Federal Reserve:US-Notenbank erhöht Leitzins erstmals seit 2023
Die US-Notenbank Fed hat auf die hohe Inflation reagiert und den Leitzins auf die neue Spanne von 3,75 bis 4,00 Prozent angehoben. Zuvor hatte Trump auf eine Senkung gepocht.
US-Präsident Donald Trump hatte immer wieder Druck auf die US-Notenbank Fed gemacht, die Leitzinsen zu senken (Symbolfoto).
Quelle: Patrick Semansky / APIm Kampf gegen die hartnäckig hohe Inflation hebt die US-Notenbank den Leitzins an. Der geldpolitische Schlüsselsatz wurde am Mittwoch um einen Viertelpunkt erhöht - auf die neue Spanne von 3,75 bis 4,00 Prozent.
Der Druck auf die Fed mit ihrem Chef Kevin Warsh war groß, nachdem die Kerninflation ohne die schwankungsanfälligen Komponenten wie Energie und unverarbeitete Nahrungsmittel zuletzt höher als erwartet ausgefallen war und die Erwartungen einer strafferen Geldpolitik verstärkt hatte.
In Erwartung des Zinsentscheids hatten sich die Anleger an den Börsen heute mit größeren Aktienkäufen zurückgehalten. Der Dax notierte zum Handelsschluss ein halbes Prozent höher bei 25.537,75 Punkten. Der EuroStoxx50 gewann genauso viel auf 6266,50 Zähler.
Erst vor wenigen Tagen hatte die Europäische Zentralbank den Leitzins erhöht - erst zum zweiten Mal seit Juni 2025. Die Auswirkungen sind vielfältig: Höhere Zinsen für Kredite, aber auch mehr Zinsen auf Sparvermögen.
10.09.2026 | 3:05 minExperten uneinig: Folgen weitere Schritte der Fed?
Die nun erfolgte Zinserhöhung dürfte nach Ansicht von Lena Dräger, Expertin des Kiel Institut für Weltwirtschaft, vorerst der einzige Schritt bleiben. "Höhere Zinsen senken den Ölpreis nicht", kommentierte sie auf Nachfrage der Deutschen Presse-Agentur. Stattdessen müsse die Fed erhöhten Inflationserwartungen entgegenwirken.
Anders sieht das US-Chefökonom Robert Sockin vom Finanzdienstler PGIM: "Historisch gesehen neigt die Fed nicht dazu, ihre Geldpolitik mit einer einzigen Anhebung oder Senkung anzupassen." In der Regel müssten weitere Schritte folgen.
Maxime Darmet-Cucchiarini, leitender Volkswirt bei Allianz Trade, rechnet mit einer zweiten Zinsanhebung im Dezember.
Anleger erwarten Reaktion von Donald Trump
Die Investoren dürften nun genau auf die Reaktionen aus dem Weißen Haus achten. US-Präsident Donald Trump hat sich wiederholt für niedrigere Zinsen ausgesprochen und erklärte im vergangenen Monat, die USA würden den Handel mit Ländern einstellen, mit denen sie ein Handelsdefizit haben, sollte die Fed die Zinsen nicht senken.
Mit dem Fed-Entscheid geht Notenbank-Chef Warsh nun auf Konfrontationskurs mit Trump. Mit der Straffung der Geldpolitik dürfte er allerdings auch gleich zwei Lager von Kritikern besänftigt haben. So vermissten einige Experten seit seinem Amtsantritt im Mai tatsächliche Schritte, um der von ihm priorisierten Preisstabilität nachzukommen. An den Finanzmärkten war befürchtet worden, dass eine sechste Zinspause in Folge seit Dezember 2025 die Glaubwürdigkeit der Fed massiv beschädigt hätte.
Zudem dürfte Warsh zunächst jenen Skeptikern den Wind aus den Segeln nehmen, die ihm eine zu große Nähe zu Trump nachgesagt hatten. Warshs Personalie war umstritten: Volkswirte befürchteten, dass sich die Fed von einer datenbasierten Geldpolitik entfernen und politisch gesteuert agieren könnte. Warsh hingegen beteuert, er habe sich gegenüber dem Präsidenten zu keiner bestimmten Zinsentscheidung verpflichtet und sei von diesem auch nie dazu aufgefordert worden. Er wolle die Fed unabhängig weiterführen.
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