Nach Erhöhung im September:US-Notenbank Fed hebt Leitzins nicht erneut an
Wie erwartet lässt die US-Notenbank Fed den Leitzins vorerst unverändert. Es gibt jedoch Bereitschaft für eine weitere Zinsanhebung in diesem Jahr.
Die US-Notenbank Fed hat den Leitzins wie erwartet nicht angehoben.
Quelle: Patrick Semansky / APNach der ersten Zinserhöhung seit Jahren Mitte September behält die US-Notenbank den Leitzins bei. Die Zinsspanne bleibt damit bei 3,75 bis 4,00 Prozent, wie der Zentralbankrat der Federal Reserve (Fed) in Washington mitteilte. Eine Mehrheit von zehn stimmberechtigten Mitgliedern stimmte für eine Zinspause, während zwei Bereitschaft für eine Zinserhöhung um einen Schritt signalisierten.
Bereits zuvor hatte eine große Mehrheit von Volkswirten eine Zinspause erwartet. Spannend wird nun, ob es beim letzten Entscheid in diesem Jahr im Dezember tatsächlich wie an den Märkten vorausgesagt zu einer weiteren Straffung der Geldpolitik kommt. Aktuell verharre die Inflation auf einem hohen Niveau, betonte die Notenbank und versicherte, sie werde für Preisstabilität sorgen.
Die US-Notenbank FED hat den Leitzins erhöht – das erste Mal seit 2023. Die Hintergründe und mögliche Implikationen in Richtung Präsident Trump von Frank Bethmann.
16.09.2026 | 1:30 minHohe Bereitschaft für Zinsanhebung bei der Fed
Innerhalb der Fed hatte eine überwältigende Mehrheit Bereitschaft für eine weitere Zinsanhebung in diesem Jahr signalisiert: Angesichts der aktuellen Inflation erwarteten 16 der 18 befragten Fed-Mitglieder mindestens eine Erhöhung um einen Schritt (25 Basispunkte). Unter diesen können sich vier eine noch weitreichendere Straffung vorstellen.
Auch die Europäische Zentralbank (EZB) dürfte am Donnerstag bei ihrer Sitzung in Frankfurt trotz der gestiegenen Inflation die Zinsen nicht anheben. Volkswirte rechnen damit, dass die EZB den für Banken und Sparer wichtigen Einlagenzins bei 2,5 Prozent belassen wird.
Fed hob Leitzins zuletzt erstmals seit Langem an
Mitte September hatte die Fed erstmals seit Juli 2023 wieder den Leitzins um einen Schritt, also 0,25 Prozentpunkte, angehoben. Fed-Chef Kevin Warsh argumentierte, dass die Entscheidung eine schnellere Rückkehr zum Zwei-Prozent-Inflationsziel der Fed unterstützen werde.
Die Teuerungsrate lag zuletzt allerdings fast doppelt so hoch wie gewünscht: Die Verbraucherpreise in den USA hatten im September im Jahresvergleich um 3,7 Prozent zugelegt und sich damit dem höchsten Stand seit über drei Jahren angenähert.
Da die Demokraten die Umfragen im Land anführen, können die Zwischenwahlen US-Präsident Trumps knappe Mehrheit in den Kongresskammern und damit seine restliche Regierungszeit stark beeinflussen.
27.10.2026 | 1:35 minAngetrieben wurde die Preisentwicklung in der weltgrößten Volkswirtschaft vor allem durch Kosten für Energie, nachdem sich wichtige Rohstoffe wie Erdöl in den vergangenen Wochen infolge des Iran-Kriegs deutlich verteuert hatten. Auch der Boom rund um Künstliche Intelligenz und solide Konsumausgaben heizen die Inflation weiter an.
Zugleich verlangsamte sich das Beschäftigungswachstum deutlich. "Weder Inflation noch Beschäftigung liefern den Notenbankern ein klares Signal", sagte DWS-Chefvolkswirt für die USA, Christian Scherrmann. Zugleich dürfte Warsh im Zweifel der Preisstabilität eine größere Priorität einräumen.
Lebensmittel, Miete, Krankenversicherung: Hohe Kosten belasten viele Bürger in den USA. Vor den Kongresswahlen im November sind die Preise zum Wahlthema geworden.
22.10.2026 | 1:37 minTrump fordert Senkung des Leitzinses
Eine Zinssenkung, wie sie US-Präsident Donald Trump seit langem erfolglos verlangt, halten Experten dagegen für unrealistisch. Diese lässt sich nicht mit den aktuellen Wirtschaftsindikatoren begründen. Zuletzt forderte er etwa, der Leitzins solle "bei einem Prozent oder darunter liegen".
Mit ihren Zinsentscheidungen versucht die US-Notenbank, einen Kompromiss zwischen stabilen Preisen und möglichst vielen Vollbeschäftigten zu finden. Bei höheren Zinsen verteuern sich Kredite für Verbraucher und Unternehmen.
Menschen und Firmen geben wegen der höheren Kreditkosten zögerlicher Geld aus, das bremst die Wirtschaft. Ein niedrigerer Zins stimuliert zwar Wachstum und den Arbeitsmarkt, kann aber die Inflation anheizen.
Mehr Wirtschafts-News aus den USA
- Grafiken
Wichtige Daten im Überblick:Wie geht's der US-Wirtschaft unter Donald Trump?
von Robert Meyermit Video9:59 - FAQ
Werk in den USA geplant:Audi-Chef bei Trump: Warum die Kritik am Auftritt wächst
von Tobias Bluhmmit Video2:06 - Analyse
Vor den Midterms in den USA:Die Trump-Bilanz: Hohe Kurse, hohe Preise
von Mischa Ehrhardt und Florian Neuhannmit Video10:01 Federal Reserve:US-Notenbank erhöht Leitzins erstmals seit 2023
mit Video1:30