir mit dem Iran Krieg ein neues Ausmaß geopolitischer Unsicherheit erleben und Passagiere weltweit davon betroffen sind."
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